Fachbeiträge

Ausgabe 10 / 2011
FachbeitragWeiterbildung

Trendstudie: Die digitale Zukunft des Fernstudiums

von Markus Jung

Vom Studienbrief zum E-Portfolio: Digitale Lern- und Kommunikationsmittel kommen Bedürfnissen von Studierenden entgegen. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Internationalen Hochschule Bad Honnef – Bonn in Kooperation mit Fernstudium-Infos.de. „Ein Studienbrief aus Papier genügt längst nicht mehr. Wer gewohnt ist, seine Nachrichten online zu lesen, jederzeit mit Freunden zu kommunizieren und sich sein Fernsehprogramm individuell zusammenzustellen, möchte diese Flexibilität auch im Fernstudium nutzen“, so Höllermann, Projektleiter Fernstudium der Internationalen Hochschule Bad Honnef – Bonn (IUBH). „Dank moderner Kommunikationsformen wie Live-Streams, Video-Chats oder Lern-Wikis lässt sich die Distanz eines Fernstudiums überbrücken und der Lernstoff für die Studierenden erlebbar machen.“

Inhaltsübersicht:


Fernstudieren liegt im Trend – mit jährlich 7 Prozent Zuwachs ist der Fernstudiensektor einer der stark wachsenden Bereiche des deutschen Bildungsmarkts. „Konflikte mit Berufs- und Privatleben und der fehlende Austausch im Selbststudium führen jedoch zu hohen Abbrecherquoten“, erklärt Philipp Höllermann, Projektleiter Fernstudium der Internationalen Hochschule Bad Honnef – Bonn (IUBH). „Die Anbieter müssen stärker auf die Bedürfnisse von Fernstudierenden eingehen und auf digitale Lern- und Kommunikationsformen setzen.“ Was sich Studierende wünschen, zeigt die aktuelle „Trendstudie Fernstudium“ der IUBH. Ergebnis: Die Befragten können sich vorstellen, ihre Tablet Computer und Smartphones zum Fernstudieren zu nutzen, informieren sich vorwiegend im Internet und suchen den Austausch in Foren und per E-Mail. An der onlinebasierten Umfrage in Kooperation mit Fernstudium-Infos.de beteiligten sich 174 Personen, die bereits ein Fernstudium absolviert haben (23 Prozent), aktuell in einem Fernstudienprogramm eingeschrieben (73 Prozent) oder ihr Studium ohne Abschluss abgebrochen haben (4 Prozent).

Studieren auf dem Tablet PC

Studienbriefe und Einsendeaufgaben – so lernten die Fernstudenten noch vor ein paar Jahren. Heute ist eine IT-gestützte Lernorganisation gefragt – beispielsweise webbasierte Trainings, Online-Tests, E-Portfolios und virtuelle Meetings. 82 Prozent der Befragten finden solche E-Learning-Angebote sehr hilfreich. Den Studierenden ermöglicht das eine individuellere Betreuung und einen besseren Austausch mit ihren Kommilitonen. Neben dem obligatorischen Laptop, über den fast alle Befragten der Trendstudie verfügen, besitzt die Hälfte ein Smartphone. Jeder Zehnte hat einen Tablet Computer, fast genauso viele nutzen einen E-Book Reader. Unter ihnen kann sich die Mehrheit vorstellen, die mobilen Geräte auch für ihr Fernstudium einzusetzen. Diese Medien werden zukünftig im Fernunterricht immer wichtiger werden.

Informieren in Foren

Bei der Wahl eines Anbieters sind für Studieninteressierte Internetforen (49 Prozent), Suchmaschinen (43 Prozent) und Websites zu Studienangeboten (36 Prozent) die wichtigsten Anlaufstellen. Traditioneller Werbung schenken die Befragten hingegen kaum oder gar keine Beachtung. 25 Prozent der Fernstudium-Interessierten achten bei der Auswahl eines Fernstudienanbieters zudem auf Empfehlungen Dritter. Die echten Erfahrungen anderer Fernstudierenden mit dem betreffenden Anbieter sind aussagekräftiger und wertvoller als jede Werbung.

Beratung per E-Mail

Die E-Mail ist das Kommunikationsmedium Nummer 1 für Fernstudenten: Bereits vor Studienbeginn nimmt die Beratung per E-Mail mit 44 Prozent die Spitzenstellung ein, vor telefonischer Beratung (38 Prozent) und Informationsveranstaltungen vor Ort (32 Prozent). Während des Studiums nutzen 96 Prozent der Befragten am liebsten den flexiblen, asynchronen Informationsaustausch per Mail. Für die fachliche Beratung setzen außerdem bereits 16 Prozent auf virtuelle Meetings oder Videokonferenzen, 15 Prozent besprechen inhaltliche Fragen per Chat oder Instant Messaging. „Fernstudierende sind meist sehr online-affin und nutzen ein breites Spektrum an Kommunikationsmitteln – von Instant Messaging über Social Networks bis hin zu Twitter“, sagt Höllermann.

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