2025/2 | Fachbeitrag | Künstliche Intelligenz / Robotic

KI im Projektmanagement: Missverständnisse versus Vorteile

Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Projektmanagement, wie wir es heute kennen und täglich anwenden, zu revolutionieren. Unternehmen, die KI als Chance zur Automatisierung und Verbesserung sowie wertvolle Ergänzung erkennen, können von vielfältigen Anwendungen profitieren. Voraussetzung ist eine intensive und gezielte Vorbereitung. Führungskräfte und Mitarbeitende müssen zunächst das Wissen haben, um baldmöglichst eigene Erfahrungen zu sammeln. Indem sie ihre Teams entsprechend schulen und eine Kultur der Innovation fördern, können Unternehmen die Vorteile von KI voll ausschöpfen und eine erfolgreiche Zukunft gestalten. KI ist keine Bedrohung, sondern eine Möglichkeit, die es zu nutzen gilt, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Herausforderungen der modernen Geschäftswelt zu meistern.

Bildquelle: (C) freepik

Befragung zeigt: Bedarf an Wissen groß

KI wird zunehmend präsenter, löst jedoch nach wie vor oft Unsicherheit aus. Insbesondere im Bereich Projektmanagement besteht ein großer Bedarf an Wissen zu diesem Thema, wie eine Live-Befragung unter 300 internationalen Teilnehmenden anlässlich eines Webinars mit dem Titel "Introduction to AI in Project Management" gezeigt hat: 143 Teilnehmende haben ihre aktuellen Kenntnisse über KI-Anwendungen im Projektmanagement auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. 51,75 Prozent der Befragten fühlen sich unsicher, 40,56 Prozent mäßig sicher, 6,29 Prozent fühlen sich sicher und 1,4 Prozent sogar sehr sicher.

In einer Welt, die sich ständig weiterentwickelt und zunehmend komplexer wird, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Effizienz und Agilität zu steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hierbei wird Künstliche Intelligenz (KI) im Projektmanagement zu einem unverzichtbaren Werkzeug, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Ziele zu erreichen und ihre Prozesse zu optimieren. Von der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben bis hin zur Verbesserung der Entscheidungsfindung bietet KI zahlreiche Vorteile, die Unternehmen nicht ignorieren sollten.

Missverständnisse lösen Angst aus - dabei überwiegen ganz klar die Vorteile

Ein häufiges Missverständnis über KI im Projektmanagement ist die Angst vor Arbeitsplatzverlust. Tatsächlich nutzen Unternehmen, die frühzeitig in KI investieren und ihre Mitarbeitenden entsprechend schulen, die Chancen, die KI bietet, anstatt von ihr bedroht zu werden. Indem sie ihre Teams auf den Einsatz von KI-Technologien vorbereiten, können Unternehmen ihren Mitarbeitenden neue Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung bieten.

Es ist wichtig zu betonen, dass KI nicht dazu gedacht ist, menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen. Während KI repetitive Aufgaben übernehmen kann, bleiben Menschen unverzichtbar, wenn es darum geht, komplexe Probleme zu lösen und zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.

Ein Hauptvorteil von KI im Projektmanagement ist beispielsweise die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben und Prozesse. Routinemäßige Tätigkeiten wie Datenanalyse, Berichterstellung und Terminplanung können mithilfe von KI-Algorithmen effizienter gestaltet werden, wodurch Zeit und Ressourcen eingespart werden. Dies ermöglicht es Teams, sich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren und die Produktivität zu steigern.

Ein weiterer Vorteil von KI liegt in der Verbesserung der Entscheidungsfindung. KI-Algorithmen sind in der Lage, große Datenmengen zu analysieren, Muster zu erkennen und präzise Vorhersagen zu treffen. Indem sie fundierte Einblicke und Empfehlungen liefern, können KI-Systeme Führungskräfte dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren.

Die Integration von KI in das Projektmanagement ermöglicht es Teams, ihre Effektivität zu steigern, indem sie die Stärken sowohl der menschlichen als auch der künstlichen Intelligenz nutzen.



