2007/5 | Fachbeitrag | internationales Wissensmanagement

Mit erfolgreichen Markenstrategien weltweit die richtige Botschaft vermitteln

von Christie Fidura

Von Christie Fidura

Inhaltsübersicht:

 

 

 

Schon der Begriff „Weltmarkt“ ist irreführend, denn er suggeriert die Existenz eines einzelnen, weltweiten Marktes. Doch das trifft nicht zu. Der Weltmarkt gliedert sich in tausende Arten von Kunden, die in unterschiedlichen Ländern und Regionen leben, unterschiedliche Sprachen und Dialekte sprechen sowie Waren und Dienstleistungen verlangen, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Wie kann ein Unternehmen effektiv mit so unterschiedlichen Gruppen kommunizieren?

 

 

 

 

Zielgerichtete Botschaften formulieren

 

 

 

Früher konzentrierten sich Unternehmen bei der Einführung ihrer Produkte am Weltmarkt auf zwei Dinge: das zu verkaufende Produkt und den dafür genutzten Vertriebskanal. Mussten dafür auch Informationen an eine fremdsprachige Zielgruppe vermittelt werden, gaben die Firmen die Übersetzung meistens bei einem Sprachdienstleister in Auftrag und brachten sie anschließend auf den Markt. Es fällt nicht schwer, sich die Vielzahl der dabei produzierten Fehlübersetzungen vorzustellen – sei es im Bereich der Produktliteratur oder bei Werbematerialien. Nach und nach haben die internationalen Unternehmen jedoch die Auswirkungen schlechter Übersetzungen oder fehlender Botschaften erkannt.

 

 

 

 

Bei der Beseitigung dieser Unzulänglichkeiten haben sie reflexartig reagiert und für die einzelnen Kundensegmente individuelle Botschaften entwickelt. Das ist keine schlechte Idee, doch mit Sicherheit auch nicht die Lösung des eigentlichen Problems. Denn diese Vorgehensweise führte zu einer größeren Komplexität der Lokalisierungsprojekte, sodass noch größere Volumina zu bearbeiten waren. Eine Vielzahl unterschiedlicher Informationseinheiten, verfasst von unterschiedlichen Autoren im Unternehmen (oder von externen Dienstleistern) mussten verwaltet, lokalisiert und ausgeliefert werden.

 

 

 

Globale Inhalte verwalten

 

 

 

Glücklicherweise boten technische Lösungen einen Ausweg. Inhaltsmanagementsysteme wurden in den vergangenen fünf Jahren immer populärer. Das versetzte die Unternehmen in die Lage, bei der Vermittlung ihrer Inhalte flexibel und wettbewerbsfähig auf die Dynamik der lokalen Märkte zu reagieren.

 

 

 

 

 

Dieser Weiterentwicklung lag eine hervorragende Idee zugrunde, doch auch sie vermochte nicht alle Probleme zu lösen. Zwar konnten die Unternehmen nun ihre globalen Inhalte verwalten – aber zu welchem Zweck? Die eigentliche Herausforderung besteht darin, den Kunden mit einer überzeugenden Botschaft in seiner Muttersprache zu erreichen, um die gewünschte Reaktion zu veranlassen – und das bei gleichzeitiger Einhaltung der eigenen Marken- und Stilvorgaben.

 

 

 

Globale Marken schaffen

 

 

Erfolgreiche internationale Unternehmen konzentrieren sich nicht nur auf die Botschaft an ihre Kunden, sondern auch auf die Art und Weise ihrer Vermittlung – anders ausgedrückt also um die dabei verwendete Terminologie. Der Begriff Unternehmensterminologie umfasst dabei spezielle Wörter und Wortverbindungen, welche die Ideale des Unternehmens sowie die Produkt- und Markeninformationen beinhalten. Damit verfolgen die Firmen einen recht einfachen Zweck: Sie möchten sich von den Wettbewerbern abgrenzen, die Einzigartigkeit des eigenen Angebots unterstreichen und eine globale Marke schaffen.

 

 

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Online-Videos - der neue Weg der Wissensvermittlung?

