Nur 58 % der Beschäftigten geben an, dass ihre Führungskräfte ihnen klar erklärt haben, wie KI zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen soll. Auf operativer Ebene sieht es kaum besser aus: Lediglich 60 % sagen, dass ihre Vorgesetzten ihnen konkrete Beispiele nennen, wie die KI sie bei ihren Zielen oder Arbeitsabläufen unterstützen kann.
Trotz dieser Diskrepanz spüren die Mitarbeitenden ganz klar die Vorteile von KI. Von den weltweit 112.000 Befragten aus 123 Organisationen geben 71 % an, dass sie sich dank KI-Tools produktiver fühlen. Bei den "Power-Usern", also den intensivsten Nutzern von KI, steigt dieser Wert sogar auf 93 %.
Dabei wirkt sich der intensive Einsatz von KI nicht nur auf die gefühlte Produktivität aus, sondern auch auf die Motivation: 72 % der intensivsten KI-Nutzer geben an, dass ihr Unternehmen sie dazu motiviert, mehr zu leisten, als sie es in einer vergleichbaren Position anderswo tun würden, während es bei den Nicht-Nutzern lediglich 57 % sind.
Das Gefühl von zusätzlicher Motivation und Produktivität führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer spürbar geringeren Arbeitsbelastung: 72 % der Power-User empfinden die Arbeitsbelastung für ihre Position angemessen. Unter den Nicht-Nutzern sind es 69 %. Der Unterschied beträgt gerade einmal drei Prozentpunkte.
Die Studie von Culture Amp belegt außerdem, dass die Mitarbeitenden mit offenen Augen der KI begegnen: 86 % sind sich der Risiken bewusst, die mit dem Einsatz dieser Technologie in ihrer Arbeit verbunden sind. Mit zunehmender Nutzung steigt dieses Bewusstsein stetig an - von 67 % bei Nicht-Nutzern bis zu 95 % bei intensiven Nutzern.
Weniger klar ist den Beschäftigten dagegen, was die KI für ihre Zukunftsperspektiven im Unternehmen bedeutet. Das Wissen um interne Karrieremöglichkeiten ist seit Juli 2025 um 10 Prozentpunkte gesunken. Dies ist der bislang größte Rückgang innerhalb eines Jahres, den die Benchmark-Daten verzeichnen. Gleichzeitig liegt die Zufriedenheit mit der beruflichen Entwicklung mit 66 % auf einem stabilen Niveau - ein Wert, der sich in den Engagement-Benchmarks von Culture Amp seit 2021 kaum verändert hat.
"Die Beschäftigten sagen uns ganz klar, dass sie die Risiken kennen, die Tools nutzen und sich dadurch produktiver fühlen", so Amy Lavoie, VP of People Science bei Culture Amp. "Das ist keine Belegschaft, die sich gegen Veränderungen wehrt. Das ist eine Belegschaft, die ihre Hausaufgaben macht und nun darauf wartet, dass die Führung ihren Teil tut."
"Niemand weiß heute mit Sicherheit, welche Stellen und Rollen sich durch die KI ändern werden, welche Kompetenzen in Zukunft zählen werden und wie Karrierewege in drei Jahren aussehen werden. Viele Führungskräfte schweigen deshalb lieber, als etwas zu sagen, das sich später als falsch erweisen könnte. Dabei wäre es gerade jetzt am wichtigsten, offen zuzugeben, dass es noch keinen fertigen Plan gibt und trotzdem weiter im Gespräch zu bleiben. Die Beschäftigten erwarten von ihren Führungskräften keine Gewissheit. Sie erwarten Ehrlichkeit."
>> Mehr Infos: www.cultureamp.com