Big Data in der medizinischen Forschung: Große Akzeptanz in der Bevölkerung

Fast die Hälfte der Deutschen ist bereit, ihre Daten und die vieler anderer Menschen anonym von Gesundheitsinstitutionen sammeln zu lassen, um Verbesserungen bei der Entdeckung und Behandlung von Krankheiten zu erreichen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Infratest im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation, bei der über 8.000 Menschen in acht europäischen Ländern befragt wurden.

Europaweit sind sogar 61 Prozent der Befragten bereit, sich auf dieses Szenario einzulassen. Selbst mit der Sammlung, Speicherung und Analyse der Gesundheitsdaten in nicht anonymisierter Form sind im Schnitt noch 53 Prozent der befragten Europäer einverstanden, solange dies der eigenen Heilung oder der Heilung anderer dienlich ist.

Der renommierte Krebs-Forscher Christof von Kalle verwies bei der vom Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und vom Vodafone Institut veranstalteten Vortragsreihe „Big Data: Big power shifts“ auf das große Potenzial von Big Data. „Schon jetzt ermöglicht es uns die Auswertung großer Datenmengen, Krebs-Patienten gezielter zu therapieren. Dabei stehen wir bei diesen Verfahren erst am Anfang.“ Zugleich mahnte von Kalle die häufig nicht ausreichende Qualität vieler Datenauswertungen an und setzte sich nachdrücklich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Big Data ein, der den Schutz der Privatsphäre der Menschen gewährleisten müsse.

Christof von Kalle ist seit 2005 geschäftsführender Direktor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg und gilt als einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Stammzellenforschung.

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