Das Internetzeitalter hat neben unseren Kommunikationswegen auch unsere Strategien zur Erlangung und Vermittlung von Wissen grundlegend verändert. Durch die im Netz verfügbare Flut von Wissen und Informationen fällt es vielen Usern schwer, sich zu orientieren. Deshalb müssen nicht allein die Medien, sondern auch Unternehmen und die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit Mittel und Wege finden, um die Aufmerksam...

Weiterlesen

Technische Dokumentation in der globalisierten Wissensgesellschaft

WISSENplus
Wirtschaftlich hochentwickelte Nationen wie die Hochlohnländer des Westens befinden sich in einem Wandlungsprozess: Sie stehen an der Schwelle des Übertritts von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Bildung und Informationen spielen eine wachsende Rolle beim wirtschaftlichen Fortschritt, da gesellschaftliche, wirtschaftliche und technische Zusammenhänge immer komplexer werden. Neben der steigenden Kom...

Weiterlesen

Kulturverträgliches Management – dem Wissen eine Richtung geben

WISSENplus
Kulturverträgliches Management richtet Unternehmen auf die wesentlichen globalen Marktbedingungen der Zukunft aus. Es verbindet die Unternehmenskultur mit den Nationalkulturen seines Umfelds und der Entwicklung einer globalen Kultur der Nachhaltigkeit. Alle Disziplinen der Unternehmensführung, wie das strategische Management, Marketing, die Produktentwicklung und das Personalmanagement, richten sich an di...

Weiterlesen

Technische Dokumentation: Augmented Reality – die Welt erklärt sich selbst

WISSENplus
Augmented-Reality- (AR) Anwendungen begeistern. Lego und Ikea haben es gezeigt. Es macht einfach Spaß, auf dem Deckel einer Schachtel ein virtue lles und nett animiertes 3-D-Modell des zusammengebauten Schachtelinhalts zu sehen oder virtuelle Möbel in seiner Wohnung hin- und herzurücken. Augmented-Reality-Szenarien bieten aber längst mehr als nette „Experiences“. Sie eignen sich hervorragend zur Ver...

Weiterlesen

iWM

WISSENplus
OK, zugegeben, ich erliege seit Jahren schon der iPhonitis. Nun kann man über die iPhonisierung des Lebens sicherlich geteilter Meinung sein, unbestreitbar ist aber, dass das iPhone eine Erfolgsgeschichte ist. Und da man nicht nur aus Fehlern, sondern durchaus auch aus Erfolgen (anderer) lernen sollte, lassen Sie uns doch einmal überlegen, warum die i-Familie ein solcher Erfolg ist!...

Weiterlesen

Fuji Xerox & NTT Data – Wissensgenerierung in japanischen Unternehmen

WISSENplus
Wer in diesen Monaten, vor dem Hintergrund der Werkstattrückrufe beim Automobilhersteller Toyota und insbesondere dem Reaktorunglück von Fukushima, Japan als eine Quelle von Anregungen zur Verbesserung der Nutzung von Wissen darstellen möchte, mag es schwer haben, Gehör zu finden. Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass die japanische Industrie zahlreiche Management-Techniken und Produktionsme...

Weiterlesen

Weltweit mitreden können – dank automatisierter Übersetzungsprozesse

WISSENplus
Im Jahr 2012 hat Deutschland laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro ins Ausland transportiert. Damit gehört Deutschland zu den größten Exportnationen der Welt, wovon auch die Übersetzungsbranche profitiert. Bei einer Anfang 2013 durchgeführten Befragung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) gaben 45 Prozent der Mitglieder an, dass ihr Auftrags...

Weiterlesen

Mit interkultureller Kompetenz internationale Teams führen

WISSENplus
Schnell zur Sache kommen, Small-Talk-Phasen klein halten, klar und zielorientiert sprechen: So holt der Teamleiter skandinavische und US-amerikanische Teammitglieder ins Boot. Geduld aufbringen, Beziehungspflege durch „ausufernde" Gespräche, auch zwischen den Zeilen des Gesagten lesen – das sind die richtigen kommunikativen Strategien etwa bei japanischen und chinesischen Mitarbeitern. Internation...

Weiterlesen