2010/7 | Fachbeitrag | Weiterbildung

Weiterbildungen & Co. - Jetzt Entwicklungspotenziale aktivieren

von Sinisa Trisic

Inhaltsübersicht:

 

Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Arbeitszufriedenheit der Menschen ansteigt, wenn sie sinnvoll weitergebildet werden. Und das ist nur ein Grund, warum Unternehmen gerade jetzt entscheiden sollten, für welchen Mitarbeiter der Besuch welcher Schulung sinnvoll ist. Hierbei kann unter anderem ein Weiterbildungs-Check helfen: Wann war welcher Mitarbeiter zum letzten Mal auf einer Schulung? Und wo bestehen Kompetenzlücken, die geschlossen werden müssen, um die Unternehmensziele zu erreichen?

 

Nicht kündigen, sondern qualifizieren

Das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE), Frankfurt, hat in der Studie „Personalpolitik in Krisenzeiten“ festgestellt, dass die Unternehmen vor allem in den Bereichen „Kommunikation und Verhalten“, „Qualifizierung der Mitarbeiter“ und „Führung“ gehandelt haben. Das mag angesichts der schwierigen Zeiten zunächst überraschen, belegt jedoch letztendlich die strategische Weitsicht der Unternehmen. Sie wollen ihren Mitarbeitern bessere Arbeitsinstrumente an die Hand geben und deren Kompetenzprofil schärfen statt ihnen zu kündigen. Aber natürlich muss dies auch finanzierbar sein. Gerade zukunftsorientierte Firmen sollten sich nicht scheuen, die im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket II aufgelegten Förderprogramme in Anspruch zu nehmen, mit denen der Staat bis Ende 2010 Fortbildungen unter bestimmten Umständen finanziell unterstützt. Denn diese Programme sind gedacht für Unternehmen, die aktiv auf Expansion und Weiterbildung setze.

 

Vorausschauendes Talentmanagement betreiben

Strategisch operierende Unternehmen begeben sich auf die Suche nach finanzierbaren Optionen, sich jetzt für die Zukunft zu rüsten. Sie vermeiden unnötigen Personalabbau und prüfen, ob und welche brach liegenden Potenziale es im Unternehmen gibt – konkret: Sie beantworten die Frage, welche Mitarbeiterkompetenzen jetzt ausgebaut werden sollen und müssen, damit das Unternehmen so richtig durchstarten kann, wenn sich die Zeiten noch mehr aufhellen. Wobei es ja viele Firmen gibt, für die diese Zukunft bereits begonnen hat.

 

Klar ist: Der Kompetenzaufbau muss mit Augenmaß erfolgen, denn die Qualifizierungsmaßnahmen dürfen das Unternehmen ökonomisch nicht überstrapazieren. Ein kluges Talentmanagement, das auf die Aktivierung und Nutzung brach liegender Potenziale setzt, stellt einen intelligenten Weg dar, um sich für die Aufgaben der Zukunft zu wappnen. Entwicklungsprogramme für Führungskräfte und Mitarbeiter zahlen sich dabei für Unternehmen doppelt aus: Neben dem Kompetenzgewinn tragen sie auch zur Mitarbeiterbindung bei.

 

Kompetenzvielfalt im Unternehmen erhöhen

Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass die Firmen, die jetzt einen überharten Sparkurs fahren und Menschen nach Hause schicken, demnächst mit hausgemachten Problemen zu tun haben werden. Dann fehlen die Fachkräfte, aber auch das Betriebsklima befindet sich im dunklen Kellerverlies. Besser ist es, ein Betriebsklimaentwicklungsprogramm aufzulegen. Dazu gehören unter anderem Qualifizierungsmöglichkeiten für Führungskräfte und Mitarbeiter– und damit geförderte Weiterbildung.

