Steigende IT-Investitionen führen zu höheren Erwartungen an messbaren Mehrwert

Technologie-Investitionen werden größer und komplexer. Fast 5 von 6 Unternehmen in Deutschland erhöhen 2026 ihre IT-Budgets. Doch damit wächst u.a. der Druck auf Technologie-Anbieter, den messbaren geschäftlichen Mehrwert ihrer Investitionen nachzuweisen. Das ist eines der Ergebnisse des Technology Investments Management-Berichts, den das IBM-Unternehmen Apptio jährlich vorstellt. Er untersucht die Erwartungen und Bedenken von Unternehmen bei Investitionen in grundlegende Technologien wie KI und Public Cloud vor dem Hintergrund von Kostenschwankungen sowie Governance-Herausforderungen und basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 1.510 Technologie-Entscheidern auf Direktoren-Ebene und höher, darunter 200 Befragte aus Deutschland.

Der Bericht hebt mehrere Schlüsseltrends für den deutschen Markt hervor:

Mehrwert für das Geschäft schaffen: Der neue Auftrag für Technologieführer

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen stockt ihre IT-Budgets 2026 auf. Doch dies geht gleichzeitig mit einer verschärften Kontrolle durch Vorstände und CFOs einher. Technologie-Entscheider stehen nun unter wachsendem Druck, einen klaren ROI (Return on Investment) für Technologieausgaben nachzuweisen. Die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland sind:

  • Ein Wettlauf um Cybersicherheit, Cloud und KI: 82 % der deutschen Unternehmen planen, ihr IT-Budget 2026 zu erhöhen. Dabei stehen Cybersicherheit (56%), die Public Cloud (53 %) und Künstliche Intelligenz/KI und Machine Learning/ML (46 %) an der Spitze ihrer Investitionsprioritäten. Dieser Fokus spiegelt den globalen Trend wider, bei dem Cybersicherheit (59 %), KI/ML (49 %) und die Public Cloud (43 %) ebenfalls die IT-Budgets dominieren. Investitionen in die Public Cloud werden in Deutschland sogar noch stärker priorisiert als in anderen Märkten.

  • Erhöhter Kostendruck: Cybersicherheit und die Cloud sind als Top-Prioritäten auch die kostenintensivsten Bereiche. In Deutschland sind 54 % der Führungskräfte über die Kosten von Cybersicherheit und Cloud-Diensten besorgt. Allerdings zeigen lokale Führungskräfte weniger Bedenken hinsichtlich der KI/ML-Kosten (35 % in Deutschland gegenüber 43 % weltweit).

  • KI-Finanzierung, ein Balanceakt: Die meisten Unternehmen finanzieren KI-Projekte durch Kompromisse. In Deutschland planen 74 % der Unternehmen, interne Mittel aus bestehenden Budgets umzuwidmen. Interessanterweise werden nur 33 % der deutschen Unternehmen Einsparungen aus KI-bedingten Effizienzsteigerungen reinvestieren, um neue KI-Initiativen zu finanzieren, verglichen mit 45 % der Unternehmen weltweit.

  • Klare Renditen aus IT-Investitionen: In diesem Jahr wird erwartet, dass IT-Investitionen messbare operative und finanzielle Ergebnisse für die Unternehmen liefern. Die am meisten erwarteten Geschäftsergebnisse in Deutschland sind eine höhere Betriebseffizienz (93 %), Kostenreduzierung/-optimierung (92 %), Risikominderung (87 %) und Umsatzwachstum (84 %).

Datenherausforderungen untergraben das Vertrauen in Investitionsentscheidungen

Das Vertrauen in Technologie-Investitionsentscheidungen schwindet weltweit, doch die Ursachen sind je nach Region unterschiedlich. Während globale Führungskräfte die Unsicherheit über den ROI einer Technologie als Hauptgrund nennen, konzentrieren sich deutsche Führungskräfte auf ein grundlegenderes Problem: ein mangelndes Vertrauen in die Qualität und Zuverlässigkeit ihrer Daten.

