2014/8 | Dokumentation + Kommunikation | Idee

Wo Ideen sind, sollten Innovationen entstehen

von Markus Hollermann

Branchenübergreifend finden viele Innovationen und somit auch Veränderungen im Inneren einer Organisation statt. Dies muss nicht immer mit einem physikalischen Produkt zusammenhängen, denn Prozess- und Dienstleistungsinnovationen entstehen auch in anderen, nicht produzierenden Gewerben. Immer wenn Menschen miteinander arbeiten, können Fehler gemacht oder einfachere Wege gefunden werden, etwas umzusetzen. Egal welchen Weg man nimmt, es werden dabei neue Ideen generiert und somit mögliche Innovationen angestoßen. Wie aber sind diese Ideen zu strukturieren und systematisch zu einer Innovation zu formen?

Lösungen für Innovationen

Heutzutage gibt es diverse Angebote und natürlich auch Softwarelösungen für die Bereiche Ideen- und Innovationsmanagement. Bei Unterstützungstools für das Ideenmanagement steht die Aufnahme, Strukturierung und Verwaltung von Ideen und Vorschlägen, also das Vorschlagswesen 2.0, im Vordergrund. Während eine gut konditionierte Lösung für das Innovationsmanagement (IM) einer Organisation bereits in kurzer Zeit zu einem enormen Entwicklungssprung verhelfen kann. Gerade bei dieser Aufgabe, eine zarte Idee gemeinsam reifen zu lassen, damit sie sich zur Innovation entwickelt, wird der Markt mit zahlreichen Closed- und Open-Innovation-fähigen Angeboten überschwemmt. Deren Innovationsleitprozess sollte an die jeweiligen Charakteristika, z.?B. Mitarbeiteranzahl oder Infrastruktur, der Organisation angepasst sein bzw. werden.

Initiiert wird der Innovationsprozess zumeist mit der Aufnahme der Idee in das System. Darüber hinaus ermöglichen die meisten Innovationsmanagement-Plattformen auch eine Übersicht für Entscheider sowie eine Darstellung des Bearbeitungszustands bzw. Reifegrades einer Idee (z.?B. durch eine Portfolioanalyse). Doch reicht das?

Keine Zeit für etwas Neues

Eine solche, gut laufende Lösung bzw. Software wird in jedem Unternehmen hilfreich sein. Doch sie ist nur ein Bestandteil im gesamten Innovations-Ökosystem. Eine Plattform, die Ideen aufnimmt und organisiert, ist ein wertvolles Instrument, um den oftmals zahlreichen Vorschlägen mit entsprechender Sorgfalt begegnen zu können. Dennoch muss ein stimmiges Innovationskonzept – eine Innovationsstrategie – bereits vorab auf dem Papier entstehen. Dazu gehört auch, dass verschiedene Sichtweisen eingeholt und die besonderen Prozesse und Eigenschaften einer Organisation sowie deren Menschen aufgenommen werden.

Ein gutes Beispiel für eine solche Planung ist das von der Pumacy Technologies AG entwickelte Vorgehen für das Gesundheitswesen zum kollaborativen Arbeiten im gesamten Innovationsmanagement-Prozess. In dieser Umgebung, in der viele Menschen aufeinander treffen, die Kommunikation der wichtigste Bestandteil der Arbeit ist und der Belastungsgrad sowie Zeit und Kostendruck für Mitarbeiter und Kunden, also den Patienten, wohl von keiner anderen Branche erreicht wird, gibt es nur bedingt Ressourcen für Innovationen. In den verschiedenen Kliniken (mehr als 2.500 in Deutschland) und Klinikverbünden gibt es zahlreiche Impulse, etwas zu verbessen. Um diese Innovationsmöglichkeiten mit einem Prozess und dessen Management zu unterstützten, hat die Pumacy Technologies AG bereits einen passenden Maßnahmenkatalog. Dieser beschreibt einen systematischen Entwicklungsprozess hin zu einer neuen Innovationskultur in Kliniken und Klinik-Verbünden.

Das Modell wurde in diesem Jahr im Rahmen der Ausschreibung als Umsetzungskonzept für ein Krankenhaus-Projekt mit dem Titel „Wandel durch kontinuierliche Verbesserung und Innovation“ eingereicht und sogleich für den vom Medizin Management Verband e.V. verliehenen Medizin-Management-Preis 2014 nominiert.

