2024/3 | Editorial | Editorial

Betriebliches Lernen: Welche Rolle spielt KI?

von Nicole Lehnert

Künstliche Intelligenz setzt schon seit einigen Monaten dazu an, die Unternehmenswelten zu revolutionieren. Vor allem durch die Verwendung von Large Language Models, kurz LLMS, gelingt es, wertvolle Ressourcen zu sparen und effizienter sowie produktiver zu agieren. Aber gilt das auch für den Bereich der betrieblichen (Weiter-)Bildung?

Bildquelle: (C) Alexandra Koch / Pixabay

Denkt man an den Einsatz von ChatGPT in klassischen Bildungseinrichtungen, wird das KI-Tool schnell als "Schummelwerkzeug" verurteilt. Die Nutzung von ChatGPT für Hausaufgaben? Untersagt! Das Erstellen von Projekt- und Abschlussarbeiten mit Hilfe des beliebten KI-Tools? Verboten! Wobei sich die Frage aufdrängt, wie lange es gelingt, diese Strategie weiterzuverfolgen. Muss es nicht das Ziel sein, einen "gesunden" Umgang mit modernster Technologie zu erlernen, ihn aktiv zu vermitteln und zu fördern? Und wie sieht es in der betrieblichen Bildung mit dem Einsatz von GPT-Ansätzen aus?

Wirft man einen Blick auf das betriebliche Lernen gibt es drei Personengruppen, für die der Einsatz von Generativer KI vielfache Mehrwerte bieten kann. Das sind auf der einen Seite die Lehrenden. Ihnen bieten KI-Tools unter anderem Unterstützung bei der Auswahl von Lehrinhalten und bei der Erstellung von Prüfungsfragen. Auf der anderen Seite sind die Lernenden. Sie profitieren von den kollaborativen Aspekten von Chatbots & Co. Aber auch von der Flexibilität, die deren Einsatz mit sich bringt. Und dann gibt es die dritte Gruppe - und zwar in Gestalt von HR-Experten in den Unternehmen. Zu ihren Aufgaben zählt es, maßgeschneiderte Weiterbildungsmaßnahmen zu kreieren, Pflichtschulungen zu organisieren und nachzuhalten und die Lernthemen stets aktuell zu halten. Gerade bei derartigen administrativen Herausforderungen können smarte Tools für Entlastung sorgen und gleichzeitig dabei unterstützen, passgenaue Mitarbeiterservices zu erstellen.

Welche Rolle GenAI im Corporate Learning spielt - und wohin die Reise gehen wird, lesen Sie im Titelthema ab Seite 22.

Übrigens: Haben Sie in Ihrem Unternehmen auch schon Erfahrungen mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz gesammelt? Nutzen Sie Microsoft Copilot oder eine Eigenentwicklung? Oder planen Sie den Einsatz in einem bestimmten Unternehmensbereich? Dann berichten Sie bei den 20. Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen am 19./20. November von Ihren Erfahrungen. Reichen Sie noch bis zum 21. Juni Ihre Vortrags- oder Workshop-Idee ein. Alle Infos finden Sie unter www.wima-tage.de. Oder schreiben Sie mir an nicole.lehnert@wissensmanagement.net.

Ihre Nicole Lehnert
- Chefredakteurin -

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Die wahren Grenzen von KI: Nicht Performance und Komplexität limitieren KI-Projekte

WISSENplus
Höher, schneller, weiter: Innerhalb weniger Jahre ist Künstliche Intelligenz von einer Zukunftsvision zu einer Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation avanciert. Doch mit ihrer zunehmenden Verbreitung verschiebt sich die entscheidende Frage. Es geht längst nicht mehr nur darum, ob KI leistungsfähig genug ist, sondern wie sich sensible Daten schützen, regulatorische Anforderungen einhalten un...

Weiterlesen

Mitarbeiterentwicklung: Warum Seminare allein nicht mehr reichen

Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und neue Formen der Zusammenarbeit verändern Rollen und Kompetenzanforderungen immer schneller. Was Mitarbeitende heute können müssen, kann morgen schon nicht mehr ausreichen. Unternehmen stehen deshalb vor der Frage, wie sie ihre Beschäftigten kontinuierlich weiterentwickeln und gleichzeitig lernfähig, motiviert und wirksam halten. Klassische Seminare allein grei...

Weiterlesen

Wenn Potenzial auf Arbeitsalltag trifft: KI im Realitätscheck

Erstmals nutzt laut Bitkom mit 57 Prozent die Mehrheit der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz. Noch vor einem Jahr waren es gerade einmal 36 Prozent. Die Entwicklung ist rasant - und gleichzeitig von großer Unsicherheit begleitet. So befürchten nach Angaben einer aktuellen GoTo-Studie 83 Prozent der Beschäftigten, dass Fehler beim KI-Einsatz für sie persönlich Konsequenzen haben könnten - b...

Weiterlesen

Wenn KI versteht, wie Experten entscheiden

Unternehmen investieren viel in Wissensmanagement: Prozesse werden dokumentiert, Informationen zentral abgelegt und moderne KI-Systeme erleichtern den Zugriff auf Daten. Dennoch bleibt häufig das Gefühl, dass genau das entscheidende Wissen fehlt. Denn die wertvollsten Erkenntnisse stehen selten in Dokumentationen....

Weiterlesen

Das Co-Brain - Ihr digitaler Doppelgänger

WISSENplus
Zuckerberg (CEO Meta) tut es. Siemiatkowski (CEO Klarna) tut es. Und auch Khosrowshahi (CEO Uber) tut es. Sie alle lassen mithilfe künstlicher Intelligenz digitale Doppelgänger von sich erstellen. Mitarbeitende oder auch Kunden sollen künftig mit den Doppelgängern von Mark, Sebastian und Dara chatten können. Damit stellen diese CEOs einen neuen, interaktiven Kommunikationskanal zur Verfügung. Doch die...

Weiterlesen

Wissen teilen heißt Wissen bewahren: Warum wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen zirkulieren muss

WISSENplus
Das in einer Organisation vorhandene Wissen muss geteilt werden, damit es seine Wirkung entfalten kann. Das gilt insbesondere für Erfahrungswissen, das in den Köpfen der Mitarbeitenden gespeichert ist und sich einer vollständigen Dokumentation in Datenbanken entzieht. Denn in vielen Unternehmen werden Organisations- und Projektstrukturen zunehmend fluider, verändern sich Teams immer schneller und w...

Weiterlesen