Fachbeiträge

Ausgabe 7 / 2005
FachbeitragImplementierung

Nutzwertbetrachtungen im Wissensmanagement

von Bernd Fiedler

Die Kosten-/Nutzwertanalyse ist ein Verfahren, dass sich in der IT bereits bewährt hat. Der Beitrag zeigt auf, wie die Methode entscheidungsbezogen auf Wissensmanagement-Werkzeuge adaptiert werden kann.

Von Bernd Fiedler

Inhaltsübersicht:

Die Nutzwertanalyse ist ein Entscheidungsverfahren, dass in mehreren Stufen erarbeitet wird und Entscheidern die Möglichkeit bietet, objektive Kriterien mit einer subjektiven Gewichtung zu kombinieren. Wichtig dabei ist, dass das gesamte Verfahren im Rahmen von Workshops mit einem Team erarbeitet wird.

Methodik

Als Grundstruktur für die Kostennutzenanalyse können unterschiedliche Wissensmanagementmodelle herangezogen werden. Im besonderen Maße eignet sich hierfür das Genfer Modell. Es ist pragmatisch und allgemein anerkannt. Idealerweise ist auf der strategischen Ebene das erste Kriterium die Definition der Wissensziele und stimmt somit mit dem ersten Schritt der Nutzwertanalyse überein.

Genfermodell nach Probst/Raub/Romhard, Wissen managen, Gabler Wiesbaden 1997

 

Vorgehensweise

Jeder der folgenden 7 Schritte wird für jeden der 6 Wissensmanagementbausteine durchgeführt.

Definition der Zielstruktur

 

Nun muss für jeden Punkt des Genfer Modells (auf der operativen Ebene) auf seine Ziele hin überprüft und in die Zielstruktur mit aufgenommen werden.

Zu den Punkten

     

  • Wissensidentifikation
  • Wissenserwerb
  • Wissensentwicklung
  • Wissens(ver-)teilung
  • Wissensnutzung
  • Wissensbewahrung
  •  

 

kommen variable, sprich projekt-, bzw. toolspezifische Kriterien, wie:

     

  • Integrationsfähigkeit in die besehende IT-Landschaft
  • Investitionsschutz, Hersteller
  • Skalierbarkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  •  

Für jeden dieser Oberpunkte sind im Rahmen eines Workshops die Unterziele zu erarbeiten. Die Kernfrage ist dabei: Welche Unterziele müssen erreicht werden, um das obere Ziel erfüllen zu können? Die Formulierung ist dabei möglichst messbar zu wählen, um später die einzelnen WM-Tools dagegenhalten zu können.

Ziele gewichten

 

Die Gewichtung erfolgt zweistufig. In der ersten Stufe, werden von der Projektgruppe, prozentual die Oberziele priorisiert. In der zweiten Stufe werden die Prozentpunkte der Oberziele auf Unterziele, ebenfalls prozentual aufgeteilt. Diese Zweistufigkeit bietet die Möglichkeit, den unterschiedlichen Detailierungsgrad auch mit unterschiedlichen Gruppen zu bewerten. Zum Beispiel können die Ziele der ersten Ebene von der Unternehmensführung gewichtet werden, während die zweite Ebene vom mittleren Management übernommen wird.

Lösungsvarianten bewerten

Jetzt ist es Zeit die unterschiedlichen WM-Tools zu vergleichen. Hierzu werden die Möglichkeiten der Tools mit den, unter Schritt 1 definierten Zielen verglichen und mit einem 5-Punktesystem bewertet. Es folgt die Multiplikation mit der prozentualen Gewichtung und die Summierung der so erreichten Punkte.

Nutzwertanalyse

Dieser Schritt ist nicht immer ganz einfach nachzuvollziehen, denn nun werden aus der gesamten Ziel-Lösungsbetrachtung, die monetären Ziele vorübergehend eliminiert. Was übrig bleibt ist eine reine Nutzenbetrachtung, also welches Tool den größten Nutzen bietet und zwar gemessen an den vorgegebenen Zielen. Interessant ist es zwischendurch solche Ergebnisse mit einem Balkendiagramm zu veranschaulichen. In diesem Fall, dass es sowohl den Nutzwert ohne Kostenpunkte, als auch wie bisher mit Kostenpunkten anzeigt.

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