Innovationen in Kliniken: Kollaborative Zusammenarbeit

Das vorgelegte Konzept der Pumacy Technologies AG basiert auf den Erfahrungen im europäischen Ausland. In Großbritannien werden Projekte nach ähnlichem Konzept (entwickelt in Zusammenarbeit mit Oxford Innovation) von der nationalen Gesundheitsbehörde (NHS) durch den Regional Innovation Funds (RIF) gefördert. Pumacy will dieses erfolgreiche Konzept auf Deutschland übertragen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird in einer Klinik oder Klinikgruppe ein robustes Innovationsmanagement etabliert. In der Belegschaft vorhandenes Innovationspotenzial soll so besser genutzt werden und Verbesserungen kontinuierlich von innen heraus wachsen. Das gelingt, indem nach einem klaren Aktionsplan die Möglichkeiten für zeit- und standortunabhängige Zusammenarbeit an Verbesserungs- und Innovationsthemen geschaffen werden. Ziel ist es, eine grundlegende Innovationsorientierung anzuschieben und zu fördern und somit langfristig eine neue, offene Innovationskultur zu entwickeln.

Die Etablierung eines nachhaltigen Innovationsmanagement-Systems (nach DIN CEN/TS 16555-1), in das alle Mitarbeiter hierarchie- und funktionsübergreifend einbezogen werden, führt in der Folge zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, wirtschaftlicher Stärke und Wettbewerbsresistenz der Klinik bzw. des Verbunds. Es wird ein gesteuertes, skalierbares und nachhaltiges System aufgesetzt, in dem mittel- bis langfristig die Durchsetzung (Adoption und Diffusion) von Innovationen gelingt und sich ein neues, auf übergreifende Zusammenarbeit gerichtetes, Innovationsbewusstsein entwickelt. Ziele sind die kontinuierliche Verbesserung von

  • Patientennutzen,
  • Qualität, Produktivität und Effektivität,
  • Kostenstrukturen durch bessere Ressourcennutzung,
  • wirtschaftlichem Wachstum.

Bestandteil ist die Identifizierung von positiven und negativen Einflussfaktoren, die Innovationen entweder ermöglichen oder blockieren, sowie deren Ausprägung und Einfluss auf den Innovationsprozess, wie z.?B. Führung, Kultur, Fähigkeiten sowie die nachhaltige Veränderung durch Training und Coaching. Es entsteht so eine individuelle Innovation Community im jeweiligen Krankenhaus. Vernetzung, Kollaboration und Wissensteilung von unterschiedlichen Communities helfen, perspektivisch das Gesundheitssystem als Ganzes positiv zu beeinflussen. Wenn positive und negative Erfahrungen organisationsintern aber auch –übergreifend ausgetauscht werden können und Mitarbeiter das Gefühl bekommen, gehört zu werden, treibt sich das Ökosystem selbst voran. Durch Training und Coaching wird dieser Veränderungsprozess systematisch begleitet und auf dem neuesten Stand gehalten.

Der Innovations-Fitness-Mix: Verständnis für Ideen schaffen

Hervorzuheben ist, dass innovativ sein zu wollen, oftmals auch bedeutet, sich sogleich mit den Themen Change-, Prozess- sowie Wissensmanagement auseinanderzusetzen. Im Grunde wurden bzw. werden durch wirkliche Innovationen, also Neuerungen, die erfolgreich einen Markt durchdringen, auch viele Prozesse und Strukturen in Unternehmen verändert. Überdies wird bestehendes Wissen und Know-How durch neue Informationen und Erfahrungen ergänzt und auch abgelöst. Der Entstehung von Innovationen bedarf ein bestimmtes Maß an Wissen und Information, um erfolgreich umgesetzt werden zu können. Somit betrachten wir beide Seiten, eine mit dem bestehenden Wissen (die Vergangenheit: was haben wir getan, was können wir etc.) sowie die andere mit den neuen Erfahrungen und der innovativen Entwicklung (die Zukunft: was müssen wir tun, was brauchen wir etc.).

Häufig wird vorrangig in das Innovationsmanagement investiert und dabei übersehen, dass das vorhandene Wissen nicht wirklich strukturiert ist. Mehrarbeit und sich wiederholende Fehler sind oftmals die Konsequenz und führen womöglich während einer anstehenden Veränderung bzw. des Innovierens zu Problemen (Verzögerungen, Kostensteigerungen, etc.).

