2024/1 | Fachbeitrag | Künstliche Intelligenz / Robotic

Diese fünf Trends werden das KI-Jahr 2024 prägen

2023 war das Jahr der generativen KI. Die großen Sprachmodelle, die hinter populären Anwendungen wie ChatGPT stehen, haben die Leistungsfähigkeit von Künstlicher Intelligenz bei Textverständnis und Texterstellung auf ein ganz neues Niveau gehoben. Nachdem Unternehmen sich intensiv informiert und teilweise bereits experimentiert haben, werden sie 2024 verstärkt daran gehen, konkrete Lösungen zu implementieren. Fünf Trends zeichnen sich dabei bereits jetzt ab.

Bildquelle: (C) Gerd Altmann / Pixabay

1. Unternehmen werden einen sicheren Nutzungsrahmen schaffen.

Neben den Vorteilen von generativer KI rücken die Risiken dieser Technologie vermehrt in den Fokus. Unternehmen werden im Jahr 2024 generativer KI einen sicheren Rahmen geben, der ihre internen Zugriffsrechte berücksichtigt, die Gefahr von Halluzinationen minimiert und unautorisierte Datenabflüsse verhindert. Dementsprechend wird auch bei der Auswahl von KI-Lösungen und -Dienstleistern die Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen.

2. Open-Source-Modelle kommen verstärkt zum Einsatz.

KI ist nicht gleich KI. Neben proprietären Sprachmodellen wie GPT von Open AI oder Luminous von Aleph Alpha existieren inzwischen auch leistungsfähige quelloffene Modelle aus der Open-Source-Community. Sie stellen für viele Anwendungen die bessere Wahl dar und werden deshalb vermehrt zum Einsatz kommen. Das gilt insbesondere für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an Datenhoheit und Transparenz.

3. Retrieval Augmented Generation (RAG) optimiert generative KI.

Große Sprachmodelle unterliegen Limitierungen hinsichtlich Aktualität und fachspezifischem Domänenwissen. Deshalb werden Unternehmen verstärkt Retrieval-Systeme in die Modelle integrieren. Bei dieser Kombination werden zusätzlich zum vorhandenen Wissen der Sprachmodelle weitere Quellen wie organisationseigene Dokumente oder Wissensdatenbanken abgefragt, wodurch die Antworten aktueller und genauer sind. Auch Nutzerberechtigungen werden beim Retrieval berücksichtigt.

4. Vektordatenbanken werden für generative KI immer wichtiger.

Spezielle Sprachmodelle, so genannte Representation-Learning-Modelle, sind in der Lage, beim Indizieren von Dokumenten Ähnlichkeiten von Begriffen zu ermitteln und diese Beziehungen in Form von Wortvektoren abzuspeichern. Diese Technologie wird zunehmend bei Enterprise Search zum Einsatz kommen, da sie optimal eine semantische Suche unterstützt. Das System kann das finden, was der Nutzer meint, und nicht nur das, was er wörtlich in das Suchfeld eintippt. Auf dieser Basis verbessert sich auch der Output der generativen KI.

5. Unternehmen verbessern ihre Datenqualität.

Damit generative KI optimale Ergebnisse liefern kann, werden Unternehmen an der Optimierung ihrer Datenqualität arbeiten, zumal sie es mit immer mehr unstrukturierten Daten zu tun haben. Auch hier unterstützt KI. Mit Hilfe intelligenter Lösungen lassen sich die Daten automatisiert mit Metadaten anreichern und so nach Themen klassifizieren. Multimodale Sprachmodelle, die neben Text unter anderem auch Layout-Informationen verarbeiten, bieten eine optimale Möglichkeit, aus nicht-linearen Dokumenten wie Lieferscheinen, Rechnungen oder Formularen alle relevanten Informationen zu extrahieren.

"Mit generativer KI und den Large-Language-Modellen können Unternehmen ihre Produktivität definitiv steigern. Es gilt nun, aus der KI-Euphorie echten Nutzen zu generieren. Dafür benötigen Organisationen aber einen Plan und Beratung von Experten, um für sich sinnvolle Use Cases zu finden und zu definieren", erklärt IntraFind-Vorstand Franz Kögl. "Sie müssen sich fragen, was ihr Ziel ist, welche Prozesse sie beschleunigen möchten und welche Rahmenbedingungen für einen sicheren Einsatz erforderlich sind."

