Buchtipp: Managementvordenker Prof. Dr. Simon prognostiziert das Ende der Normalarbeit

Gewaltige Kräfte erschüttern die Welt. Die Hauptkräfte gehen von der Digitalisierung und Globalisierung aus. Sie sind der Stoff  eines neuen Kapitels der Menschheitsgeschichte, der  tiefe Spuren in der Berufswelt hinterlässt, die bis an den einzelnen Arbeitsplatz spürbar sind. Diese Spuren beschreibt der renommierte  Managementexperte, Prof. Dr. W. Simon,  in seinem neuen Buch „Abschied von der Normalarbeit – Berufswelt und Arbeitsplatz im Umbruch“. Die arbeitenden Menschen wollen Aufklärung über das, was sie erwartet. Welche und wie viel Arbeit verbleiben in der wissensbasierten Arbeitsgesellschaft?  Was muss der Mitarbeiter können? Welche Rolle spielen die Frauen in der zukünftigen Berufswelt? Prof. Simon gibt Antworten auf alle wichtigen Fragen zu den Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt, in Büros und Fabriken. Ob Fachkräftemangel, Leiharbeit,  Burn-out oder die Rolle der Senioren und Frauen in der Arbeitswelt von morgen, alle Themen werden behandelt.

 

Im ersten Teil seines Buches entwirft  Simon  Szenarien zum Beschäftigungssystem der Jahre 2012 bis etwa 2025. Hier geht es unter anderem um Beschäftigungsformen, Arbeitsmarktangebote, Arbeitsplatzsicherheit und das Siechtum der Gewerkschaften. Als  Berater, Wissenschaftler und Buchautor schlussfolgert er, dass die Normalarbeit in ihrer industriegesellschaftlichen Form ausstirbt. An ihre Stelle treten Teilzeit- und Leiharbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse und Notgründungen in die Selbständigkeit. Simons Fazit: Der Anfang vom Ende der Normalarbeitsverhältnisse wird eingeläutet. Der Kapitalismus muss sich radikal häuten, wenn er nicht  die Gefolgschaft der arbeitenden Menschen verlieren will. In einem zweiten Hauptabschnitt stellt der Autor seine Szenarien zum Wandel innerhalb der Arbeit vor. Er beschreibt Anforderungen und Folgen für den Arbeitnehmer. Der Bogen spannt sich von der Telearbeit über das Selbstmarketing und den Trend zur Projektifizierung der Arbeit bis hin zur notwendigen Sozial- und Online-Kompetenz von Arbeitnehmern.

Was folgt aus den globalen Makrotrends für die Mitarbeiterführung?  Simon schreibt: „Noch immer wirken die Beharrungskräfte traditioneller Verhaltensweisen, aber das Sein formt das Bewusstsein, auch von Managern. Erste Anzeichen einer neuen Führungspraxis werden sichtbar.“ Exorbitante Managergagen sind für den Verfasser ein Stück Piratenökonomie. Change-Management definiert er als einen beliebig füllbaren Containerbegriff. Es basiert auf einem Führungsverständnis, bei dem die Mitarbeiter nur  als formbares Objekt der Veränderung gesehen werden. Die auf uns zukommenden Veränderungen im Übergang von der Industrie- hin zur Wissensgesellschaft sind nach Prof. Simon nur möglich, wenn man den Mitarbeiter nicht mehr als Objekt, sondern als Subjekt des Wandels erkennt und akzeptiert.

Der Autor, Prof. Dr. Walter Simon, gilt als Querdenker unter Deutschlands Managementexperten. In  dreißig Berufsjahren trainierte er etwa 12.000 Manager. In seinen bisherigen Büchern gab er Empfehlungen zur Mitarbeiter- und Unternehmensführung. Seine neueste Veröffentlichung ist bewusst nicht als Rezeptbuch für Manager angelegt, sondern als gelb blinkende Ampel, die zum Nach- und Umdenken auffordert. 

Walter Simon
Abschied von der Normalarbeit. Berufswelt und Arbeitsplatz im Umbruch 
Verlag Wissenschaftliche Scripten
270 Seiten, ISBN 978-3-942267-47-2
24,50 Euro