2002/9 | Fachbeitrag | Ideenmanagement

Eine gute Idee ist Gold wert

von Thorsten Heid

Von Thorsten Heid

 

Inhaltsübersicht:

 

 

 

Personalprofis und Ideenmanager in den

 

Unternehmen wissen: Betriebliches Vorschlagswesen ist ein probates

 

Mittel zur Kostenersparnis sowie zur Mitarbeitermotivation und Innovationsförderung.

 

Um aus Einfällen praktikable Vorschläge zu entwickeln,

 

bedarf es eines durchdachten Bewertungsworkflows. Das schnellste

 

und effizienteste Ideenmanagement wird heutzutage mit Hilfe intranetbasierter

 

Softwarelösungen erzielt.

 

 


Beachtliche Einsparpotenziale durch Ideenmanagement

 

 

Gute Mitarbeiterideen sind Gold wert – kein Wunder, dass die

 

meisten Personalabteilungen seit geraumer Zeit mit dem Thema Betriebliches

 

Vorschlagswesen bzw. Ideenmanagement betraut sind. Das Betriebliche

 

Vorschlagswesen selbst existiert bereits seit über 120 Jahren.

 

Was damals als reines Rationalisierungsinstrument gestartet wurde,

 

hat sich bis heute unter dem neuen Begriff Ideenmanagement zu einem

 

komplexen Mittel moderner Personalführung entwickelt.

 

 

 

Die Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft

 

(dib e.V.) unterstreichen die Bedeutung des Ideenmanagements zur

 

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.

 

Die 425 teilnehmenden Betriebe aus 17 Branchen gaben für das

 

Jahr 2001 Einsparungen in Höhe von 1,25 Mrd. Euro an. Auch

 

kleine und mittlere Unternehmen nutzen das Ideenmanagement, um Leistungsreserven

 

zu mobilisieren und ein kreatives Arbeitsklima zu fördern;

 

immerhin ein Drittel der an der Umfrage beteiligten Betriebe sind

 

Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter.

 

 

 

Ob in mittelständischen Unternehmen oder Großkonzernen

 

– als Vorschlagswesen wird eine dauerhafte Einrichtung zur

 

Förderung, Begutachtung, Anerkennung und Verwirklichung von

 

Verbesserungsvorschlägen im Unternehmen verstanden. Die Ideenmanager

 

stellen dabei sicher, dass die möglichst präzise beschriebenen

 

Vorschläge in überschaubarer Zeit durch die vorgegebenen

 

Instanzen laufen, bewertet werden und im Erfolgsfall eine nachvollziehbare

 

Prämierung des Ideengebers erfolgt.

 

 

beispiel picture
Einfaches Beispiel eines möglichen Bewertungsverfahrens

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Von der Zettelbox zur Intranet-Anwendung

 

 

Während die Mitarbeitervorschläge früher auf Papier

 

geschrieben und per Eingabe ins System weiterbearbeitet wurden,

 

setzen fortschrittliche Organisationen auf die Online-Abwicklung

 

im Rahmen eines intranetbasierten Ideenmanagements. Die Vorteile

 

sind vielfältig:

 

 

  • Aufgrund dezentraler Eingabe und Bearbeitung der Ideen via Intranet ergeben sich unmittelbar Material-, Zeit- und Personaleinsparungen.
  • Die Bearbeitung und Bewertung der eigenen Verbesserungsvorschläge kann für den/die Ideeneinreicher zu jedem Zeitpunkt transparent nachvollzogen werden.
  • Ideen können nicht verloren gehen, da die Eingabe und Weiterleitung jederzeit überprüfbar ist.
  • Mehrere Personen bzw. Organisationseinheiten können rollenbezogen parallel Einblick in die Ideen nehmen.
  • Es können schnell und unkompliziert Reports in frei definierbaren Berichtszeiträumen abgefragt werden (monatlich, quartalsweise etc.).

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Professionelles Ideenmanagement via Intranet

 

 

Die neu entwickelte Software HLP Ideenmanagement des Eschborner

 

IT-Dienstleisters HLP Informationsmanagement GmbH verfügt über

 

alle Voraussetzungen, um professionelles Ideenmanagement durchzuführen.

 

Dabei passt sich das System flexibel an die Bedürfnisse jeder

 

Unternehmensgröße an. Die Bewertung kann von der Kleinstidee

 

(Ministep) bis zur bahnbrechenden Innovation durchgeführt werden.

 

Der Mitarbeiter geht dabei via Intranet in die Anwendung und wird

 

dort mit leicht verständlicher Bedienung (für internationale

 

Unternehmen in beliebig vielen Landessprachen und -währungen)

 

durch die Funktionalität geführt. Ob Einzelidee oder Teaminnovation

 

– die Anwendung lässt einen oder mehrere Mitarbeiter an

 

der Idee partizipieren. Auch über Art und Umfang des Prüfungs-Workflows

 

und der Prämienbewertung hat man sich Gedanken gemacht. Je

 

nach Größe des Unternehmens können beliebig viele

 

Personen bzw. Abteilungen in das Bewertungsverfahren integriert

 

werden: vom einzelnen Juroren bis hin zu Vorgesetzten, Fachbeauftragten,

 

Controllingspezialisten und in ihrer Befugnis unterschiedlichen

 

Prämienkommissionen. Unabhängig, wie umfangreich ein Unternehmen

 

den Bewertungsprozess gestaltet – der Mitarbeiter behält

 

zu jedem Zeitpunkt den Überblick darüber, in welchem Stadium

 

sich seine Idee gerade befindet. Am Ende sieht er transparent, mit

 

welcher Einsparhöhe sein Vorschlag taxiert wird und welche

 

Prämie er dafür erhält.

