Artikel-Archiv

wissensmanagement Heft 2 / 2008

Titelthema

Volltextsuche war gestern:
Intelligente Suchtechnologien revolutionieren die Wissensarbeit

Wissensarbeiter verschwenden täglich wertvolle Zeit mit der Suche nach relevanten Informationen. Häufig liegen Daten und Fakten im Unternehmen nur unstrukturiert vor. Hier wird das Finden einer konkreten Zahl zur sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch nicht nur in den Unternehmen steht und fällt die Qualität der Wissensarbeit mit der vorhandenen Suchtechnologie. Auch im World Wide Web bedarf es immer ausgefeilterer Methoden, um die Billionen von Dokumenten, die es weltweit gibt, binnen kürzester Zeit zu durchforsten und treffsichere Ergebnisse zu liefern. Der Schlüssel zum Erfolg scheinen dabei  semantische Technologien zu sein.

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Editorial

Wissensmanagement

Wer sucht, der findet zu viel

von Oliver Lehnert

Noch in unserer Elterngeneration galt das Sprichwort „Wer sucht, der findet“ als Schlüssel zu verborgenen Informationen. Ein Blick ins Lexikon oder in den aus Karteikarten bestehenden Stichwortkatalog der Städtischen Bibliotheken brachte Aufschluss über die Fragen des Lebens. Heute hat das Internet die althergebrachten Recherchemethoden nahezu vollständig abgelöst. War es zunächst bequem, nur einen Mausklick vom Wissen der Welt getrennt zu sein und jederzeit weltweit darauf zugreifen zu können, zeigten sich in den vergangenen Jahren zunehmend auch die Schattenseiten des World Wide Webs: Immer mehr (redundante) Informationen machen die Suche nach dem gewünschten Detail zum Kampf von David gegen Goliath.

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Inhalt

Wissensmanagement

Pünktlichkeit bei der Bahn ? dank Wissensmanagement

von Mike Herr, Richard Holland

Bahnkunden reagieren auf nichts sensibler als auf Verspätungen und schlechten Service. Schließlich ist es die Kernkompetenz von Transportunternehmen, Fahrgäste pünktlich ans Ziel zu bringen und möglichst angenehm zu befördern. Dass dies gar nicht so einfach ist, beweisen regelmäßige Verspätungen bei Zugunternehmen immer wieder. Nicht in jedem Fall sind dafür externe Einflüsse wie Streiks oder Signalstörungen verantwortlich.

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Wissensmanagement

Wirtschaftskriminalität ? Spurensuche in Bits und Bytes

von Henk Nobbe

Wer bislang im Geschäftsleben etwas verheimlichen wollte, der hatte einen mächtigen Verbündeten: das Papier! In meterlangen Aktenordnerreihen lässt sich manche Information oder Ungereimtheit verbergen. Das Unternehmen Business Integrity Management macht Jagd auf versteckte Informationen zwischen den Aktendeckeln ? und nutzt dazu moderne Dokumenten Management Lösungen. Hier zeigt sich, dass Wissensmanagement nicht nur die unternehmensweite Kommunikation und Transparenz fördert, sondern auch bei der Strafverfolgung wichtige Dienste leistet.

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Wissensmanagement

Intranet + Wiki = Wissensmanagement

von Ronald Orth, Christian Decker

Zunehmende Internationalisierung, Technologisierung und kürzere Produktlebenszyklen stellen den deutschen Mittelstand vor neue Herausforderungen. Um auf diese Anforderungen erfolgreich zu reagieren, haben innovative Unternehmen damit begonnen, ihre wertvolle Ressource Wissen systematisch zu entwickeln und nutzbringend einzusetzen. Durch die Teilnahme an dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekt „ProWis“ (Prozess-orientiertes und -integriertes Wissensmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen) konnten fünfzehn Unternehmen durch die Einführung ihres individuellen Wissensmanagement-Konzepts die eigene Zukunftsfähigkeit stärken.

