Fachkräfte & Young Professionals strafen schlechte Unternehmenskultur ab

Immer mehr Menschen wechseln ihren Job, weil die Chemie nicht stimmt. Laut der Umfrage „Career Insights“ der Personalberatung Page Personnel ist für Fachkräfte und Young Professionals eine schlechte Unternehmenskultur und ein schwieriges Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten ein Kündigungsgrund (17 bzw. 12 Prozent). Die richtige Chemie im Unternehmen spielt bereits in der Rekrutierungsphase eine wichtige Rolle. Hier zeigt die Erfahrung der Personalberater, dass das Matching zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber oft schon an Kleinigkeiten scheitert.

Die Unternehmenskultur ist der genetische Code der Zusammenarbeit. Er entscheidet darüber, wie Menschen im Job miteinander umgehen, ob sie sich wohlfühlen und letztlich auch darüber, ob sie im Unternehmen bleiben. Über ein Viertel der Befragten (27 Prozent) gibt an, aufgrund mangelnder Wertschätzung innerhalb der nächsten 12 Monate den Job wechseln zu wollen. Ein gutes Verhältnis zu Chefs und Kollegen ist für die wechselwilligen Fachkräfte und Young Professionals der zentrale Faktor, nach dem sie sich ihren nächsten Arbeitgeber aussuchen (rund 60 Prozent). Die zwischenmenschliche Chemie im Unternehmen spielt dabei für Frauen (62 Prozent) eine noch größere Rolle als für Männer (57 Prozent).

Eine positive Unternehmenskultur stärkt die Motivation und Kreativität der Mitarbeiter. „Sie kommt aber nicht von selbst, sondern ist hart erarbeitet“, so Ricardo Corominas, Managing Director bei Page Personnel. Eine gute Unternehmenskultur brauche vor allem eine gute Führungskultur, in der positive Verhaltensmuster konsequent vorgelebt und auch eingefordert würden. Dazu gehörten zum Beispiel eine angemessene Würdigung von Erfolgen, aber auch eine offene und faire Feedback-Kultur zwischen Mitarbeitern und Führungskräften: „Jeder einzelne muss das Gefühl haben, wichtig zu sein und auch seine Meinung sagen zu dürfen“, so Corominas. Das sorge für ein positives Gefühl am Arbeitsplatz und letztlich dafür, dass Mitarbeiter auf allen Ebenen diese Strukturen und Verhaltensweisen jeden Tag aktiv leben.

Bewerber entwickeln schon früh ein sehr gutes Gespür für die Kultur eines Unternehmens. Im „War for Talents“ setzt sich daher durch, wer Kandidaten schon in der Recruiting-Phase glaubwürdig vermittelt, dass sie ernst genommen werden und dass das Unternehmen an ihnen persönlich interessiert ist. So geben 70 Prozent der Befragten an, dass sie gerne von potenziellen Arbeitgebern angesprochen werden möchten, statt immer nur auf die Suche zu gehen. Entsprechend zahlt Active Sourcing – das aktive Ansprechen von potenziellen Arbeitnehmern – schon früh auf eine positive Wahrnehmung des Unternehmens ein. „In der Vermittlung gibt es immer wieder den Fall, dass gute Kandidaten abspringen, weil die Prozesse in den Unternehmen zu lange dauern“, so Ricardo Corominas. „Wer Kandidaten hingegen mit einem schnellen und transparenten Auswahlverfahren überzeugt, kann die besten Fachkräfte auf dem Markt für sich begeistern“, so Corominas.  

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