HR-Herausforderungen: Wenig Offenheit für neue Führungsmodelle

Viele Führungskräfte fordern ein Überdenken des tradierten Führungsverständnisses, Studien bestätigen die Notwendigkeit neuer Führungsmodelle. Gemäß einer aktuellen Umfrage des Galileo . Instituts in Köln unter HR-Verantwortlichen hält die Mehrzahl der deutschen Unternehmen allerdings an alten Führungsstrukturen fest.

71 Prozent der Befragten Personalverantwortlichen gaben in der anonymen Umfrage an, dass ihr Unternehmen nicht offen für neue Führungsmodelle ist. „In dieser Deutlichkeit ist das Ergebnis für mich überraschend“, so Gudrun Happich, Inhaberin des „Galileo. Institut für Human Excellence“ in Köln. Erst vor kurzem hatte das auf Führungsthemen spezialisierte Institut eine Umfrage unter Führungskräften durchgeführt, die zeigte wie stark sich der Managementalltag in den letzten Jahren verändert hat und wie groß das Bedürfnis nach neuen Ansätzen in der Führung ist. „Für die Unternehmensspitze sollte das eine klare Warnung sein, wenn der Alltag der Führungskräfte und die von oben verordnete Führungsstruktur derart kollidieren“, sagt Buchautorin Gudrun Happich.

Für die Hälfte der Befragten (54,05 Prozent) ist es das Top-HR-Thema 2015, die besten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. „Insbesondere vor diesem Hintergrund sollten die Entscheider mehr auf ihre Leistungsträger eingehen und deren Ängste ernstnehmen. Ein Schlüssel könnte es sein, Mitarbeiter stärker in den Veränderungsprozess mit einzubeziehen, wie das einige der Umfrageteilnehmer anregen.“

Ebenfalls 54,05 Prozent nennen das Management von Veränderungen als Top HR-Thema 2015. Für jeweils 37,84 Prozent der Befragten sind die Gewinnung neuer Leistungsträger und der Einsatz bzw. die Förderung der Mitarbeiter entsprechend ihren Talenten die wichtigsten Personalherausforderungen dieses Jahres.

Und wie wollen die HR-Verantwortlichen diese Themen angehen? „Die Antworten auf diese Frage sind sehr spannend und vielfältig. Ein Schlüsselwort, das immer wieder fällt, ist Kommunikation – über alle Fachabteilungen und Mitarbeiterebenen hinweg und unter Einbeziehung der neuen Medien“, sagt Executive Coach Gudrun Happich. Auf die Frage, wie ihr Unternehmen speziell Führungskräfte in diesem Jahr unterstützt, nennt die Mehrheit der HR-Verantwortlichen (42,86 Prozent) firmeninterne Trainings und Seminare. „Auch hier gibt es eine deutliche Diskrepanz zu den Wünschen der Führungskräfte“, so Happich. In der Galileo-Umfrage unter Führungskräften Ende 2014 hatten 83 Prozent Gruppen-Coachings mit Gleichgesinnten und Einzel-Coachings mit Schwerpunkt Sparrings-Partnerschaft als Unterstützungsmaßnahmen favorisiert. Firmeninterne Trainings und Seminare wurden erst an siebter Stelle von 14,67 Prozent der Befragten genannt.

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