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Wissensmanagement

Produktionsdaten ganzheitlich integrieren TX:Als Schlüssel zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit erweist sich neben der Entwicklung neuer Produkte und dem Einsatz innovativer Fertigungstechnologien vor allem die ständige Optimierung der Produktionsabl

von Hans-Christian Hilbrich

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Wissensmanagement

Searchware, Selfware und Brainware: Internet hoch drei

von Joachim P. Hasebrook

Die Gedanken der Väter und Mütter des heutigen World Wide Web, allen voran Tim Berners-Lee, richten sich auf das Internet als Semantisches Web, das Inhalte für Maschinen besser lesbar und interpretierbar macht. Bekanntermaßen ist das Web 2.0 aber ein Social Web, das durch das Wissen, die Meinungen und Kommentare von rund eineinhalb Milliarden Internet-Nutzern geprägt ist. Auch wenn die einzelnen User den Wandel nur punktuell erleben, wird das ganze Ausmaß zum Beispiel in der Übernahme des Videoportals „YouTube“ durch die Such- und Werbemaschine Google für rund 1,65 Milliarden US-Dollar offenkundig: Suchen im Internet wird nicht mehr vom „Web-Drachen“ Google allein dominiert.

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Wissensmanagement

Die Suche nach Suchtechnologie ? ein Überblick

von Peter Gottschalk

War es bis Beginn der 80er Jahre die zunehmende Papierflut, unter der wir zu ersticken drohten, ist es heute die Anzahl elektronischer Dokumente, die uns zu schaffen macht. Die Situation hat sich also nicht geändert. Nur das Medium. Stetig wachsende Datenbestände, täglich mehr digitale Informationen, die intern erzeugt werden oder von außen in Unternehmen gelangen, immer anspruchsvollere IT-Infrastrukturen mit verschiedensten Datenformaten und verteilten Speicherorten und Speicherformen sind die Herausforderung an Suchmaschinen.

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Wissensmanagement

Information durch Navigation

von Yassin Chairi, Anna Nölle

Alle großen Suchmaschinenanbieter berücksichtigen derzeit in Gestaltungsfragen eine von Andrei Broder [1] im Jahr 2002 vorgestellte Dreiteilung. Er gelangte zu der Erkenntnis, dass hinter einer Suchanfrage nicht immer ein informationsorientierter Bedarf steht und teilte das Suchverhalten in drei Typen ein: navigationsorientiertes, informationsorientiertes und transaktionsorientiertes Suchen. Trends zufolge nimmt derzeit v.a. der navigatorische Anteil zu.

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Wissensmanagement

Das Semantische Web ? Realität oder Vision?

von Jörg Wurzer

Suchmaschinen grasen ununterbrochen das Web ab, um datenhungrig zu speichern, wo welche Stichwörter zu finden sind. Doch sie verstehen nicht, was auf den einzelnen Internetseiten geschrieben steht. Deshalb ist das Ergebnis eine lange Trefferliste, die dem Suchenden oft nicht weiterhilft. Die Qualität der Ergebnisse wäre ganz anders, wenn die Suchmaschine die Semantik der Seiten erfassen würde. Dann könnte sie ein differenziertes Ergebnis servieren, das nach der Bedeutung der Seiten gruppiert und vernetzt ist.

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Wissensmanagement

Lebenswissenschaftler suchen Antworten, keine Dokumente

von Christian Herzog, Ulrich Wirth

Waren Redundanzen bisher nur lästig, so sind sie im Internetzeitalter riskant. Zwar helfen Informationen, Ungewissheit zu reduzieren. Überschüssige Information provoziert jedoch einen Zuwachs an Unsicherheit, wodurch Recherchen zunehmend zeitraubender und ineffizienter sind. Ressourcen wie Zeit und Geld werden vergeudet, was so inakzeptabel wie überflüssig ist. In wissensintensiven Arbeitsgebieten wie den Life Sciences, in denen sowohl Grundlagenforschung betrieben als auch gezielt marktwirtschaftlich orientiert gearbeitet wird, kann der Zeitverlust zudem zu Wettbewerbsnachteilen führen.