  • Datenlücken untergraben das Vertrauen: In Deutschland sind Investitionsherausforderungen hauptsächlich datengetrieben. Misstrauen in Daten (47 %) und fortbestehende Datensilos (40 %) werden als die größten Hindernisse genannt, die das Vertrauen in Technologie-Investitionen schwächen. Fragmentierte und unzuverlässige Daten schränken die Fähigkeit von Unternehmen ein, aus ihnen die notwendigen Erkenntnisse zu gewinnen, die Technologieausgaben rechtfertigen können. Technologie-Entscheider benötigen integrierte, exakte Daten, die normalisiert und für Stakeholder kontextualisiert sind, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.

  • ROI-Bedenken sind in Deutschland geringer: Im Vergleich zu ihren globalen Kollegen geben weniger deutsche Führungskräfte an, dass die Unsicherheit über den ROI oder den Unternehmenswert einer Technologie einen großen Einfluss auf ihr Vertrauen hat (40 % in Deutschland vs. 49 % weltweit). Stattdessen führen in Deutschland datenbezogene Herausforderungen eher zu Verzögerungen bei der Entscheidungsfindung und untergraben das Vertrauen in IT-Ausgaben.

Selbstvertrauen vs. Kompetenz: ITFM und FinOps im Wandel

Eine vertrauenswürdige Quelle für Finanzinformationen ist entscheidend, um Technologieausgaben mit Geschäftsergebnissen zu verknüpfen. ITFM- (IT Financial Management) und FinOps-Frameworks spielen unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Rollen bei der Ausrichtung der Technologieausgaben auf strategische Ziele. ITFM bietet eine strategische Grundlage für die IT-Planung, Budgetierung und finanzielle Transparenz. FinOps treibt hingegen die Kostenzurechnung für Cloud-Dienste und andere Technologien mit variablen Ausgaben, wie KI und Kubernetes voran. Allerdings erschweren eine begrenzte Automatisierung und fehlende spezielle Tools zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Datenquellen es Unternehmen, volle Kostentransparenz zu erreichen und genaue Prognosen zu erstellen.

  • Die ITFM-Vertrauenslücke: Obwohl mehr als die Hälfte der ITFM-Experten in Deutschland (55 %) ihre Prognosen für genau (mit einer Abweichung von 2 % bis 5 %) halten, steht dieses Vertrauen im Widerspruch zur geringen Akzeptanz spezialisierter Tools. Nur 37 % nutzen dedizierte ITFM-Tools, während die Mehrheit weiterhin auf ERP-Systeme oder Tabellenkalkulationen zur Verwaltung von IT-Budgets und Ausgaben zurückgreift. Diese Lücke birgt ein potenzielles Risiko: Das Vertrauen in die eigenen Planungs- und Prognosefähigkeiten ist hoch, aber die modernen, automatisierten Werkzeuge zur Validierung der Daten fehlen weitgehend.

  • Der Automatisierungszwang in FinOps-Teams: In Deutschland bewerten 62 % der Führungskräfte die FinOps-Reife ihres Unternehmens als "etabliert" oder höher, dennoch bleiben bestimmte Fähigkeitslücken bestehen. Der Mangel an Automatisierung ist eine weit verbreitete Herausforderung, da 91 % der deutschen FinOps-Teams immer noch auf manuelle Prozesse zur Ressourcenoptimierung angewiesen sind. Das Wachstum von KI und Containerisierung treibt höhere Ausgaben und erweiterte FinOps-Verantwortlichkeiten voran. Dies macht spezielle Tools und Automatisierung für die Erreichung der Top-Prioritäten 2026 unerlässlich: Verbesserung der Prognosegenauigkeit (58 %) und Erhöhung der Kostentransparenz über Teams hinweg (52 %).

Mehr Infos: https://global.apptio.com/de/

Unsere Empfehlungen