Mehr Infos: www.intrafind.com

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Die Cloud – das (fast) perfekte KI-Paradies

WISSENplus
Künstliche Intelligenz findet vor allem in der Cloud statt. Die Sprachmodelle generativer KI werden dort gehostet, der Zugang erfolgt in der Regel über Cloud-Services. Dieses Konzept stößt allerdings da an seine Grenzen, wo strenge Governance- und Compliance-Richtlinien ins Spiel kommen. Die professionelle Nutzung von KI muss daher eingebettet sein in ein Gesamtkonzept, das Sicherheit und Rechtskon...

Weiterlesen

Wenn Maschinen Wissen verstehen und Menschen umdenken müssen

WISSENplus
Künstliche Intelligenz verändert den Umgang mit Wissen radikaler als jede Technologie zuvor. Nicht, weil sie nur schneller sucht, sondern weil sie Wissen dialogfähig macht: Wir "befragen" unser kollektives Gedächtnis, und anstatt bloße Treffer zu erhalten, bekommen wir Kontexte. Aus Archiv wird Gespräch, aus Ablage wird Aktivierung. Das ist die technische Revolution, die die aktuelle KI...

Weiterlesen

Von Wissen zu Intelligenz: Ontologien als Treiber smarter Produktentwicklung

WISSENplus
In der industriellen Produktentwicklung entsteht und zirkuliert ein enormes Maß an Wissen - über Materialien, Baugruppen, Berechnungsverfahren und funktionale Abhängigkeiten zwischen Komponenten. Dieses Wissen bildet den eigentlichen Wertschöpfungskern technischer Entwicklung, bleibt jedoch häufig in fragmentierter Form erhalten: In individuellen Erfahrungsbeständen, in Tabellen, in unstrukturie...

Weiterlesen

Vom digitalen Zwilling zum kollaborativen Zwilling

WISSENplus
Digitale Zwillinge gelten inzwischen als eines der zentralen Konzepte der industriellen Digitalisierung und eröffnen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Diese Möglichkeiten ergeben sich aus der Verbindung physischer und digitaler Komponenten, aus denen der digitale Zwilling entsteht. Zudem können sie Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. So werden etwa Fehler frühzeitig er...

Weiterlesen

Von Pilotprojekten zur Strategie: In vier Stufen zur erfolgreichen KI-Transformation

Auch wenn Künstliche Intelligenz auf jeder Agenda steht, bleiben viele der angestoßenen Initiativen hinter ihren Erwartungen zurück. Der Grund ist selten technischer Natur, die Probleme liegen vielmehr in einem Vorgehen, das KI als isolierte Projekte und Einzelmaßnahmen versteht. Ein vierstufiges Framework zeigt, wie sich mit einem AI-First-Ansatz erste Experimente zu einem tragenden Element der Infrast...

Weiterlesen

Wie Unternehmen ihre Daten für generative KI optimieren

Die Markteinführung von OpenAI ChatGPT hat eine wahre Welle der Begeisterung für generative künstliche Intelligenz (KI), insbesondere für Large Language Models (LLMs) ausgelöst - und ein Ende ist nicht abzusehen. Fast täglich entstehen neue Produkte, Unternehmen und Angebote im Bereich der generativen KI. Auch Unternehmen setzen zunehmend auf LLMs, um sich wettbewerbs- und zukunftsfähig aufzust...

Weiterlesen

KI macht aus Enterprise-Search-Lösungen Plattformen für das Wissensmanagement

WISSENplus
Enterprise-Search-Lösungen erleichtern die Informationsbeschaffung in Unternehmen und Behörden immens. Large Language Models (LLMs) und Generative KI heben neuerdings die Arbeitseffizienz und die Qualität der Suchergebnisse noch einmal auf ein neues Level. So werden aus traditionellen Unternehmenssuchen echte Plattformen für das Wissensmanagement....

Weiterlesen

2026 wird das Jahr der Vereinfachung, Standardisierung und Automatisierung

Die disruptive Einführung generativer Künstlicher Intelligenz - allen voran durch Dienste wie ChatGPT - hat die IT- und Cybersicherheitslandschaft in den vergangenen zwei Jahren grundlegend verändert. Was zunächst als experimentelles Tool begann, ist heute ein strategischer Bestandteil moderner Sicherheitsarchitekturen. Gleichzeitig hat die stetig wachsende digitale Komplexität in Unternehmen ein...

Weiterlesen