Die Autorin:

Sidra Sammi ist seit 2022 bei der ILX Group für die Geschäftsentwicklung DACH verantwortlich. Ihre Stärke liegt im Identifizieren spezifischer Herausforderungen in Organisationen und der Präsentation maßgeschneiderter Lösungen für Unternehmen, die Best-Practice-Methoden wie PRINCE2, ITIL und PRINCE2 Agile nutzen.

Web: www.ilxgroup.com/eur

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kollege KI in der Praxis: 4 Beispiele, wie digitale Agenten den Alltag erleichtern

In vielen Industrieunternehmen verzögern sich Abläufe immer noch durch manuelle Routinetätigkeiten. Das Prüfen von Kundenaufträgen, das Überwachen von Lagerbeständen oder die Materialbeschaffung binden Mitarbeitende und ziehen Prozesse in die Länge. Dabei könnten all diese Aufgaben längst sicher und zuverlässig automatisiert erledigt werden. Doch wie kann der "Kollege KI" den Allta...

Weiterlesen

KI-Chatbots: Was über ihre Akzeptanz entscheidet

WISSENplus
Der Einsatz KI-gestützter Chatbots nimmt in Organisationen kontinuierlich zu. Trotz technologischer Fortschritte bleibt die tatsächliche Nutzung jedoch häufig hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in fehlendem Vertrauen in die Verlässlichkeit der Systeme und enttäuschten Nutzungserwartungen. Entscheidend für ihre Akzeptanz sind daher neben wahrgenommener Nützlichke...

Weiterlesen

Was können Communities of Practice leisten?

WISSENplus
Wissensmanagement ist ein strategisches Thema in Organisationen. Und eines, das in der Praxis oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Wikis werden angelegt und nicht gepflegt. Schulungen vermitteln Wissen, das im Arbeitsalltag nicht umgesetzt wird. Wertvolles Erfahrungswissen bleibt in Abteilungen oder bei einzelnen Personen. Unsichtbar für den Rest der Organisation. Interne Communities of Practice ...

Weiterlesen

Lernkultur: Geschichten über Fehler bringen uns weiter

WISSENplus
Explizites Wissen darüber, weshalb Fehler passieren, wie man sie gut aus der Welt schafft und was man fundiert daraus lernt, ist fundamental. Denn wenn das Umfeld komplex und die Zukunft unvorhersehbar ist, werden Fehlversuche zur Normalität. Um sich eine fehlertolerante Lernkultur zu erschließen, sind Storylistening, Storytelling und eine Erzählwerkstatt erste Wahl...

Weiterlesen

Produktiver - aber dümmer? Wie generative KI die Lernfähigkeit von Menschen und Organisationen gefährdet

WISSENplus
Generative KI verspricht erhebliche Produktivitätsgewinne in der Wissensarbeit: Texte, Analysen, Konzepte oder Codes können in kürzester Zeit erstellt werden. In vielen Organisationen wird KI daher primär als Effizienzwerkzeug eingeführt - mit messbaren kurzfristigen Erfolgen. Eine aktuelle PwC-Studie beziffert das Produktivitätswachstum im Zeitraum 2018 - 2024 in den Branchen, die am stärksten ...

Weiterlesen

Wissen in Zeiten von KI-Agenten: Warum Wissensmanagement zur strategischen Infrastruktur wird

Generative KI verändert, wie Unternehmen arbeiten - und sie schafft eine neue Anforderung: Wissen muss nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Assistenten und KI-Agenten zuverlässig nutzbar sein. Denn Agenten erledigen Aufgaben nicht „im Chat“, sondern greifen auf Informationen zu, folgen Regeln und Prozessen und liefern Ergebnisse - idealerweise mit Quellen und Nachvollziehbarkeit. Der Alltag z...

Weiterlesen

Digitale Souveränität ist keine Standortfrage!

WISSENplus
Digitale Souveränität ist zu einem zentralen Schlagwort der Verwaltungsmodernisierung geworden. Doch was bedeutet sie konkret - und wie lässt sie sich praktisch umsetzen? Johanna Wende, Leiterin des Geschäftsbereichs Government bei IBM Deutschland, erklärt im Interview, warum digitale Souveränität vor allem Wahlfreiheit bei Technologien bedeutet, welche Rolle eine übergreifende Datenstrategie s...

Weiterlesen