2022/5 | Fachbeitrag | Digitalisierung

Roadmap: Mit diesen 5 Schritten gelingt Ihnen die digitale Transformation

Die digitale Transformation ist ein fortlaufender Prozess mit vielen möglichen Wegen zum Erfolg. Unternehmen, die es richtig anpacken, können laut IBM ihre Betriebskosten um bis zu 70 Prozent senken, die Lagerkosten halbieren und den Umsatz um 20 Prozent steigern. Damit der Digitalisierungsprozess in Ihrem Unternehmen gelingt, sollten Sie jeodch erst einige grundlegende Fragen klären: Welche Ressourcen benötigen wir? Welche Inhalte und Ergebnisse brauchen wir? Welche Teams können diese liefern? Wie sieht der Zeitplan aus? Legen Sie anschließend in einer Roadmap eine Reihe von Schritten fest, mit denen Unternehmen kurz- und langfristige Geschäftsziele mithilfe digitaler Technologie erreichen können. Die Verantwortlichen müssen zunächst die eigenen Geschäftsanforderungen verstehen, Lücken im bestehenden System finden und eine Strategie entwickeln, um diese zu schließen.

Bildquelle: (C) Gerd Altmann / Pixabay

Darum ist eine Roadmap für Ihre Firma wichtig

Ohne einen handfesten Plan lassen sich neue Investitionen nur schwer an die Geschäftsleitung verkaufen - und das aus gutem Grund. Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass 70 Prozent der groß angelegten Initiativen zur digitalen Transformation scheitern. Die menschliche Dimension (Organisation, Betriebsmodell, Prozesse und Kultur) ist in der Regel der entscheidende Faktor.

Ein sinnvoller organisatorischer Wandel erfordert nicht nur Planung, sondern auch eine Änderung der Denkweise. Eine erfolgreiche Roadmap erklärt einerseits, was getan werden muss und wie man es tut. Andererseits veranschaulicht sie, warum der Wandel notwendig ist und warum sich die Investition lohnt. So wird die Innovation für alle Beteiligten - von den Entscheidungsträgern bis zu den Endbenutzern im gesamten Unternehmen - zu einem Selbstläufer.

So sieht ein Plan für die digitale Transformation aus

Keine Firma ist wie die andere, auch die Wege der digitalen Transformation gleichen sich nicht. Erfolgreiche Roadmaps enthalten jedoch in der Regel bestimmte Schritte zur Bewältigung ähnlicher Herausforderungen und Chancen:

  1. Ein Ziel bestimmen: Eine durchdachte Roadmap zeigt nicht nur auf, wie ein Unternehmen die digitale Transformation in Angriff nimmt, sondern auch warum. Welche weitverbreiteten Probleme löst sie im Unternehmen? Und: Wird dies einen Wettbewerbsvorteil bringen? Angesichts des beispiellosen Fachkräftemangels und der sich ständig ändernden Vorschriften für Gesundheitsdienstleister könnte die "Steigerung der Personaleffizienz" oder die "Verbesserung der Compliance" ganz oben auf der Liste stehen, während für Hersteller eher optimierte Prozesse und eine transparentere Lieferkette mögliche Ansatzpunkte wären. Einzelhändler hingegen könnten sich auf die Optimierung des Kundenservice und die Personalisierung der Kommunikation konzentrieren.

  2. Die Geschäftsleitung an Bord holen: Der Wandel erfordert Zeit, Talent, Geld und die Unterstützung der Unternehmensleitung. Die Roadmap sollte auch die Ziele und Visionen der einzelnen Führungskräfte für ihre eigenen Abteilungen oder Geschäftsbereiche berücksichtigen und vermitteln, wie das gelingen kann.Der Chief Financial Officer möchte zum Beispiel wissen, wie sich durch die digitale Transformation Kosten senken oder neue Einnahmequellen schaffen lassen. Der Chief Customer Experience Officer interessiert sich hingegen eher dafür, neue Kunden zu gewinnen oder bestehende mit einem besseren Service oder neuen Kommunikationskanälen zu begeistern.

