Fachbeiträge

Ausgabe 5 / 2010
FachbeitragRecruiting

Talent Scouting - Die besten Köpfe für sich gewinnen

von Jürgen Heidenreich

Trotz Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit: Talentierte Hochschulabsolventen sind bei Unternehmen gefragt. Doch die begehrten Überflieger von Deutschlands Universitäten schauen genau hin, bei welchem Arbeitgeber sie unterschreiben. Firmen, die sich viel versprechenden Kandidaten schon während des Studiums präsentieren, haben bei ihnen zumeist bessere Chancen. Doch High Potentials schauen genau hin, bevor sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden. Geld allein macht sie dabei nicht glücklich. Eine offene Unternehmenskultur, der Umgang mit Wissen und eine ausgewogene Work-Life-Balance zählen mindestens genauso viel.

Inhaltsübersicht:

 

Er ist in vollem Gange: der Wettbewerb der Unternehmen um die besten Nachwuchsköpfe, vom amerikanischen McKinsey-Direktor Ed Michaels auch martialisch als „War for Talents“ bezeichnet. Dem drohenden Fachkräftemangel geschuldet, umwerben viele Unternehmen Hoch- und Fachschulabsolventen mit überdurchschnittlichen Leistungen insbesondere aus technischen, wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Studiengängen. Doch die sind wählerisch.

 

High Potentials setzen neue Prioritäten bei der Wahl des Arbeitgebers

Nach einer bundesweiten Studie des Meinungsforschungsinstituts Valid Research im Auftrag von Ernst & Young lassen sich Hochschulabsolventen nicht mehr nur mit hohen Gehältern locken. Priorität bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers haben nach Angaben der 3.000 im Juni 2009 befragten Studierenden vor allem Faktoren wie Kollegialität, Jobsicherheit, ein respektvoller und vertrauensvoller Führungsstil, die Chance zum eigenverantwortlichen Arbeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Der steinige Weg zum Wunsch-Mitarbeiter

Unternehmen sind gut beraten, sich frühzeitig jungen Talenten als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren – am besten schon während der potenzielle Kandidat noch im Studium ist. Der Möglichkeiten gibt es viele: Info-Stände auf Hochschulmessen, Teilnahme an Hochschultagen, Praktika, Hospitanzen, betreute Diplomarbeiten – und natürlich auch die Bereitstellung von Studentenjobs.

 

Doch wie erfährt der Studierende von diesem Angebot? Die potenziellen Interessenten sind über viele Hochschulen und das ganze Bundesgebiet verstreut, die Firmenhomepage ist zwar gut gemacht, aber nicht gut besucht, die personellen Ressourcen für Messe- und Hochschulbesuche sind begrenzt. Gerade mittlere und kleinere Unternehmen machen immer wieder die Erfahrung, dass ihre Angebote entweder nicht genutzt werden oder aber die Kandidatenauswahl suboptimal ist.

 

Das Karriereportal der Techniker Krankenkasse

Darum arbeitet die Techniker Krankenkasse (TK) mit einem Karriereportal im Internet zusammen, das Auszubildende, Studierende und Hochschulabsolventen mit Unternehmen zusammenbringt. Rund 5.000 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dort vertreten, mehr als 10.000 Studierende und Young Professionals haben ihr Profil hinterlegt, rund 15.000 Besucher der Website werden pro Tag registriert. Dieses Portal können Unternehmen nutzen, um Jobangebote für Berufseinsteiger nach dem Examen, Werkstudenten, Traineeprogramme und Praktikumsplätze zu veröffentlichen und ihr Unternehmensprofil einzustellen. Auf Wunsch helfen ihnen die Mitarbeiter des Karriereportals auch bei der Vorauswahl von geeigneten Bewerbern.

 

Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die frühzeitige und zielgenaue Ansprache potenzieller Nachwuchskräfte sowie die Entscheidung für die passenden Kandidaten eine wichtige Voraussetzung ist, um die personelle Zukunft eines Unternehmens zu sichern.

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