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Wissensmanagement

Systematischer Wissenszugang über semantische Netze

von Hartmut F. Binner

Kodifiziertes, das heißt in elektronischer Form hinterlegtes Wissen im Unternehmen ist nur dann wertvoll, wenn es kontextbezogen aktuell und schnell zur Verfügung steht. Das große Risiko bei der Einführung von Wissensmanagement-Systemen besteht folglich darin, mit hohem Aufwand Wissensbestände aufzubauen, die diesen Kontextbezug nicht besitzen und damit den Anwendern keinen Nutzen bieten. Dieses Wissen ist wertlos, weil nicht verwertbar.

 

 

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Wissensmanagement

Wissensmanagement von 1990 bis 2003 ? die Zeit der Irrwege

von Dr. Peter Schütt

Die Jahre von 1990 bis etwa 2003 waren im Wissensmanagement zunächst eine Zeit großer Euphorie. Mitte der 90er folgte dann die Ernüchterung über Fehlschläge mit Wissensdatenbanken und Wissensbilanzen. Es ist daneben aber sehr viel gutes Handwerkszeug entstanden, wie Dave Snowdens Cynefin Modell. Damit ist Wissensmanagement, das sich dank Web 2.0 heute im zweiten Frühling sonnt, als Disziplin reif für die Masse der Unternehmen geworden.

 

 

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Wissensmanagement

Mehrwert für alle: Das GfWM-Modell in der Praxis

von Simon Dückert

Die Gesellschaft für Wissensmanagement hat ein Wissensmanagement-Modell entwickelt, das gegenüber bisher bestehenden Modellen zwei Alleinstellungsmerkmale besitzt: Es ist kompatibel mit dem Management-System-Standard ISO 9000 und es ist kostenfrei unter Open-Content-Lizenz verfügbar. Es eröffnet Unternehmen damit ungeahnte Möglichkeiten, Wissensmanagement schnell und unkompliziert einzuführen. Einzige Voraussetzung ist, dass alle an einem gemeinsamen Strang ziehen und sich als Lernende Organisation begreifen.

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Wissensmanagement

Die Prozess-Systematik im Unternehmenseinsatz

von Josef Hofer-Alfeis, Klemens Keindl

Die Wissensmanagement-Prozess-Systematik (WMPS) [1] unterstützt die Positionierung der Wissensmanagement-Prozesse in einer Gesamt-Geschäftsprozess-Landschaft. Mit ihr lassen sich gemeinsame und komplementäre Anteile bei den Prozessen der Wissensmanagement-Partnerdisziplinen klarer herausarbeiten und die Zusammenarbeit verbessern. Sie kann als Ordnungsstruktur und Wissenskarte für Wissensmanagement-Instrumente dienen und als Prüfinstrument für den Wissensmanagement-Reifegrad eingesetzt werden.

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Wissensmanagement

Wenn Besserwisser kooperieren

von Mario Nappi, Ulla Nappi

„Wissen hat seinen Platz zwischen zwei Ohren und nicht zwischen zwei Modems“, relativiert Fredmund Malik [1] die Informatik-Abhängigkeit für die Wissensentwicklung und spricht zwei Aspekte der Wis-sensarbeit an: erstens den organisationalen Aspekt, zu dem die Informationstechnologie gehört, die die Voraussetzung bildet, um Wissen ablegen und abrufen zu können. Und zweitens den menschlichen Aspekt, der auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann: der Unternehmens-, der Projekt- und der persönlichen Ebene.

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Wissensmanagement

Projektmanagement: Kommunikation als Erfolgsfaktor

von Monika Bröcker-Garbers, Rahild Neuburger

Projekte leben vom intensiven Wissensaustausch. Dies gilt für alle Phasen ? vom Projektstart mit der Kick-off-Phase über Projektplanung und Projektrealisierung bis zur Projektbeendigung. Ein fruchtbarer Wissensaustausch kann jedoch nur dann gelingen, wenn Wissen sowohl nachgefragt als auch zur Verfügung gestellt wird. In der Theorie klingt dies einfach; in der Praxis scheitert es aber oft an Hindernissen persönlicher oder struktureller Art.

