Big Data, Intelligente Maschinen & Eye-Tracking – die Technologietrends 2014

GP Bullhound, die internationale Investmentbank für Technologieunternehmen, stellt in ihrer neuesten Studie digitale Trends vor, die das Jahr 2014 prägen werden. Der Research Report „GP Bullhound Technology Predictions 2014” prognostiziert seit sieben Jahren die Trends der Zukunft.

Indoor-Standorterkennung
Techniken zur Ortung von Personen innerhalb von Gebäuden sind weiter auf dem Vormarsch. Dadurch ergeben sich immer neue Möglichkeiten zielgerichteter Kommunikation sowie des punktgenauen Marketings. Dabei werden Informationen aufgrund der geographischen Lage des Einzelnen in Echtzeit auf die entsprechenden mobilen Endgeräte ausgeliefert. Diese Entwicklung wird die Vorgehensweise, wie Unternehmen, Institutionen und Organisationen mit Konsumenten in Verbindung treten, grundlegend verändern. Apples iBeacon bietet hierfür ein gutes Beispiel. 

Eye-Tracking für alle
Die neuesten Entwicklungen im Bereich Mensch-Maschine-Schnittstellen, wie Touchscreens und Eye-Tracking, revolutionieren die Art, wie Nutzer interagieren, grundlegend. Nachdem Touchscreens mittlerweile weit verbreitet sind, ist davon auszugehen, dass auch Eye-Tracking-Funktionen sich etablieren werden. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist das Unternehmen Tobii, das Spielern dank seiner EyeX-Middleware ermöglicht, während des Spiels durch Augenbewegungen intuitiv noch schneller zu navigieren.

Online klicken, offline kaufen
Omni-Channel-Vermarktung ist das Zauberwort im Einzelhandel. Die rigorose Trennung zwischen Online- und Offline-Shopping verschwimmt immer mehr. Egal wo sich der Kunde befindet – im Laden oder mit dem Tablet bzw. Smartphone in der Hand – Käufer erwarten einfache, unkomplizierte und schnelle Einkaufserlebnisse. Großbritanniens Kaufhaus Selfridges verbindet mit seinem „Click & Collect“-Angebot bereits jetzt das Erlebnis im Ladengeschäft mit der Effizienz des digitalen Einkaufs.

Intelligente Maschinen starten durch
Der Anteil intelligenter Maschinen, die als hochintelligente persönliche Assistenten dienen, wird auch 2014 weiter enorm wachsen. Die Art und Weise, wie wir mittlerweile mit den technischen Objekten interagieren, kommt bereits jetzt einer Revolution gleich. Dabei befinden wir uns hier erst am Anfang der Entwicklung. Allein letztes Jahr hat Google neun Unternehmen gekauft, die auf intelligente Roboter-Technik spezialisiert sind.    

Der Kampf ums Wo
Nachdem Google den Wettstreit um das „Was?“ gewonnen und Facebook die Frage um das „Wer?“ beantwortet hat, rückt nun das “Wo?” in den Fokus. Digitale „Landkarten” werden auch von verwandten Geschäftsmodellen wie mCommerce, Mash-ups bis hin zu selbstfahrenden Autos genutzt. Bereits im September 2012 startete Apple eine Generalüberholung seiner Landkartensoftware. Mittlerweile benutzen 35 Millionen iPhone-Besitzer in den USA Apple Maps mindestens einmal im Monat.

Mobile Messaging Apps weiter auf dem Vormarsch
Nach regem Auf und Ab im Social-Messaging-Bereich zeichnet sich nun ab, dass der Hype um Mobile Messaging Apps wohl auch dieses Jahr anhält. Brancheninsider munkeln, dass SnapChat bereits lukrative Milliarden-Offerten von Google und Facebook bekam. Es wird geschätzt, dass die Anzahl der Nachrichten, die über Social Messaging Apps wie WhatsApp getätigt werden, von 27,5 Billionen (2013) auf 71,5 Billionen (2014) ansteigt.

Big Data wohin man schaut
Datenerfassungs- und Analysetechniken sind mittlerweile so hochentwickelt, dass ein vollkommen neuer Markt datengesteuerter Unternehmen entsteht, die ihre Services in Echtzeit anbieten können. Firmen aller Industriezweige haben die Möglichkeiten erkannt, die sich ihnen durch die Kombination moderner Analyseverfahren mit neuen Datenquellen ergeben. Das Segment der Big Data Analytics stellt daher in diesem Jahr einen der lukrativsten Sektoren für Venture-Capital-Unternehmen dar.

eCommerce wird spezialisierter
Bereits jetzt befindet sich der eCommerce-Markt in einer enormen Wachstumsphase, sodass mehrere Plattformen nebeneinander am Markt bestehen. Da die Kunden die Vorteile hoch spezialisierter Produktpaletten schätzen gelernt haben, werden sich auch in 2014 eCommerce-Seiten noch mehr auf ein Verkaufssegment fokussieren. Der Vorzeige-Online-Marktplatz Etsy verdoppelte im Zeitraum von 2012 bis 2013 die Anzahl seiner Händler und konnte parallel dazu seine Mitgliederzahl auf 22 Millionen erhöhen.

Die Cloud schwebt über allem
Trotz zahlreicher Debatten über Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Kosten der Cloud-Storage-Plattformen, ist diese Technologie weiter schwer im Kommen. Neuste Studien sprechen sogar davon, dass 85 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen die Speicherkapazitäten der Cloud entweder bereits nutzen oder zumindest planen, sie zukünftig einzusetzen.

Und was setzt sich 2014 nicht durch? Auf der diesjährige Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurde eine Reihe technischer Spielerein gezeigt, aber mal ehrlich: Biegsame Displays für Smartphones? Bei großen TV-Bildschirmen verbessert sich das periphere Seherlebnis, bei Smartphones ist ein wirklicher Nutzen aber nicht zu erkennen.

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