Leadership 2.0: Die größten Führungsherausforderungen

Die Komplexität der Aufgaben steigt, Planbarkeit wird immer schwieriger und es fehlt an fähigen Mitarbeitern - dies waren gemäß einer jährlichen Umfrage des Galileo . Institut für Human Excellence die größten Führungsherausforderungen 2015. Die Verunsicherung ist groß, das Bedürfnis nach Klarheit wächst. Die große Mehrheit der Führungskräfte setzt bei der Lösung der Führungsherausforderungen auf eigene Weiterentwicklung.

Für 70 Prozent der befragten 61 Führungskräfte ist die größte Herausforderung im Management-Alltag, dass die täglichen Aufgaben immer komplexer werden. Im Vergleich zum Vorjahr (52,56 Prozent) bedeutet dies nochmal eine deutliche Steigerung. Dass Planbarkeit immer schwieriger wird, dies aber trotzdem „von oben“ erwartet wird, erleben 56,1 Prozent (2014: 50 Prozent) der Umfrageteilnehmer als große Belastung. Neu im Ranking der Top 3 Führungsherausforderungen: der Mangel an fähigen Mitarbeitern, die eigenverantwortlich handeln (40,4 Prozent). 2014 war noch der fehlende Freiraum zum Gestalten als drittgrößte Herausforderung bei der täglichen Führungsarbeit empfunden worden.

„Viele der befragten Führungskräfte klagen zudem, dass es in ihrem Unternehmen an Strategie und Struktur mangelt. Vor dem Hintergrund einer sich stark verändernden Arbeitswelt und einer starken Verunsicherung wächst das Bedürfnis nach Klarheit und Ordnung“, so Gudrun Happich, Inhaberin des Galileo . Institut für Human Excellence. „Die gemeinsame Entwicklung einer konkreten, realistischen Unternehmensvision wurde von vielen Umfrageteilnehmern als Wunsch für den Führungsalltag 2016 formuliert. Damit verbunden ist der Wunsch nach mehr Entscheidungsspielraum und Eigenverantwortung auf Teamebene.“

Bei der Lösung der Führungsherausforderungen setzen 80,3 Prozent der befragten Manager (2014: 73,75 Prozent) darauf, sich selbst weiter zu entwickeln. 59 Prozent (2014: 70 Prozent) wollen innerhalb des Unternehmens gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas ändern. Mit großem Abstand folgt als dritthäufigste Antwort der Wechsel des Arbeitnehmers (2014: 33,75 Prozent; 2015:
Top 3: 34,4 Prozent). In einer Umfrage des Galileo. Instituts aus dem Jahr 2012 zu den Führungsherausforderungen sahen noch 58,3 Prozent der Befragten die Lösung im Wechsel des Arbeitgebers. „Hier scheint sich bei den Führungskräften die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass ein Wechsel oder Ausstieg häufig nur einen Aufschub des Problems bewirken“, sagt Executive Coach Gudrun Happich.

Während in der Vorjahresumfrage die meisten Befragten ein Gruppen-Coaching mit Gleichgesinnten als Unterstützungsmöglichkeit favorisierten, wünscht sich in der aktuellen Umfrage die Mehrheit der Führungskräfte Einzelcoachings mit Schwerpunkt Sparrings-Partnerschaft. „Für Führungskräfte wird der offene, vertrauensvolle Gedankenaustausch mit einem Partner, der sie wirklich versteht, immer wichtiger, erklärt Happich. Auch die Executive Coaches selbst müssten vor dem Hintergrund des sich verändernden Managementalltags umdenken: „Die Führungskräfte wünschen sich einen Coach, der echte Verantwortung übernimmt, der wie sie selbst bereit ist, schnell und flexibel zu agieren, Unsicherheit aushalten kann. Das kann z.B. die Entwicklung flexibler Coaching Modelle bedeuten, die virtuelle Lösungen mit einbinden“, so Gudrun Happich.

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