Ob neue Richtlinie oder digitale Projekte: Der Kulturwandel muss beim Mitarbeiter ansetzen

Die EU Datenschutzgrundverordnung tritt bald in Kraft und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, wollen laut einer aktuellen Veritas-Studie 7 von 10 Firmen die Einhaltung der Richtlinie in der Unternehmenskultur verankern – aber setzen diese auf die richtigen Methoden? Zahlreiche Projekte im Rahmen der digitalen Transformation haben gezeigt, dass Veränderung der Unternehmenskultur nicht bei Compliance und Sanktionen beginnen, sondern bei der Förderung der Fähigkeiten von Mitarbeitern. Hier drei einfache Tipps, wie der Wandel gelingen kann.

  1. Innovative Formen der Zusammenarbeit erleben lassen:
    Neue Formen der Zusammenarbeit fallen nicht vom Himmel. Aber Führungskräfte können diese Collaboration Experimente fördern und begleiten. Unternehmen sollten die Teamgrenzen in Richtung Zusammenarbeit mit Externen und Partnern öffnen. Wie? Indem sie etwa als Ziel setzen, dass sich jeder Mitarbeiter in der Zusammenarbeit mit einem innovativen Technologie- oder Service-Anbieter engagieren soll, in Form eines Workshops oder eines kleinen Projekts. Oder sie schicken Mitarbeiter zu Entwicklungsvorhaben direkt zu einem Startup in ihrer Nähe.

  2. Traditionelles und agiles Projektmanagement kombinieren:
    Agil wird das Unternehmen erst, wenn die Mitarbeiter auch agil arbeiten. Daher sollten Unternehmen ihre klassischen Projektmanagement-Methoden zunehmend mit agilen Ansätzen kombinieren. Das klassische Phasen- und Planungsmodell bildet dabei die Hülle, den Rahmen, in dem dann vom Team agil-iterativ gearbeitet wird. Wenn die Mitarbeiter selbst agile Projektarbeit erleben, hat das einen massiven Effekt auf das eigene Mindset und die Arbeitshaltung.

  3. Customer Centricity klingt gut, macht aber viel Arbeit:
    Customer Centricity klingt gut, ist gut – erfordert aber viel Aufwand. Vor allem für die Führungsebene. Sie muss permanent hinterfragen, ob die getroffenen Entscheidungen auf konkreten Kundennutzen zurückgehen und woher dieser Kundennutzen genau bekannt ist. Wie bekommen die Mitarbeiter mit, was genau dem Kunden wichtig ist? Das ist ein langer, aufwendiger und oft schmerzhafter Weg. Aber der einzige, der Unternehmen das Überleben sichert.

Die Art und Weise wie Menschen in Unternehmen zusammenarbeiten und welchen Einfluss die Unternehmenskultur auf die Innovationskraft von Unternehmen hat, untersucht derzeit wieder die Social Collaboration Studie der TU Darmstadt und Campana & Schott. Bereits die letzte Umfrage im Frühjahr 2017 belegte, dass Social Collaboration als strategisches Element der digitalen Transformation zunehmend an Bedeutung gewinnt. So nutzten die meisten Studienteilnehmer vernetzte Formen der Zusammenarbeit nicht primär, um Kosten zu sparen, sondern um ihre Unternehmenskultur weiterzuentwickeln und die Digitalisierung ihrer Geschäftstätigkeit voranzutreiben. Konkret benannten 57 Prozent der Befragten den kulturellen Wandel in ihrem Unternehmen als zentrales Motiv für den Einsatz kollaborativer Technologien. Auf dem zweiten Platz der wichtigsten Ziele rangierte mit 53 Prozent das Streben nach höherer Innovativität der Mitarbeiter. Erst an dritter Stelle folgt mit 47 Prozent der Wunsch nach Kostensenkung und höherer Arbeitseffizienz.

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