2014/1 | Fachbeitrag | Big Data

Big Data – das „Öl des 21. Jahrhunderts“

von Dr. Wolfram Jost

Inhaltsübersicht:



Big Data ist der Beginn einer neuen Ära im Informationszeitalter, in der sich viele Unternehmen noch nicht ganz zurechtfinden, so das Ergebnis einer aktuellen Erhebung von IDG BUSINESS MEDIA mit dem Titel „Business Process Management mit großen Datenvolumina“. Die Mehrzahl der Befragten ist sich darüber einig, dass am Thema Big Data kein Weg vorbeiführt. Kein Wunder, denn das „Öl des 21. Jahrhunderts“ fließt in immer größeren Strömen.

Aufwand für die Integration nimmt zu

Traditionelle Methoden zur Datenverwaltung und -analyse stoßen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, die entstehenden Engpässe bei der Aufbereitung und Verfügbarkeit von Daten zu überwinden. Der Bedarf nach einem funktionierenden „Versorgungssystem“ für die am Geschäftsprozess beteiligten Anwender steigt. Laut Studie sehen rund zwei Drittel der Teilnehmer, dass das Datenmanagement in den nächsten Jahren immer wichtiger wird. Aber auch die zuverlässige und zeitnahe Versorgung der Anwender mit qualitativ hochwertigen Daten entlang der Geschäftsprozessketten beschäftigt die Befragten. Rund 60 Prozent der IT-Manager geben an, dass die Verfügbarkeit bereits heute ein großes Problem darstellt, zu dem sich noch ein weiteres gesellt: Mit dem Volumen nimmt auch der Aufwand für die Integration vor allem heterogener Datensätze und unstrukturierter Datenformate in bestehende Systeme zu, was mehr als die Hälfte der Befragten als große Herausforderung bezeichnen.

Hoher Bedarf an Tools und Lösungen

Da bisherige Methoden für das Daten- und Business-Prozess-Management nicht mehr zufriedenstellend funktionieren, ergreifen IT-Verantwortliche zunehmend die Initiative für die Einführung von Tools und Lösungen zur Bewältigung großer Datenmengen: Jeder Fünfte nutzt derzeit eine Big-Data-Lösung im Unternehmen oder führt sie aktuell ein; jeder Dritte will innerhalb der nächsten zwei Jahre damit nachziehen und ein System implementieren. Allerdings gibt es auch Unternehmen, die keinen Bedarf darin sehen: Knapp 44 Prozent geben an, dass sie aktuell keine Pläne zur Anschaffung eines Tools verfolgen.

Die Hauptanwendungsgebiete für eine Big-Data-Lösung liegen derzeit zum einen im Bereich Data-Warehouse, andererseits in den Bereichen Datenmanagement und -integration. Die Gründe, sich mit dem Thema zu beschäftigen, liegen in der Einführung neuer Geschäftsprozesse, neuer Geschäftsmodelle oder in veränderten Strategien im Geschäftsbereich. In jedem dritten Unternehmen treiben technologische Vordenker Big-Data-Lösungen voran, die erkannt haben, dass die Innovationskraft aus dem Geschäftsbereich nur dann wirkungsvoll umzusetzen ist, wenn IT-seitig die entsprechende Performance geboten wird. Technologische Megatrends wie Cloud, soziale Kollaboration und mobile Endgeräte sind Treiber der zunehmenden Digitalisierung von Unternehmen und erfordern neue Geschäftsmodelle.

BPM als wichtiges Instrument

Das Wissen um den Nutzen einer BPM-Lösung ist in den IT-Abteilungen stark verbreitet: Mehr als 86 Prozent der Befragten betrachten die Anwendung eines Business Process Managements als wichtiges Instrument, um die vorgegebenen Geschäftsziele zu erreichen. Zwei Drittel der IT-Experten verstehen den Nutzen von BPM und haben eine unternehmensweite oder mindestens eine bereichsweite Lösung implementiert. Lediglich 15 Prozent geben an, nicht vollständig verstanden zu haben, wie eine BPM-Lösung die Geschäftsprozesse unterstützen könnte, und eines von fünf Unternehmen hält BPM für das eigene Unternehmen für nicht relevant.

Da die Befragung bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und somit eigener, teils großer IT-Abteilung, durchgeführt wurde, ist nachvollziehbar, dass etwa die Hälfte der Unternehmen über das nötige IT-Know-how verfügt und in der Lage ist, die Geschäftsprozesse IT-seitig eigenständig zu unterstützen. 40 Prozent verfügen zwar über hohes IT-Fachwissen, sind jedoch auf externe Unterstützung bei der Umsetzung von BPM-Lösungen angewiesen. 11 Prozent benötigen diese dringend. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Planung der Ressourcen für die Implementierung von Big-Data-Tools: Mehr als die Hälfte der Befragten lässt sich von einem externen Berater unterstützen. 43 Prozent planen die Umsetzung mit Hilfe eines Software-Anbieters und 55 Prozent bewältigen sie mit eigenen Ressourcen.

Gezielter Einsatz aufgrund hoher Kosten

Für große Datenbestände lassen sich die Verfügbarkeit relevanter Daten und die Extraktion wertvoller Daten durch In-Memory-Technologien extrem verbessern. Das macht sie für etwa jedes zweite Unternehmen interessant für Bereiche, in welchen strategische Entscheidungen getroffen werden wie Finance, Geschäftsleitung, Marketing/Vertrieb. Für die Hälfte der Studienteilnehmer sind diese Technologien bislang zwar wichtig, jedoch strategisch (noch) nicht relevant. Nur bei jedem vierten Unternehmen haben sie strategische Bedeutung in bestimmten Anwendungsbereichen. Experten gehen davon aus, dass sich dies in Zukunft ändern wird, wenn die Datenvolumina größer werden und der Bedarf an Echtzeit-Datenanalysen steigt. Schon heute wird der Mehrwert von In-Memory-Technologien von der Mehrzahl der Befragten vor allem in der Beschleunigung der Datenanalysen und der damit verbundenen Erhöhung der Reaktionszeiten gesehen.

Über „Valuable Data“ zu optimierten Prozessen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich Big Data zu einem zentralen Thema für viele Unternehmen entwickelt hat, besonders im Hinblick auf die Optimierung von Geschäftsprozessen. Das Datenwachstum stellt sie vor große Herausforderungen, die im Wesentlichen darin bestehen, die Qualität und Verfügbarkeit der Daten zu erhöhen, so dass Echtzeitanalysen und fundierte Entscheidungen im Laufe eines Geschäftsprozesses und dessen Optimierung möglich werden. Die Mehrheit der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern befasst sich intensiv mit diesem Thema und setzt zunehmend auf intelligente Tools und Lösungen, um die wachsenden Datenvolumina zu bewältigen. Die Herausforderung besteht darin, die wertvollen Informationen zu extrahieren und den Geschäftsbereichen verfügbar zu machen, die zeitnah auf Trends und Muster reagieren müssen. Mit dem Trend zum digitalen Unternehmen wird diese Aufgabe immer wichtiger, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

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