Studie: Klassisches Innovationsmanagement bremst die Kreativität

In vier von fünf Unternehmen existieren unsichtbare Barrieren, die Innovationen systematisch verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Unternehmensberatung Innolytics® GmbH und die Steinbeis School of Management and Innovation (SMI) an der Steinbeis-Hochschule Berlin herausgebracht haben. Für die Studie wurden mehr als zweihundert Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Fast alle hatten einen Innovationsprozess verankert, um neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Doch genau diese klassischen Ansätze des Innovationsmanagements verhindern vielfach Neues. „Ausgerechnet beim Thema Innovation finden sich bei 80 Prozent aller Unternehmen äußerst uninnovative Ansätze“, sagt Studienleiter Jens-Uwe Meyer. „Aus wissenschaftlicher Sicht ist das klassische Innovationsmanagement veraltet.“

In der Studie kommen neun Innovationsverantwortliche und Vorstände von Unternehmen wie Nestlé Deutschland, der Thomas Cook AG und Bosch Siemens Hausgeräte zu Wort, die diese Aussagen unterstreichen. So schreibt Adrienne Héon-Kleinen, Innovationschefin von Nestlé Deutschland, dass klassische Managementmethoden innovative Ansätze wie Nespresso unterdrücken würden. Thomas Garbe, Innovationsverantwortlicher von Bosch Siemens Hausgeräte, berichtet, wie das Unternehmen den klassischen Innovationsprozess umgehen musste, um zu Durchbrüchen zu gelangen. Und der Vorstandsvorsitzende der Thomas Cook AG Peter Fankhauser fordert, dass Unternehmen einen „Innovationsfriedhof“ brauchen mit Innovationen, die gescheitert sind, weil das Unternehmen zu mutig war.

„Auch die Managementausbildung muss sich verändern“, fordert Carsten Rasner, Leiter der Steinbeis SMI, die die Studie mit herausgibt. „Wir brauchen eine Managergeneration, die nicht nur starre Prozesse befolgen kann, sondern in der Lage ist, lebendige agile und zukunftsorientierte Unternehmen aufzubauen.“

Die Studie „Innolytics® – Innovationsmanagement weiter denken“ zeigt Wege auf, wie Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit verbessern können. Mit Hilfe eines innovativen Managementinstruments – Innovation Analytics – werden zunächst die Stärken und Schwächen der eigenen Innovationskultur eines Unternehmens ermittelt. Dies erlaubt eine fundierte Aussage darüber, wie ein Unternehmen ausgerichtet ist. „Ein bestehendes Produkt zu verbessern erfordert eine ganz andere Innovationskultur als ein radikal neues Produkt zu erfinden und in den Markt zu bringen“, sagt Studienleiter Jens-Uwe Meyer. „Wir konnten in unserer Studie verschiedene Typen von Innovatoren identifizieren. „Proaktive Innovatoren wie Google ticken ganz anders als innovative Optimierer“, so Jens-Uwe Meyer. „Innovation Analytics hilft Unternehmen, die passende Innovationskultur zu etablieren.“

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