2022/3 | Fachbeitrag | Digitalisierung

Smartphone statt Geldbörse: In der Schweiz zahlt jeder Zweite online per Mobilgerät

Die gute alte Geldbörse rückt mit der voranschreitenden Digitalisierung immer mehr in den Hintergrund, während das Smartphone auf die Überholspur wechselt: Wie der Swiss Payment Monitor der ZHAW und der Universität St. Gallen kürzlich herausfand, zahlt in der Schweiz bereits jeder Zweite beim Online-Kauf per Mobilgerät. Unternehmen aus sämtlichen Branchen haben den Trend erkannt und optimieren mit digitalen Zahlungsmöglichkeiten das Kundenerlebnis am Smartphone.


Bildquelle: (C) Gerd Altmann / Pixabay

Die Schweiz zahlt mobil

Mit dem Swiss Payment Monitor untersuchen die ZHAW School of Management and Law und die Universität St. Gallen bereits seit 2018 in einer andauernden Studie das Zahlungsverhalten der Schweizer Verbraucher. Ende 2021 wurden dazu 1460 Personen repräsentativ für die Schweiz befragt. Wie sich herausstellte, werden insgesamt 49 Prozent aller Transaktionen im sogenannten Distanzgeschäft online über ein Mobilgerät abgewickelt. Diese werden zum einen direkt über das Bankkonto mithilfe von Apps wie TWINT getätigt. Zum anderen kommen auch weitere mobile Bezahl-Apps zum Einsatz, bei denen Kredit- und Debitkarte hinterlegt werden, wie etwa SBB Mobile, Google Pay oder Apple Pay. Vor einem Jahr bezahlte nur fast jeder Dritte in der Schweiz online per Mobilgerät (29 Prozent), was das enorme Wachstum der mobilen Bezahlmethoden eindeutig zur Schau stellt.

Unternehmen zahlreicher Branchen setzen verstärkt auf mobile Zahlungsmethoden

Der Trend hin zum mobilen Bezahlen zeichnet sich unterdessen nicht nur bei den Verbrauchern ab, sondern spiegelt sich auch im Angebot zahlreicher Unternehmen wider. Diese haben die Bedeutung der digitalen Bezahllösungen erkannt und bieten mobile Zahlungsmittel wie TWINT und Apple Pay zum Kaufabschluss an. Das zeigt sich in etlichen Branchen.

Der E-Commerce war eine der ersten Branchen, die auf den Zug aufgesprungen ist und mobile Zahlungsmethoden in ihr Programm aufgenommen hat. Mobile Commerce, eine Weiterentwicklung des E-Commerce, befindet sich in der Schweiz und weltweit auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen shoppen online über das Mobilgerät, in der Schweiz sind es bereits 62 Prozent der Online-Käufer, die über das Smartphone bezahlen. Der Schritt, mobile Bezahlmethoden für Online-Shops einzuführen, lag damit nahe, um dem Mobile-Commerce-Trend gerecht zu werden. Käufer finden von daher nun bei einer Vielzahl der Online-Shops mobile Zahlungsoptionen wie TWINT und PayPal vor, die das Einkaufen am Smartphone effizienter und komfortabler machen.

Neben dem Handel zeichnet sich der mobile Trend auch im Unterhaltungsbereich ab. In der Schweiz besitzt mit über 97 Prozent der Bevölkerung fast jeder ein Smartphone. Dieses ist als alltäglicher Begleiter bei den meisten Menschen immer in der Tasche dabei und wird gern zum Zeitvertreib zwischendurch hervorgeholt. So macht es der Computer im Handformat besonders einfach, etwa beim Warten auf den Bus oder in der Mittagspause zu spielen. In der Schweiz nutzt bereits jeder Zweite (51 Prozent) das Smartphone zum Spielen. Um den Kauf von Spielen, das Bezahlen von In-App-Käufen und weiteren Spieltransaktionen zu erleichtern, waren im Zuge dessen bald auch in der Gaming-Branche digitale Zahlungsoptionen gefragt. Das erkennt man zum Beispiel im Bereich iGaming, wo Spieler Casinospiele wie Roulette, Blackjack und Slots um Echtgeld spielen können und dabei auf effiziente Ein- und Auszahlungen angewiesen sind. Um im Online Casino Echtgeld setzen zu können, bieten die Spielplattformen für Schweizer Kunden eine Reihe an Zahlungsoptionen an. Bei einigen der besten Anbieter, die von Experten untersucht und bewertet wurden, können die Zahlungen mittels Apple Pay oder TWINT mobil erfolgen. Durch derartige Angebote gestalten Unternehmen das Spielen von unterwegs besonders effizient, um den Ansprüchen der mobilen Nutzer bestmöglich gerecht zu werden.

Busticket per Mobile Payment ziehen

Der wachsende mobile Trend zeichnet sich mit der voranschreitenden Digitalisierung in immer mehr Lebensbereichen der Verbraucher ab. Während mit dem technologischen Fortschritt die kleinen Geräte stetig besser und leistungsstärker werden, entwickelt sich das Smartphone damit zusehend zur Steuerzentrale des Alltags. Auch im öffentlichen Leben hinterlässt dies seine Spuren. So können digitale Bezahllösungen helfen, Städte und Regionen smarter zu machen, indem digitale Optionen an verschiedenen Verkaufspunkten eingeführt werden. Dies zeigt sich in der Schweiz zum Beispiel bereits mit der international prämierten App FAIRTIQ. Sie ermöglicht es Nutzern, Fahrtickets im öffentlichen Personennahverkehr direkt am Handy zu kaufen, ohne vorher am Fahrautomaten ein Ticket ziehen zu müssen. Auch hier ist TWINT unter den Zahlungsmethoden dabei, um direkt mobil zu bezahlen und einfach einzusteigen.

Mobile Zahlungsmethoden gewinnen in der Schweiz massiv an Bedeutung. Dies ergab der neuste Swiss Payment Monitor, der das enorme Wachstum des Mobile Payments zur Schau stellt. Ob die Menschen wohl bald nur noch per Smartphone bezahlen und die Geldbörse zu Hause lassen?

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