Neben den aufgeführten strukturell-organisatorischen Merkmalen des Innovationsmanagements, sind die eigentlichen Akteure einer Unternehmensentwicklung besonders zu betrachten. Egal in welcher Branche, erfolgreiche Veränderungen bzw. Innovationen, am Endprodukt oder auch im Unternehmen, können nur durch motivierte und durch Trainings optimal ausgebildete und eingebundene Mitarbeiter gewährleistet werden. Dabei liegt der Fokus zu Beginn noch nicht auf dem Innovationsmanagement per se, sondern auf der Schaffung einer Kultur für Veränderungen, ohne Angst vor Fehlern und hin zu mehr guten Ideen. Hier greift die von der Pumacy Technologies AG entwickelte Innovationsmanagement-Mixtur, mit den richtigen Tools, einer entsprechend angepassten Struktur sowie vorbereiteten Mitarbeitern, um erfolgreich in einem Unternehmen zu innovieren und somit fit am Markt zu bleiben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Interdisziplinäre Produktentwicklung durch gezielten Erfahrungsaustausch

WISSENplus
Eine erfolgreiche Produktentwicklung ist heutzutage längst nicht nur auf die Forschungs- und Entwicklungsabteilung beschränkt. Es ist ein interdisziplinärer Prozess, in dem alle relevanten Abteilungen entlang der gesamten Produktionskette zusammenarbeiten müssen. Aus diesem Grund ist eine strukturierte Vorgehensweise, mit der das gemeinsame, bereichsübergreifende Wissen effektiv geteilt wird, unabdingb...

Weiterlesen

Angst vor Innovation?

WISSENplus
Viele Manager sind „Zahlenmenschen“ und haben als solche Angst vor Innovationen. Denn deren Erfolg lässt sich nur bedingt vorhersagen und schon gar nicht berechnen. Dieser Auffassung ist Dr. Georg Kraus, Inhaber der Changemanagement-Beratung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal. Er fordert von Managern mehr Mut, neue Wege zu beschreiten....

Weiterlesen

Innovationen für Deutschland

WISSENplus
Die Bundesregierung hat eine neue, weiterentwickelte Hightech-Strategie veröffentlicht (http://www.bmbf.de/pub/HTS_Broschure.pdf). Diese „steht für das Ziel, Deutschland auf dem Weg zum weltweiten Innovationsführer voranzubringen“. Bemerkenswert sind bei der Hightech-Strategie 2014 einige Erweiterungen: So wurde sie durch eine Entgrenzung des bisherigen Fokus Hightech zu einer ressortübergreifenden ...

Weiterlesen

Digitaler Wandel: Radikale Innovationen & neues Führungsverständnis

Wollen etablierte Unternehmen klassischer Wirtschaftszweige in Zukunft konkurrenzfähig bleiben, heißt es, den digitalen Wandel durch eigene Transformationsanstrengungen selbst zu gestalten und eine führende Rolle einzunehmen, Leader zu werden. Andernfalls entsteht die Gefahr einer übermächtigen digitalen Konkurrenz. Dann droht das etablierte Unternehmen vom Leader zum bloßen Follower zu werden – und...

Weiterlesen

Deutsche Post auf Ideensuche

Die Deutsche Post startete im vergangenen Jahr ein groß angelegtes Ideen-Projekt. Im direkten Dialog mit den deutschen Bürgern suchte das Unternehmen im Internet neue und außergewöhnliche Ideen für die Erweiterung seiner Produktpalette. In einer eigens für die Deutsche Post eingerichteten Ideen Lounge gab die Bevölkerung ihre Lösungsvorschläge ab. Dieser unmittelbare Kontakt ermöglicht es Unterneh...

Weiterlesen

Denkbares machen statt Machbares denken

WISSENplus
Erfolgreiche Wissensarbeit besteht zu einem Großteil aus kreativer Denkleistung. Zum Erreichen von Geschäftszielen müssen vorhandene Erfahrungen mit verfügbarem Wissen so verknüpft werden, dass daraus neue, realisierbare Lösungen entstehen können. Doch als Folge von logikgeprägter Ausbildung und gesammelter Berufserfahrung laufen wir Gefahr, die kindliche Fantasie, mit der zunächst alles vorstellb...

Weiterlesen

Wissensunfälle als Quelle bahnbrechender Innovationen

WISSENplus
Zahlreiche Unternehmen stecken viel Geld in systemisch orientierte Forschung und Entwicklung, wobei es passieren kann, dass selbst über Jahre bahnbrechende Fortschritte ausbleiben. Und dann passiert es: Aus einem Zufall heraus und ohne Systematik ist eine Idee entstanden, die den großen Durchbruch bringt. Ein Wissensunfall hat den Fortschritt gebracht und nicht die Reihenuntersuchung. Für Unternehmen st...

Weiterlesen

Kundenwissen mit Innovationspotenzial

WISSENplus
Für viele Kunden ist ein Produkt oder eine Dienstleistung Mittel zum Zweck – wobei sie den Zweck zuweilen nicht benennen können, weil er ihnen nicht bewusst ist. Wer dieses Wissen zu Tage fördern und zu nachprüfbarem Wissen machen kann, weiß, was Kunden wirklich wollen und warum sie eine Kaufentscheidung fällen – und warum nicht. Eine Möglichkeit, auf das Nichtwissen des Kunden zuzugreifen, liegt...

Weiterlesen