2025/1 | Fachbeitrag | Leadership

Wie Unternehmen Mitarbeitende motivieren und binden

Mitarbeiterbindung ist das Kernthema für Unternehmen, die im "War for Talents" bestehen wollen. Zusatzleistungen, die mehr bieten als die klassische Gehaltserhöhung, helfen dabei, Talente zu finden und zu binden. Mit attraktiven und zeitgemäßen Extras können Firmen wirksam ihre Anerkennung ausdrücken - bei moderaten Kosten und mit hoher Flexibilität.

Der Fachkräftemangel bringt Unternehmen in Bedrängnis. Wo Menschen fehlen, leidet die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Firmen müssen sich mehr denn je bemühen, leistungsstarke Mitarbeitende zu halten und neue Talente zu gewinnen. Um die Loyalität ihrer Teams zu stärken und fähige externe Bewerber für sich zu interessieren, müssen sie an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber arbeiten. Dafür ziehen sie immer häufiger Incentives in Betracht, die über die reine Gehaltserhöhung hinausgehen und einfach umzusetzen sind.

Umfragen von BHN bestätigen, dass es sich für Unternehmen auszahlt, auf das Thema Anerkennung zu setzen: So würden laut einer Untersuchung von BHN 73 Prozent der Befragten den Job wechseln, wenn sie dort mehr Anerkennung und Belohnung erhielten. Zusatzleistungen müssen jedoch über Obstkorb und Massage hinausgehen: Flexible und innovative Wege der Mitarbeiterbindung sind gefragt, wenn Bindung und Loyalität zum Arbeitgeber wirklich wachsen sollen. Zudem sollten die Anreize möglichst individuell auf die Empfänger zugeschnitten sein. Denn moderne Belegschaften sind individuell, vielfältig und bunt - und die Interessen und Ansprüche der einzelnen Individuen sehr verschieden.

Incentive-Programme bieten Vorteile für alle

Eine Belohnung kommt immer dann besonders positiv an, wenn sie zu den Bedürfnissen des Beschenkten passt. Ein Incentive-Programm sollte daher allen Beteiligten flexible und individuelle Auswahlmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus sollten Sachbezüge wie etwa Geschenkkarten oder Gutscheine möglichst einfach und intuitiv zu nutzen sein - und zwar sowohl für die Mitarbeitenden wie auch für die Personalabteilung.

Das Spektrum der möglichen Zuwendungen ist äußerst breit. Es reicht von Geldleistungen über flexible Arbeitsmodelle, Home Office, Sabbaticals, Gesundheitsprogramme bis hin zu Mitarbeiterbeteiligungen, Weiterbildungen und Dienstwagen. Darüber hinaus können Arbeitgeber ihrer Belegschaft besondere Sachzuwendungen als Bonus anbieten, etwa in Form von Geschenkkarten oder Coupons. Wertschätzung lässt sich aber auch in Form genereller Zuwendungen ausdrücken, beispielsweise mit dem Deutschlandticket oder weiterer Kostenzuschüsse. Für Unternehmen wie für Arbeitende bringen Sachbezüge den Vorteil mit sich, dass im Gegensatz zu Lohnerhöhungen hierbei keine Lohn-, Steuer- oder Sozialversicherungsabgaben anfallen. Zudem profitieren die Angestellten von einer hohen Flexibilität, denn Geschenkkarten und Gutscheine machen es möglich, eine individuelle Prämie als Belohnung auszuwählen oder einen Zuschuss zu den täglichen Lebenshaltungskosten zu nutzen.

Flexibel einsetzbar: Prepaid-Karte und Gutschein

Arbeitgeber versuchen heute mehr denn je, ihre Mitarbeiter an sich zu binden - und diese fordern Anerkennung durchaus ein. So vermissen 52 Prozent der Beschäftigten Belohnungen oder andere Gesten, die sie motivieren, weiterzumachen. 23 Prozent wünschen sich beispielsweise Prämien vom Arbeitgeber. Diese Prämien müssen keineswegs aufwendig und kompliziert sein. Mit verschiedenen Sachleistungen, etwa Gutscheinen oder Geldkarten, lässt sich dem Wunsch nach Anerkennung gut nachkommen.

