CFOs vernachlässigen Mitarbeiterbindung trotz Sorge um Fachkräftemangel

Deutsche Finanzverantwortliche möchten auch in diesem Jahr ihre Teams aufstocken, doch der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter ist herausfordernd. Gefragt nach den Themen, die ihnen 2016 die größten Sorgen bereiten, liegt bei einem Drittel der deutschen CFOs (33 Prozent) der Fachkräftemangel an erster Stelle. Diese Befürchtung hat Auswirkungen auf die Arbeitsleistung der Finanzverantwortlichen: 89 Prozent der Finanzchefs glauben, dass sie sich erheblich oder merklich auf ihre Produktivität niederschlägt. Das ergab die aktuelle Arbeitsmarktstudie des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half, an der 200 CFOs in Deutschland teilnahmen. Auf dem zweiten Platz der Themen, über die sich Finanzverantwortliche am meisten sorgen, folgt mit 24 Prozent die IT- und Datensicherheit. Weitere 19 Prozent sehen die wirtschaftliche Entwicklung als den Punkt, der sie in den nächsten zwölf Monaten am meisten beunruhigt.

Die Themen, über die deutsche Finanzchefs besorgt sind, prägen die Arbeitsleistung. So geben 89 Prozent der CFOs an, dass sich diese Punkte erheblich oder merklich auf ihre Produktivität auswirken. Jeweils 87 Prozent der Finanzverantwortlichen glauben, dass sie sich auch auf die Entscheidungsfähigkeit und Unternehmensleistung insgesamt auswirken. „Unternehmen müssen sich für die anstehenden Herausforderungen wappnen“, so Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. „Die Finanzchefs sollten zügig die Qualifikationen identifizieren, die im Unternehmen wirklich gebraucht werden und herausfinden, ob sie bereits bei den Mitarbeitern vorhanden sind. Bei Bedarf raten wir Unternehmen, interne Weiterbildungen für bestehende Mitarbeiter anzubieten, um sie auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. Fehlen dennoch bestimmte Fachkenntnisse oder sind Nischenbereiche noch unbesetzt, kann neues Personal die Abteilungen unterstützen. Da die Finanzchefs insgesamt mit einem Unternehmenswachstum rechnen, ist es umso wichtiger, die passenden Mitarbeiter im Unternehmen zu haben und zu halten.“

Obwohl die Finanzverantwortlichen den Fachkräftemangel als größte Sorge für 2016 betrachten, gehört es nicht zu ihrem obersten Ziel, Mitarbeiter zu halten oder einzustellen. Die Förderung des Unternehmenswachstum (52 Prozent), die Kostensenkung und Effizienzsteigerung (45 Prozent) sowie das Vorantreiben von Innovationen und Wandel (36 Prozent) zählen bei den Finanzchefs zu den Top 3-Prioritäten für das laufende Jahr. „Unternehmen sollten sich bewusst machen, dass die richtigen Mitarbeiter eine Voraussetzung für Unternehmenswachstum und Innovationen sind“, kommentiert Sven Hennige das Ergebnis der Arbeitsmarktstudie. „Daher muss das Recruiting von qualifizierten Mitarbeitern eine Top-Priorität der Finanzchefs sein, um sich für anstehende Projekte und das Erreichen der Unternehmensziele vorzubereiten. Dies ist mit Blick auf den Fachkräftemangel umso dringender.“

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