  3. Das richtige Team zusammenstellen: Die Erstellung einer erfolgreichen Roadmap kann der IT-Verantwortliche in Ihrem Unternehmen nicht allein bewältigen. Es erfordert ein tiefes Verständnis dafür, wie jedes Team arbeitet und was es besser machen könnte. Außerdem müssen Sie wissen, wie die Kunden mit Ihrer Firma in Kontakt treten wollen und wie ihre Erfahrungen verbessert werden können. Das erfordert ein Team aus multidisziplinären Führungskräften aus dem gesamten Unternehmen - darunter digitale Strategen, Vertriebs- und Marketingdirektoren und weitere Leiter von Geschäftsbereichen. Diese Personen können dabei helfen, Probleme zu identifizieren, Lösungen zu finden und alle auf dieselbe digitale Seite zu bringen. Auf diese Weise verschwinden wichtige Daten nicht länger in Silos und redundante Technologien werden vermieden.

  4. Die Mitarbeiter einbeziehen: Selbst die besten Pläne für die digitale Transformation scheitern, wenn die Mitarbeiter nicht einbezogen werden. Während einige Abteilungen wahrscheinlich für die neue Technologie brennen, könnten andere sie als lästig empfinden, wenn sie nicht auf die Veränderungen vorbereitet sind. Der Plan muss die Beschäftigten im Vorfeld einbinden, ihr Feedback einholen und sicherstellen, dass sie verstehen, wie die digitale Transformation ihr Arbeitsleben erleichtert. Sie können das perfekte CRM-Verfahren (Customer Relationship Management) wählen, um Kundendaten zu synchronisieren und den Vertrieb zu optimieren, aber es wird die Kundenbindung nicht verbessern, wenn die Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter es nie aktualisieren. Wenn die Angestellten nicht davon überzeugt sind, dass es sich lohnt, die Anwendung zu erlernen, bringt die beste Lösung nichts.

  5. Flexible Entwicklung: Die digitale Transformation lässt sich in der Regel nicht auf einen Schlag umsetzen. Konzentrieren Sie sich darauf, die Umstellung in Phasen auszuführen und das Vorhaben in einer Fokusgruppe zu testen, bevor Sie es ausweiten. Beginnen Sie mit Projekten, die weniger komplex, einfach zu implementieren, wertvoll und finanziell tragfähig sind. Die Investitionen sollen sich frühzeitig auszahlen. Seien Sie flexibel, wenn es darum geht, welche Aspekte Ihres Plans tatsächlich umgesetzt werden.

Die digitale Transformation besteht aus einer Reihe von Miniprojekten mit neuen Implementierungen und Integrationen sowie laufenden Anpassungen und Wiederholungen. Manchmal ändert sich die Technologie, manchmal ändern sich die Prioritäten. Führende Anbieter von Cloud-Software beispielsweise aktualisieren ihre Lösungen ständig und bringen neue Funktionen auf den Markt - von künstlicher Intelligenz (KI) und Internet-of-Things-Funktionen (IoT) bis hin zu neuen Integrationsmöglichkeiten. Eine flexible Roadmap hat also eine größere Erfolgschance.

Bei jeder neuen Implementierung ist es außerdem wichtig, wichtige Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, KPIs) festzulegen, zu verfolgen und das Feedback der Beteiligten einzuholen. Das zeigt, was funktioniert und was nicht, und wann die Roadmap überarbeitet werden muss. Es bietet auch die Möglichkeit, Erfolge zu feiern und zu bestätigen, dass sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet.



Der Autor:

David Evans ist Head of Product Management bei Vonage. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Innovative Software und über 12 Jahre Erfahrung im Produktmanagement. Zuvor war er als Global Product Management Lead bei Symantec tätig. Evans verantwortete zudem Cloud-E-Mail- und Messaging-Sicherheitsprodukte und arbeitete in verschiedenen Branchen wie der Pharmaindustrie und dem öffentlichen Sektor. Er hat sowohl viele neue Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht, als auch etablierten Lösungen zu exponentiellem Wachstum verholfen. Seinen Bachelor schloss er in Informatik ab. Mit seinem Team bei Vonage verfolgt Evans bei der Entwicklung von Produkten einen kundenzentrierten Ansatz und sucht immer nach neuen Möglichkeiten, wie Marken mit ihren Kunden in Kontakt treten können, um deren Loyalität und Wachstum zu fördern. | Bildquelle: (C) Vonage

Web: www.vonagebusiness.de

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Technischer Support: Den richtigen Keilriemen findet die KI

Egal, ob Kunden beim technischen Support anrufen oder einen Service-Techniker vor Ort benötigen: Sie erwarten heute eine schnelle Lösung ihres Problems. Lange Wartezeiten am Telefon oder mehrfache Nachfrage-Anrufe frustrieren sie und sorgen für Unzufriedenheit. Kommt ein Service-Techniker zur Reparatur einer Maschine vorbei, sollte sie bei seiner Abfahrt wieder einsetzbar sein. Weitere Verzögerungen od...