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Wissensmanagement

Überflüssigen und ineffizienten Projekten auf der Spur

von Reiner Czichos

Die Projektarbeit als Arbeitsform der Zukunft boomt. Vor allem in großen, aber auch bereits in vielen mittleren Unternehmen erreicht die Anzahl der Projekte jedoch eine kritische Größe. Projektineffizienz schlägt Projekteffizienz ? statt den Change zu befördern, führen Projekte zu Rückschritt und Verwirrung. Das behindert einen reibungslosen Wissenstransfer und macht Aufräumarbeiten notwendig.

 

„Jeden Tag wird ein anderes Projekt durchs Dorf gejagt!“

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Wissensmanagement

Der Weg zum intelligenten Unternehmen

von Swetlana Franken

Nur ein Unternehmen, das das Wissen und die Kreativität seiner Belegschaft optimal nutzt und fördert sowie von dem Wissen externer Akteure profitiert, kann in einer globalen Wissensgesellschaft langfristig erfolgreich sein. Darin besteht die Intelligenz eines Unternehmens, als Fähigkeit zum effizienten Handeln, Problemlösen und Lernen. Allerdings ist die Unternehmensintelligenz wegen ihres kollektiven Charakters schwer zu beschreiben und zu nutzen.

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Wissensmanagement

Wo E-Learning und Wissensmanagement konvergieren

von Stefan Heil

Als E-Learning zu Beginn der 90er Jahre in den Unternehmen Einzug hielt, handelte es sich um CD-Rom basierte, formalisierte, zeitlich und räumlich situierte Kurse, die vom Arbeitsprozess getrennt, in einer eigenen Parallelwelt stattfanden. Ende des 20. Jahrhunderts begannen sich Learning Management Systeme zu etablieren. Ziel war es, die Prozesse der klassischen Weiterbildung in einem System abzubilden und zu steuern. Auch wenn die Inhalte fortan webbasiert waren, blieb das Konzept des in sich geschlossenen Pakets weitgehend bestehen.

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Wissensmanagement

CeBIT: Prozessoptimierung im Mittelpunkt

von Nicole Körber

Erstmals findet in diesem Jahr die CeBIT von Dienstag bis Sonntag ? und damit um einen Tag verkürzt ? statt. Darüber hinaus steht die Halle 1 als Ausstellerfläche nicht zur Verfügung. Die in den letzten Jahren stetig gewachsene DMS-Area zieht in die Halle 3 um. Hier zeigen Unternehmen Strategien und Lösungen zur Effizienzsteigerung bei dokumentenbezogenen Prozessen. Die wichtigsten Anwendervorteile sind kürzere Bearbeitungszeiten, bessere Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden und Lieferanten, geringerer Platzbedarf beim Aufbewahren der Dokumente und die Einhaltung gesetzlicher Regularien.

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Wissensmanagement

Die neue Souveränität

von Jochen Robes

Lassen Sie uns über etwas nachdenken, mit dem wir uns fast schon angefreundet haben: dem „information overload“. Der amerikanische Zukunftsforscher Alvin Toffler hat den Begriff bereits 1970 ins Spiel gebracht, informiert Wikipedia. Seitdem sind uns Zahlen zur Halbwertszeit von Informationen und Wissen gut vertraut, wenn auch selten verständlich. Die Szenari-en sind durch das neue Internet, das Web 2.0, noch bedrohlicher geworden: Die Suchmaschine Technorati hält z.B. fest, dass sie derzeit über 112 Millionen Weblogs auswertet, dass jeden Tag über 175.000 Blogs hinzukommen, 1,6 Millionen Beiträge pro Tag, 18 Updates pro Sekunde.

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