 

Operatives Handeln mit strategischem Denken verbinden

Beide Fähigkeiten sind gefragt: Zufriedene Kunden hier und heute begeistern – und langfristig-strategisches Richtungsdenken, das das Überleben des Unternehmens über den Tag hinaus gewährleistet. Wer dabei geldwerte Vorteile nutzt, die ihm auch Vater Staat und die Bundesagentur für Arbeit anbieten, handelt um- und weitsichtig.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Mitarbeiterorientierung ist die neue Kundenorientierung

WISSENplus
Die Veränderungen am Arbeitsmarkt sind offensichtlich und erfordern unternehmerisches Handeln. Nur diejenigen, die sich auf die Veränderungen einstellen, werden erfolgreich sein. In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen sich zwar weiterhin am Kunden orientieren sollten, gleichzeitig aber auch intensiv auf die Mitarbeiterbedürfnisse fokussieren müssen. Denn im Zuge des demografischen Wandels wird der...

Weiterlesen

Viktoriaschule Aachen setzt auf Cloud-managed WLAN

WISSENplus
In einer Gruppenarbeitsphase recherchieren Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu einer aktuellen Frage im Geschichtsunterricht mit schuleigenen Tablets. Währenddessen stellt ein Physik-Lehrer im Fachraum seiner Klasse online Materialien zur Verfügung und streamt im Anschluss daran über WLAN die Aufzeichnung eines aufwändigen Experiments mit dem Beamer. Nach dem Unterricht sichten Lehrkräfte Arb...

Weiterlesen

Ich lerne, du lernst, wir lernen, es lernt ...

Bei einem der Wissensmanagement-Masterstudiengänge, bei denen ich unterrichte, werden die Teilnehmer zu Beginn des ersten Lerntaktes gebeten, ihre Motivation hinsichtlich des Themas Wissensmanagement vor dem Hintergrund ihres konkreten beruflichen Kontextes darzustellen. Vor kurzem war es mit einem neuen Jahrgang mal wieder soweit. Bei Durchsicht der Einreichungen fiel mir auf, dass in diesem Jahr so etwas...

Weiterlesen

Wissensmanagement als Qualitätsfaktor im Call Center

Die Komplexität des benötigten Wissens ist in Call Centern im Vergleich zu anderen Unternehmen ungleich höher. Wechselnde Auftraggeber und Projekte sowie zum Teil rasantes Mitarbeiterwachstum machen ein effizientes Wissensmanagement unumgänglich. Die Agents müssen sich häufig neuen Herausforderungen stellen, neue Produkte und Dienstleistungen kennen und beherrschen, um den Kunden ihrer Auftraggeber sc...

Weiterlesen

Change-Projekte „verkaufen" – Mitarbeiter für Veränderungen begeistern

WISSENplus
Ohne Veränderungsprojekte geht in unserer arbeitsteiligen Unternehmenswelt nichts mehr. Darum sollte gewährleistet sein, dass Change-Projekte nicht scheitern – das könnte im schlimmsten Fall die Existenz der Gesamtunternehmung gefährden. Der wichtigste Punkt: Die Entscheider müssen ihre Führungskräfte und Mitarbeiter ins emotionale Boot holen, sie vorbereiten, informieren, begeistern....

Weiterlesen

Die Generation Y gibt es nicht!

WISSENplus
Nicht schon wieder. Dieses Gefühl überkommt einen zuweilen, wenn mal wieder eine neue Generation durch den Medienwald getrieben wird. So viele „neue Generationen" wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten er- bzw. gefunden, dass es einem zuweilen schwer fällt zu sagen, welche Generation gerade en vogue ist und Personalverantwortlichen angeblich graue Haare wachsen lässt: die Null-Bock- oder die ...

Weiterlesen

Jung und Alt gehören zusammen

Obwohl der „Generationenvertrag“ in aller Munde ist, meint man damit in der Regel die sozialpolitische Ausführung. Nicht so Eberhard Röhrer. Der ehemalige Manager und heutige Unternehmensberater hat die betriebswirtschaftliche Relevanz erkannt. Im folgenden Artikel erläutert er, wie und warum Unternehmen profitieren, denen es gelingt Berufsanfänger und ältere Mitarbeiter zu solidarisieren....

Weiterlesen