 

 

Seitenanfang

Ein Beispiel aus der Praxis

 

 

Das Unternehmen mit dem laut dib e.V. besten Ideenmanagement-Verfahren

 

2001 in Deutschland ist die FAG Kugelfischer Georg Schäfer

 

AG. Der Schweinfurter Wälzlagerhersteller arbeitet seit 1998

 

mit den intranetbasierten Softwarelösungen von HLP. Seit diesem

 

Zeitpunkt stellen alle Mitarbeiter ihre Ideen in die Intranet-Lösung

 

ein. Die Ideeneinreicher aus der Produktion haben zu diesem Zweck

 

zentrale PCs in die Pausenräume gestellt bekommen. Aus der

 

jahrelangen Erfahrung heraus ergaben sich im vergangenen Jahr neue

 

Anforderungen an das intranetbasierte Ideenmanagement. Neben dem

 

Einsatz einer neuen plattformunabhängigen Technologie (JAVA)

 

wurde Wert auf die Transparenz des Prüfungsworkflows für

 

die Ideeneinreicher gelegt. Darüber hinaus kann das System

 

in beliebig vielen Landessprachen und -währungen aufgesetzt

 

werden und ist so international verwendbar. Wichtig für den

 

Personalbereich der FAG Kugelfischer war auch, das Ideenmanagement

 

reibungslos in die Personal-Backendsysteme (z.B. SAP R/3 HR) zu

 

integrieren.

 

 

 

Das Einsparpotenzial des Schweinfurter Wälzlagerherstellers

 

spricht für sich: In 2001 realisierte die FAG Kugelfischer

 

durch das intranetbasierte Ideenmanagement Einsparungen in Höhe

 

von rund 34 Millionen Euro weltweit und 17 Millionen Euro in Deutschland.

 

Auch die Bearbeitungsquote der Ideenmanager kann sich sehen lassen:

 

Aufgrund der Software konnten die Ideenbearbeiter in Schweinfurt

 

140.000 eingereichte Verbesserungsvorschläge zeitnah bewerten

 

und im Erfolgsfall auch prämieren.

 

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Handling in mittelständischen Unternehmen

 

 

In der Anschaffung erweist sich das Ideenmanagement-System nicht

 

nur für Großkonzerne, sondern auch für kleine und

 

mittelständische Unternehmen als wirtschaftlich. Aufgrund der

 

eingesetzten auf JAVA basierenden Standardtechnologie kann die Software

 

in jedem Unternehmen problemlos und schnell installiert und der

 

Workflow frei konfiguriert werden. Auch die Preisgestaltung ist

 

für jede Unternehmensgröße interessant: Der Gesamtpreis

 

errechnet sich aus der Anzahl der am Ideenmanagement beteiligten

 

Mitarbeiter – so bleibt die Verhältnismäßigkeit

 

zwischen kleinen und großen Unternehmen erhalten.

 

 


Professionelles Ideenmanagement einführen

 

 

Wer jetzt auf ein intranetbasiertes Ideenmanagement umrüsten

 

will, sollte sich bei den relevanten Anbietern über Preis,

 

Funktionalität und Flexibilität der Software informieren

 

und die Leistungen gründlich vergleichen. Hilfreich ist, vorab

 

im Detail festzulegen, welche Faktoren für das eigene Unternehmen

 

relevant sind und durch die Anwendung abgebildet werden sollen.

 

Unternehmen, die gerade mit dem Thema Ideenmanagement beginnen,

 

können sich wichtige Informationen und Erkenntnisse bei bereits

 

erfahrenen Organisationen einholen.

 

 

 

Die HLP Informationsmanagement GmbH bietet an, gemeinsam mit der

 

FAG Kugelfischer im Rahmen von individuellen Informationsveranstaltungen

 

über Einsatz und Verfahrensweise des intranetbasierten Ideenmanagements

 

zu informieren.

 

Seitenanfang

Checkliste für Unternehmen

Die folgende Checkliste kann die Basis für die Bestandsaufnahme sein, wie Ihr Unternehmen und die Unternehmensleitung mit der Thematik Ideenmanagement umgeht:

  1. Welche Unternehmensziele werden mit dem Ideenmanagement verfolgt?
  2. Können sich alle Mitarbeiter im Unternehmen am Ideenmanagement beteiligen?
  3. Wie viele Verbesserungsvorschläge wurden im letzten Monat/Jahr von Mitarbeitern gemacht?
  4. Wie geht unser Unternehmen mit den Ideen der Mitarbeiter um?
    Wer ist Ansprechpartner für die Mitarbeiter?
    Wer entscheidet, ob Ideen umgesetzt oder abgelehnt werden?
    Werden gute Ideen gewürdigt oder prämiert – und wenn ja, wie?
  5. Sind die Mitarbeiter bereit, Ideen einzubringen?
    Sind alle Mitarbeiter oder nur einige daran interessiert, Vorschläge zu unterbreiten?
    Sind sie zufrieden mit der Anerkennung ihrer Vorschläge?
    Zeigen die Mitarbeiter Interesse an den Zielen des Unternehmens?
  6. Wie gehen die Führungskräfte mit den Vorschlägen der Mitarbeiter um?
    Fördern die Vorgesetzten kreative Mitarbeiterideen?
    Informieren die Führungskräfte die Mitarbeiter über aktuelle und langfristige Unternehmensziele?

Quelle: Wuppertaler Kreis e.V.

 


Links zum Weiterlesen:

 

 

www.dib.de (Deutsches

 

Institut für Betriebswirtschaft)

 

 

 

www.wkr-ev.de

 

(Wuppertaler Kreis e.V.)

 

 

 

www.our-ideas.de

 

(Portal zum Thema Ideenmanagement)

 

 

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