2020/10 | Fachbeitrag | Leadership

Darauf kommt es bei der privaten Krankenversicherung an

Ganz gleich, ob Sie Beamtenstatus haben, gutverdienender Angestellter oder selbstständig sind - Sie haben die Wahl zwischen der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Was die Vor- und Nachteile der Letzteren sind, und worauf Sie achten sollten, wird in diesem Artikel genauer dargestellt.

Vor- und Nachteile der PKV

Die Zeit der Digitalisierung gibt heutzutage nicht nur die Geschwindigkeit vor, sondern bietet auch einen Überblick über eine Vielzahl an Recherchemöglichkeiten und Angeboten in den unterschiedlichsten Bereichen. Private Krankenkassen glänzen vor allem durch ein breiteres Leistungsspektrum als die gesetzlichen Kassen. Beim Abschluss eines PKV-Vertrags haben Kunden oft die Wahl zwischen mehreren Versicherungspaketen, die sich in Preis und Versorgungsumfang unterscheiden. Während bei der GKV die Leistungen aus Kostengründen dem Rotstift zum Opfer fallen können, ist das bei der PKV ausgeschlossen. Die vereinbarten Leistungen bei Vertragsabschluss werden immer bezahlt und können im Nachhinein nicht mehr geändert werden. Das gilt allerdings auch für ausgeschlossene Leistungen. Was nicht in Ihrem Tarif abgedeckt ist, wird die PKV auch nicht bezahlen. Achten Sie daher darauf, dass Sie bei Abschluss des Vertrags alle Leistungen in Ihrem Paket haben, die Sie benötigen. Außerdem sollten Sie sich den Hilfsmittelkatalog der in Frage kommenden PKVs genau ansehen. Manche Versicherer bieten ihren Kunden einen offenen Katalog, das heißt, dass im Lauf der Zeit andere oder modernere Behandlungsmethoden darin aufgenommen werden können. Bei einem geschlossenen Hilfsmittelkatalog werden die gesamte Vertragslaufzeit über nur jene Leistungen übernommen, die in diesem Katalog aufgelistet sind. Das hat den Nachteil, dass Sie in diesem Fall in einigen Jahren nur die Kosten auf veraltete Behandlungsmethoden erstattet bekommen.

Bei der PKV profitieren Sie außerdem von Leistungen, die in der GKV nicht abgedeckt sind und Sie sich durch zusätzliche Privatversicherungen erkaufen müssten, zum Beispiel: Chefarztbehandlungen und Kostenübernahme für Sehhilfen und Zahnersatz.

PKV für Beamte erste Wahl

Beamte erhalten durch ihren Dienstherrn die sogenannte Beihilfe. Hierbei werden 50 Prozent der Behandlungskosten quasi vom Staat oder Land übernommen. Haben Sie zwei oder mehr Kinder, die nicht selbst versichert sind, kann die Unterstützung durch Beihilfe sogar bis zu 70% betragen.

Sind Sie auf Lebenszeit verbeamtet, müssen Sie sich auch keine Sorgen über Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit machen, was ein niedrigeres Gehalt zur Folge hätte und so unter Umständen den PKV-Tarif zu einem hohen Kostenfaktor machen könnte.

In den PKV-Tarifen gibt es meist auch den Baustein "Krankentagegeld". Diesen können sich Beamte zusätzlich sparen, da Sie bei Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit von ihrem Dienstherrn weiterbezahlt werden.

Durch diese drei gewichtigen Vorteile spricht nichts dagegen als Beamter die PKV anstatt der GKV zu wählen.

PKV für Angestellte

Die erste Hürde für einen Angestellten in die PKV aufgenommen zu werden, ist das Mindesteinkommen, das derzeit bei 55.000 Euro Bruttojahresgehalt liegt. Unterhalb dieser Schwelle können Angestellte nur in die GKV.

Ob sich der Wechsel von der GKV in die PKV für Sie lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Kinder: Wenn Sie Kinder haben, sind diese bis zum 25. Lebensjahr bei Ihnen in der GKV kostenlos mitversichert - sofern sich die Kinder nicht selbst versichern müssen. Das stellt einen großen Kostenvorteil dar. In der PKV müssten die Kinder extra versichert werden. Viele PKVs bieten Familientarife an. Lesen Sie sich einen detaillierten PKV Test durch und holen Sie verschiedene Angebote ein, um das Passende für Sie und Ihre Familie zu finden.

  2. Vorerkrankungen und Alter:Während junge und gesunde Menschen in der PKV häufig von sehr günstigen Tarifen profitieren, kehrt sich das ins Gegenteil um, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder wenn man schon älter ist. Auch in diesem Fall sollten Sie Angebote miteinander vergleichen oder sich beraten lassen, ob es sich für Sie lohnt, in die PKV zu wechseln.

Abbildung: In der GKV sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr bei den Eltern mitversichert. In der PKV gibt es Familientarife. | Bildquelle: (C) Tumisu auf Pixabay

 

PKV für Selbstständige

Für Selbstständige oder Freiberufler gilt dasselbe wie für Angestellte - mit einer einzigen Ausnahme: Der Nachweis über ein Mindesteinkommen entfällt. Sie haben also grundsätzlich die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln, ganz gleich wieviel Sie verdienen.

Falls Sie als Selbstständige in der GKV versichert sind, müssen Sie die Kosten komplett selber bezahlen (nicht nur 50% wie es im Angestelltenverhältnis der Fall ist, wo der Arbeitgeber die andere Hälfte übernimmt). Gutverdienende Selbstständige bezahlen so im Monat 842 Euro, was eine stolze Summe darstellt. Daher könnte sich in diesem Fall ein Wechsel in die PKV lohnen.

So geht es weiter!

Während bei Beamten nichts dagegenspricht, in die PKV einzutreten, haben es Angestellte und Selbstständige je nach Lebensumständen oft nicht so leicht bei der Entscheidung. Wer nicht gerade in die Kategorie "jung, gesund, kinderlos, gutverdienend" fällt, sollte sich daher sehr gut informieren und viele Angebote miteinander vergleichen.

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