2025/5 | Fachbeitrag | IT-Sicherheit

Zehn Must-dos zur Betrugsbekämpfung im Zeitalter von KI

von Laura Faßbender

Weltweit sehen sich Unternehmen mit einer Zunahme von Betrugsfällen konfrontiert, auch weil gewiefte Kriminelle zunehmend KI einsetzen. Deren Funktionalitäten nutzen etwa Deepfake-Software, automatisierte Phishing-Systeme, Chatbots und fortschrittliche Datenanalysen, die Betrugsversuche vereinfachen.

Eine Studie von Juniper Research ergab beispielsweise, dass die kumulierten Verluste von Händlern durch Online-Zahlungsbetrug zwischen 2023 und 2027 weltweit 343 Milliarden US-Dollar übersteigen werden. Betrug bedroht aber nicht nur die Geschäftsergebnisse, sondern schadet auch dem Image der Unternehmen, indem er Vertrauen untergräbt und ihre Compliance-Bemühungen torpediert.

Wie also kann Betrug im Zeitalter von KI effektiv bekämpft werden? Hier sind zehn Empfehlungen:

  1. Qualitativ hochwertige Kontaktdaten pflegen: Unternehmen sollten sicherstellen, dass die Kontaktdaten ihrer Kunden stets korrekt und aktuell sind, indem sie automatisierte Validierungstools einsetzen und regelmäßige Datenbereinigungen durchführen. Dabei werden Adressen nach Umzügen aktualisiert und die Daten verstorbener Personen bzw. veraltete Datensätze entfernt. Sind Namen, Post- und E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern korrekt, können Lösungen zur Identitätsprüfung diese zuverlässig mit offiziellen Datenbanken oder anderen vertrauenswürdigen Quellen abgleichen.

  2. Adressdaten vervollständigen: Tools zur Adressen-Autovervollständigung ergänzen alle Adressdaten bereits während der Eingabe in Echtzeit und stellen so deren Korrektheit zu diesem Zeitpunkt sicher. Sie beschleunigen ferner den Onboarding-Prozess und tragen zu einer positiven Customer Experience bei. Zusätzlich erleichtern derart erfasste Kundenadressen die Zuordnung und Überprüfung von Identitäten über mehrere Quellen hinweg.

  3. Geokodierungstechnologien nutzen: Mit Geokodierungs-Lösungen können Unternehmen die Adressdaten ihrer Kunden und Interessenten um genaue Angaben zum Standort (Geoschlüssel und -koordinaten) erweitern. Dies hilft bei der Erkennung fehlerhafter oder betrügerischer Adressen und ermöglicht genauere Risikobewertungen.

  4. Prozesse mit einer elektronischen Identitätsprüfung (eIDV) optimieren: Es empfiehlt sich der Einsatz einer Lösung, die Namen, Telefonnummern, Adressen und E-Mail-Adressen überprüft, standardisiert, bereinigt und vervollständigt sowie die Identität eines Kunden in Echtzeit authentifiziert. Unternehmen sollten dabei zusätzlich Datenbanken von Behörden, Versorgungsunternehmen und Kreditauskunfteien nutzen, um eine präzise und schnelle Betrugserkennung zu gewährleisten.

  5. Transaktionen mit fortschrittlichen Analysen überwachen: KI stellt Unternehmen zwar vor neue Herausforderungen bei der Betrugsbekämpfung, kann aber gleichzeitig auch zur Betrugsprävention beitragen. So hilft der Einsatz KI-gesteuerter Tools, Transaktionsmuster zu analysieren und Anomalien zu erkennen. Zusätzlich sollte eine Verhaltensanalyse integriert werden, um verdächtige Aktivitäten wie ungewöhnliche Anmeldevorgänge oder Transaktionen in schneller Folge zu erkennen.

  6. Know-Your-Business(KYB)-Prüfungen integrieren: B2B-Unternehmen können Finanzkriminalität, wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, sowie Wirtschaftskriminalität vorbeugen, indem sie die Integrität ihrer Geschäftspartner regelmäßig überprüfen. Wichtige Elemente dieser Prüfung sind die Handelsregisternummer, der aktuelle Unternehmensstatus sowie die Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten.

  7. Lokale Vorschriften umsetzen: Unternehmen sollten die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche, in Deutschland etwa das Geldwäschegesetz (GwG), einhalten, um sich vor Betrugsversuchen zu schützen und gleichzeitig Strafen zu vermeiden. Regelmäßige Audits helfen, mit den sich ändernden Anforderungen Schritt zu halten.

  8. Politisch exponierte Personen (PEP) identifizieren: PEP haben einen leichteren Zugang zu öffentlichen Ressourcen und mehr Einfluss als Personen ohne privilegierte Position. Sie gelten deshalb als besonders gefährdet, in Korruption, Bestechung oder Geldwäsche verwickelt zu werden. Unternehmen sollten daher laufend prüfen, ob Personen, mit denen sie Geschäftsbeziehungen unterhalten, auf einer sogenannten PEP-Liste verzeichnet sind.

  9. Adverse Media Screenings kontinuierlich durchführen: Eine regelmäßige Medienrecherche offenbart Unternehmen, ob Geschäftspartner medial negativ in Erscheinung treten. Dabei geht es insbesondere um Hinweise auf Geldwäsche, Finanzbetrug, Drogenhandel, finanzielle Bedrohungen oder Organisierte Kriminalität, Terrorismus, Cyberkriminalität, Gewalt- oder Sexualdelikte. Aufgrund der Medienvielfalt sollten Unternehmen hierfür spezielle Lösungen einsetzen, die diese Aufgabe automatisiert übernehmen.

  10. Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Technologieanbietern eingehen: Ratsam ist die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Anbietern bewährter Lösungen zur Identitätsprüfung und Steigerung der Datenqualität, die bei der Betrugsprävention unterstützen können und geltende Vorschriften umsetzen.

Mit dem Fortschritt der Künstlichen Intelligenz wird auch die Zahl der Betrüger weiter steigen, die diese Technologie für ihre Zwecke missbrauchen. Unternehmen benötigen daher qualitativ hochwertige Kontaktdaten ihrer Kunden und Interessenten sowie Technologien für eine zuverlässige Identitätsprüfung, um Betrug zu bekämpfen, Vertrauen aufzubauen, die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten und eine nahtlose, sichere Kundenerfahrung zu bieten.



Die Autorin:

Laura Faßbender ist Marketing Coordinator EU bei der Melissa Data GmbH, einem führenden Anbieter von Datenqualitäts- und Adressmanagementlösungen. Melissa unterstützt Unternehmen bei der Kundengewinnung und -bindung, bei der Validierung und Erweiterung von Daten, der Optimierung des Marketing-ROI sowie bei der Kostenersparnis im Bereich Porto und Postbearbeitung.

Web: www.melissa.com/de/

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