Industrie 4.0: Baden-Württemberg als weltweiter Vorreiter

Handlungsfelder und Herausforderungen auf dem Weg in die Industrie 4.0 zeigte der erste Thementag Industrie 4.0 der vhs4business am 26. Februar 2015. In seinem Eingangsvortrag verdeutlichte Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, der Leiter des Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), eindrücklich die enormen Umwälzungen, Chancen und Risiken, die durch die Digitalisierung der Produktion und die verstärkte Nutzung von Internet-Services auf die deutschen Unternehmen zukommen. Insbesondere um den baden-württembergischen Mittelstand ist ihm aber nicht bang – im Gegenteil: „Wir haben hier viele Chancen. Sowohl das Silicon Valley als auch die Asiaten schauen auf Baden-Württemberg, weil hier viel passiert und weil es hier viel Potenzial gibt.“

Diese Stärken Baden Württembergs sollen in einer Allianz Industrie 4.0 BW, die in Kürze aus der Taufe gehoben wird, besser gebündelt und sichtbar gemacht werden, berichtete Ministerialdirigent Günther Leßnerkraus, der Leiter der Abteilung „Industrie, Innovation und wirtschaftsnahe Forschung“ im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. „Wir wollen Baden Württembergs Leitanbieter für die Industrie 4.0 sein.“ Im Rahmen der Allianz Industrie 4.0 BW gehe es aber auch darum, bei diesem Wandel die kleinen und mittleren Unternehmen und die Beschäftigten mitzunehmen, betont Leßnerkraus.

„Der Industrie 4.0 kann man sich nicht versperren. Denn die Digitalisierung durch Internet und Smartphones ist heute allgegenwärtig“, bestätigt Susanne Kunschert, Geschäftsführende Gesellschafterin der PILZ GmbH & Co. KG und Mitglied der Forschungsunion der Bundesregierung. „Aber als Unternehmen sind wir ohnehin ständig aufgerufen, uns zu wandeln“, so Kunschert. Sie führt das eigene Unternehmen als Beispiel an, das einst als Glasbläserei begonnen hat und heute Spezialist für sichere Automation ist. Wichtig ist ihr aber eins: „Das Ganze darf nicht am Menschen vorbei gehen.“ Leßnerkraus hält es ebenfalls für entscheidend, die Beschäftigten mitzunehmen und für den digitalen Wandel zu qualifizieren. „Denn die Fachkraft in der Industrie wird künftig zum Manager der Flexibilität“. Auch Dr. Constanze Kurz, Ressortleiterin beim Vorstand der IG Metall für die Zukunft der Arbeit, hält es für entscheidend, mit der Veränderung aktiv umzugehen: „Wir müssen, wir wollen und wir werden den Wandel gestalten.“

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