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wissensmanagement Heft 7 / 2003
EditorialWissensmanagement

Von Anspruch und Wirklichkeit im Wissensmanagement

von Oliver Lehnert

Im Vorwort zur letzten Ausgabe hatten wir eine Zwischenbilanz gezogen und sind der Frage nachgegangen, inwieweit sich Wissensmanagement in den Unternehmen durchgesetzt hat und welche betriebswirtschaftlichen Erfolgsaussichten Wissensmanagement-Projekte überhaupt haben. Nun sollten wir zwei weitere Aspekte in die Diskussion einfließen lassen: den aktuellen Stand in der wissenschaftlichen Theorie und ? gegensätzlicher kann es kaum sein ? den Status quo von Wissensmanagement-Initiativen in den öffentlichen Verwaltungen.

Im Vorwort zur letzten Ausgabe hatten wir eine Zwischenbilanz gezogen und sind der Frage nachgegangen, inwieweit sich Wissensmanagement in den Unternehmen durchgesetzt hat und welche betriebswirtschaftlichen Erfolgsaussichten Wissensmanagement-Projekte überhaupt haben. Nun sollten wir zwei weitere Aspekte in die Diskussion einfließen lassen: den aktuellen Stand in der wissenschaftlichen Theorie und ? gegensätzlicher kann es kaum sein ? den Status quo von Wissensmanagement-Initiativen in den öffentlichen Verwaltungen.

Doch zunächst zur Theorie: Kehren wir wieder zurück zu Taylor, dem Erfinder der Rationalisierung, oder zu Peter Drucker, dem Management-Guru der achtziger Jahre und frühen neunziger Jahre? Eines steht jedenfalls fest: Das falsch verstandene Wissensmanagement der Nonaka-Generation, mit dem Ziel, möglichst viel Wissen in Datenbanken zu dokumentieren, hat sich in der Praxis als kaum realisierbar erwiesen und führte in vielen Fällen nicht oder nur zu bescheidenem Erfolg. Diese ernüchternden Erfahrungen nimmt Peter Schütt in einem zweiteiligen Artikel zum Anlass, ein neues, zukunftsfähiges Wissensmanagement-Modell namens 3-D KM zu entwickeln, das modernes Wissensmanagement in den Ebenen Organisation und Kultur, Prozesse sowie Informationstechnologie (man beachte die Reihenfolge!) abbildet. Aber lesen Sie selbst ab Seite 48.

Zwischen dieser Theorie und der Praxis von Wissensmanagement-Initiativen in unseren öffentlichen Verwaltungen klafft eine große, jedoch nicht unüberwindbare Lücke. Noch immer vergeuden deutsche Behörden viel Energie und Synergie mit Doppelarbeit, noch immer sind die Kommunikations- und Wissensflüsse innerhalb und zwischen den Behörden umständlich und damit wenig bürger- sprich kundenorientiert. Andreas Lischka zeigt in seinem Artikel ab Seite 45 allerdings auf, dass auch hier ? nicht nur vor dem Hintergrund immenser Einsparpotenziale ? Bewegung in die Diskussion gekommen ist. Nachahmenswerte Projekte aus Hessen und Bremen geben Grund zu der Annahme, dass sich in unserem Verwaltungsapparat in naher Zukunft vieles zum Besseren wenden könnte. Großer Pioniergeist ist dabei nicht unbedingt erforderlich, können doch die Verwaltungen auf eine Vielzahl von Projekten und Erfahrungsberichten aus der freien Wirtschaft zurückgreifen. Denn dieselben Fehler braucht man ja nicht ein weiteres Mal zu wiederholen.

Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Die technische Entwicklung und die gestiegenen Ansprüche der User-Gemeinde an eine moderne Website sind auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Ab Oktober präsentiert sich der Internetauftritt unseres Magazins in neuem Design und ist damit wesentlich nutzerfreundlicher aufgebaut. Darüber hinaus werden wir künftig noch aktueller und häufiger News und Informationen rund um das Thema Wissensmanagement in unserem Internetportal für Sie bereitstellen. So fällt es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nicht mehr so schwer, die Zeit zwischen zwei Ausgaben von wissensmanagement mit geballtem Online-Wissen zu überbrücken.

 

Ihr

Oliver Lehnert


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