Beiden Leistungen liegt ein ähnliches Prinzip zugrunde, in ihrer Funktionsweise unterscheiden sie sich jedoch. So können Mitarbeitende mit Gutscheinen bei ausgewählten Händlern und online einkaufen. Sie haben zusätzlich die Option, verschiedene Gutscheine in Apps (beispielsweise in Apple Wallet) zusammenzufassen. Unternehmen kaufen diese Gutscheine per Code auf dem Portal eines Dienstleisters ein. Hier stehen ihnen verschiedenste Anbieter zur Auswahl, die sie nach den jeweiligen Mitarbeiterbedürfnissen und dem gewünschten Volumen gruppieren können. Für die Bereitstellung dieser Auswahl wird meist eine Provision an den Dienstleister fällig.

Etwas flexibler einsetzbar sind Prepaid-Karten, die sich ähnlich einer Kreditkarte zur Zahlung an der Kasse verwenden lassen. Als Reise-, Geschenk- oder Belohnungskarte eignen sie sich für die verschiedensten Anlässe. Für das Aufladen einer Prepaidkarte fallen in der Regel monatliche Gebühren bei den Dienstleistern an.

Geschenkkarten liegen im Trend

Mit einem durchdachten und flexiblen Bonusprogramm zeigen Unternehmen ihren Mitarbeitenden Wertschätzung. Sie stärken die Bindung an das eigene Unternehmen und erhöhen die Loyalität und Motivation ihrer Teams. Der Markt für Sachleistungen bleibt für sie daher auch in Zukunft interessant - und er entwickelt sich weiter. Experten erwarten, dass vor allem die Vergabe von Geschenkkarten in Zukunft zunehmen wird - ob in digitaler oder physischer Form. Eine Studie von BHN bekräftigt dies: Sie prognostiziert einen Anstieg der Nachfrage nach Geschenkkarten von 67 Prozent (2023) auf 74 Prozent in 2024.

Übrigens: Auch wenn die physische Geschenkkarte wertiger und einfach zu handhaben ist, steht sie aus Fragen der Nachhaltigkeit in der Kritik. Vor allem für jüngere Fachkräfte ist die elektronische Variante attraktiv. Schließlich nutzen diese auch privat für den Einkauf Webportale oder Apps. Doch auch für ältere Mitarbeitende bietet sich das Online-Format an. Mit digitalen Gutscheinen und personalisierten Mailings können Unternehmen auch Angestellten, die Home Office oder im Außendienst tätig sind, eine Freude machen.

Berater finden die passende Benefit-Lösung

Unternehmen, die ein Benefit-Programm einführen wollen, sollten sorgfältig planen. Denn bei der Einführung von Geschenkkarten und anderen Zuwendungen müssen auch rechtliche Aspekte beachtet werden. Spezialisierte Beratungsunternehmen unterstützen bei der Auswahl einer auf die Belegschaft zugeschnittenen Lösung und empfehlen seriöse Anbieter. Zudem halten externe Incentive-Partner nützliche One-Stop-Lösungen bereit, so dass sich Produkte wie etwa Prepaid-Karten einfach einkaufen und verwalten lassen. Über diese Webseiten können die bestellten Gutscheinkarten mit einer persönlichen Botschaft versehen an die Mitarbeiter versendet werden. Aber nicht nur das: Incentive-Dienstleister prüfen ihr Partnerportfolio regelmäßig. Sie achten darauf, ob die Vorgaben eingehalten werden und schützen so vor unseriösen Angeboten. Sie entlasten die Personalabteilung und können benutzerfreundliche Lösungen anbieten, um das Portfolio zu verwalten. Zudem können sie von Anfang an dabei helfen, das Mitarbeiter-Incentive-Programm individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zuzuschneiden. So entsteht ein wirklich flexibles und attraktives Portfolio, das bestehende Mitarbeiter bindet und neue Fachkräfte anzieht.



Der Autor:

Patrick Schlieper ist Director Business Development DACH (B2B/Incentives) bei BHN.

Bildquelle: (C) BHN

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