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2023/3 | Editorial | Künstliche Intelligenz / Robotic

Nein, KI generiert keine neuen Fachkräfte!

von Oliver Lehnert

Die Zahl der potenziell erwerbsfähigen Menschen geht hierzulande kontinuierlich zurück. Während sich die Generation der Babyboomer sukzessive in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, müssen die verbleibenden Mitarbeiter die Arbeit der ausscheidenden Kollegen vielerorts "on top" mit übernehmen. Denn auch wenn händeringend nach neuen Talenten gesucht wird, ist der Arbeitsmarkt vielerorts leer gefegt. Doch das ist noch nicht alles! Nehmen die Ver­treter der Generation 60plus ihr oft jahrzehntelanges Erfahrungswissen mit in Rente, ist gu­ter Rat teuer - und meistens nicht verfügbar. Gerade Erfahrungs­wissen baut sich nämlich nur langsam auf. Man kann es weder in einer neuen Fortbildung adhoc einkaufen noch über - in der Regel ohnehin nicht verfügbare - neue Beschäftigte wieder ins Unter­nehmen (zurück-)holen. Organisationen müssen folglich an zwei Stellen gleichzeitig aktiv werden.

Bildquelle: (C) Gerd Altmann / Pixabay

Es gilt, das wertvolle - weil einzigartige - Erfahrungs­wissen langjähriger Mitarbeiter zu sichern, bevor die Wissensträger die Organisation verlassen. Professionelle Wissenssicherungen setzen genau hier an. Sie konservieren das Know-how interner Experten und bereiten es so auf, dass nachfolgende Mitarbeitergenerationen auch wei­terhin auf diesen Erfahrungsschatz zugreifen können. Mehr dazu lesen Sie in unseren Online-Special unter:

>> www.wissensmanagement.net/wissenssicherung

Außerdem müssen Unternehmen angesichts des an­haltenden Fachkräftemangels die wenigen verfüg­ba­ren Ressourcen so effizient wie möglich einsetzen. Denn KI kann zwar viel, aber neue Fachkräfte gene­riert sie nicht. Vielmehr gilt es, Routineaufgaben, Standardprozesse und wiederkehrende Abläufe weitgehend zu automati­sie­ren. Und genau dabei kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Wo KI heute schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, welche Mehr­werte Sie bei Ihnen generieren kann, welche Voraussetzungen Sie dafür schaffen müssen und worauf bei der Tool-Auswahl zu achten ist, lesen Sie in unserem Titelthema ab Seite 18.

Unter dem Motto "Metaverse, KI & Co.: Die Zu­kunft der (Wissens-)Arbeit" kommt dabei aber noch ein weiterer Aspekt des Arbeitens 4.0 zur Sprache: das Metaverse! Vielerorts noch in den Startlöchern, verspricht es schon heute enorme Potenziale. Die Brauerei Heineken macht es vor. Was es mit virtuellem Bier auf sich hat und wie Sie den Schritt ins Metaversum schaffen, ist ebenfalls Thema des aktuellen Titelschwerpunkts.

Ihr Oliver Lehnert

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