Weiterlesen

Blended Learning beim Pharma-Zulieferer Sartorius

WISSENplus
Der Sartorius-Konzern hat für die Vertriebsmitarbeiter seiner Sparte Bioprocess Solutions ein Blended-Learning-Programm entwickelt und weltweit realisiert. Mit ihm wurde auch das Fundament für eine neue Lernkultur im Vertrieb gelegt. Deshalb wurde das Projekt mit dem BDVT-Trainingspreis ausgezeichnet....

Weiterlesen

Smarte Behörde: Geodatenverknüpfung vereinfacht Informationszuordnung und -suche im Tiefbauamt Zug

Geodaten sind für viele Branchen und Abteilungen ein wichtiger Aspekt bei der Informationszuordnung und -suche. Bisher gibt es aber meist einen Bruch zwischen DMS- und GIS-Anwendungen. Mit der Entwicklung und Einführung eines georeferenzierten Dokumentenmanagementsystems hat das Tiefbauamt Zug gemeinsam eine offene Lösung geschaffen, die auch großes Potenzial für die Nutzung durch andere Branchen biet...

Weiterlesen

Wissensmanagement: Darauf sollten Coworker achten

Vielen Büroarbeitern reicht es: Sie haben das Homeoffice satt. Zuhause am Schreibtisch im Schlafzimmer kauern und die Kinder ermahnen, still zu sein, damit Mama in Ruhe telefonieren oder Papa konzentriert ein Protokoll lesen kann, zermürbt. Doch was ist die Alternative? Zurück ins Büro pendeln und seien es auch nur drei Tage in der Woche, überzeugt auf Dauer nicht. Schließlich schont jeder nicht gefa...

Weiterlesen

E-Government: Der holprige Weg zur Verwaltung 4.0

WISSENplus
"If you digitize a crap process, you have a crap digital process." Harte Worte, die Thorsten Dirks, ehemaliger CEO der Telefónica, vor einigen Jahren formulierte. Dabei beschreibt das Zitat nur das damals wie heute gültige Resultat, wenn ein per se schlechter Prozess digitalisiert wird. Im Umkehrschluss heißt das: Ohne Vorüberlegungen zum großen Ganzen im Prozessdenken und dem Wissenstr...

Weiterlesen

Gestatten, Chief Digital Officer – die neue Rolle im Top-Management

Welche Rolle nimmt der Chief Information Officer (CIO) in Zukunft ein? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel mit dem Chief Digital Officer (CDO)? Im Top-Management ist gerade Bewegung. Neue Rollen und Verantwortlichkeiten rund um die IT kämpfen um ihren Platz in der Führungsriege. Diese Vielfalt hat durchaus ihre Berechtigung. Denn den Druck der Digitalen Transformation spüren viele Verantwortliche....

Weiterlesen

Digitales Lernen in der Werkshalle

WISSENplus
Über drei Kontinente verteilte Produktionsstandorte, unterschiedliche Zeitzonen und Schichtsysteme machten es den Personalverantwortlichen der Ronal Group - führend in der Herstellung von Leichtmetallrädern - immer schwieriger, Schulungen für weltweit 7.500 Mitarbeitende zu organisieren. Dazu kam die Komplexität, durchgeführte Trainings nachzuweisen, wie es in der Automobilbranche geltende Norme...

Weiterlesen

Serious Games: Kann Lernen Spaß machen?

WISSENplus
Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger: Die Zeiten, in denen mehr oder weniger strikt getrennt wurde zwischen Lebensphasen des primären Lernens mit Schule und Ausbildung und Lebensphasen der beruflichen Tätigkeit - ergänzt um punktuelle Weiterbildung -, scheinen hinter uns zu liegen. Die gegenwärtige technische und wirtschaftliche Dynamik erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der pers...

Weiterlesen