KI auf dem Amt? 70 Prozent befürworten den Einsatz

Die Bereitschaft, Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung einzusetzen, wächst. 70 Prozent der Menschen in Deutschland wünschen sich, dass KI bei der Bearbeitung ihrer Anträge zum Einsatz kommt. Im Vorjahr waren es 63 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.004 Personen ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

 

12 Prozent würden Prüfung und Entscheidung sogar vollständig einer KI überlassen – 2025 waren es noch 7 Prozent. 23 Prozent bevorzugen eine Prüfung durch KI mit anschließender menschlicher Entscheidung. Weitere 35 Prozent wünschen sich den umgekehrten Weg: Ein Mensch prüft und entscheidet, die KI kontrolliert anschließend. Nur noch 26 Prozent möchten, dass ihr Antrag vollständig ohne KI bearbeitet wird.

Verwaltung soll proaktiver werden

Mit der Digitalisierung steigen auch die Erwartungen an Behörden. 73 Prozent wünschen sich eine Verwaltung, die von sich aus aktiv wird – etwa wenn Anspruch auf eine Leistung wie Kindergeld oder BAföG besteht oder ein Ausweis verlängert werden muss.

30 Prozent möchten in solchen Fällen automatisch informiert werden, 32 Prozent wünschen eine direkte Nachfrage der Behörde und 11 Prozent würden es begrüßen, wenn eine Leistung sogar automatisch beantragt würde.

Bei laufenden Anträgen wünschen sich 85 Prozent jederzeit online Einblick in Bearbeitungsstand und voraussichtliche Dauer. 62 Prozent sprechen sich außerdem für einen stärkeren Datenaustausch zwischen Behörden aus, damit Angaben nicht mehrfach gemacht werden müssen.

Digitalisierung kommt voran – aber vielen nicht schnell genug

Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent hält die eigene Stadt oder Gemeinde inzwischen für digital fortgeschritten. 2025 waren es 50 Prozent. Gleichzeitig bewerten 19 Prozent ihre Kommune als sehr rückständig.

Mit den Behörden, zu denen sie Kontakt haben, sind 61 Prozent der Befragten sehr oder eher zufrieden. Dennoch bleibt die Bearbeitungsdauer ein Kritikpunkt: 74 Prozent sagen, Behörden benötigten zu lange für ihre Anliegen. Im Vorjahr waren es allerdings noch 85 Prozent.

Besonders deutlich ist der Wunsch nach mehr Tempo: 91 Prozent möchten, dass ihre Stadt oder Gemeinde die Digitalisierung stärker vorantreibt. 67 Prozent sprechen sich für höhere Investitionen aus, 66 Prozent wünschen sich eine messbare Umsetzung politischer Digitalisierungsversprechen.

Auch konkrete digitale Angebote stoßen auf breite Zustimmung. 83 Prozent wünschen sich beispielsweise eine App zur Meldung von Mängeln im öffentlichen Raum, 72 Prozent Echtzeit-Informationen zu Bus und Bahn und 65 Prozent eine Echtzeit-Anzeige freier Parkplätze.

Die Befragung wurde anlässlich der Smart Country Convention 2026 durchgeführt, die vom 13. bis 15. Oktober in Berlin stattfindet.

Mehr Infos: www.bitkom.org

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