wissensmanagement - Dezember/Januar 2019

Titelthema

Pflicht oder Kür?
Die Rolle der IT im Wissensmanagement

Wissensmana­ge­ment ist kein rei­nes IT-Thema. Das gilt übrigens auch für die Di­gitalisierung. Und für die künstliche Intelligenz. Der Er­folg von Wissens­management – und aller damit verwandten Dis­ziplinen – steht und fällt mir der Motivation, der Be­geisterung und dem Engagement der involvierten Menschen. Doch – und jetzt kommt das große Aber – Wissensmana­gement funktio­niert in Zeiten von Big Data und Information Overload meistens nicht mehr ohne IT. Die Wissensmengen sind schlichtweg zu groß geworden, um sie mit menschlichen Fähigkeiten bewältigen und, mehr noch, produktiv nutzen zu können. Daher stellen wir in der aktuellen Ausgaben von „wissensmanagement – Das Magazin für Digi­talisierung, Vernetzung & Collaboration“ die Frage: Welche Bedeutung hat die IT tatsächlich für erfolgreiches Wissensma­nagement? 


Editorial

Wissenswertes

Erst der Mensch, dann die IT

von Oliver Lehnert

Wie setzen Sie Wissensmanagement in Ihrem Unternehmen um? Vielleicht mit Office 365 und SharePoint? Oder auf Basis von Confluence? Oder nutzen Sie eine Eigenentwicklung? Im Grunde ist die verwendete IT auch zweitrangig. Denn Wissensmanagement funktioniert prinzipiell auch ohne IT: Wissenslandkarten lassen sich auf einem Flipchart skizzieren, Knowledge Cafés kommen völlig ohne Technikunterstützung aus. Auch der Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch, zum Beispiel in Form von Generationentandems, benötigt keinerlei Software. Hier sind es die Menschen – als Wissensträger – die im Mittelpunkt stehen. Und das gilt nicht nur bei den genannten Beispielen, sondern für das gesamte Wissensmanagement. Das wird auch daran deutlich, dass Wissensmanagement zwar ohne IT auskommen kann, aber nicht ohne den Faktor Mensch.

Praxis Wissensmanagement

Best Practice

Wissensmanagement beim Dichtungsexperten Dätwyler

von Dr. Frank Schön

Unternehmen sind heute mehr denn je mit einer Welt konfrontiert, die von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (VUKA) geprägt ist. Zentrale Herausforderungen, wie Globalisierung und Digitalisierung sowie die zunehmende Informationsflut, machen es für Unternehmen immer schwieriger, dauerhaft mit dem Wandel Schritt zu halten. Um sich auf die immer neuen Bedingungen einstellen zu können und in einer VUKA-Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es für Unternehmen deshalb wichtiger denn je, sich mit dem Erhalt und der Weiterentwicklung von Wissen in der eigenen Organisation auseinanderzusetzen.


Dokumentenmanagement

DMS in neuem Glanz: Duravit setzt weltweit auf ECM

von Julia Pedak

Innovationen im Badezimmer? Dafür steht Duravit. Von Wannen mit integriertem Sound-Modul über Sensor-gesteuerte Badbeleuchtung bis zu smarten Whirl- & Wellness-Systemen: Das Sanitärunternehmen bietet seinen Kunden Hightech für das Bad von morgen – und das in mehr als 130 Ländern. Die Voraussetzung für die weltweite Zusammenarbeit aller Standorte schafft Duravit mit einer Enterprise Content Management (ECM)-Plattform. Sie versorgt die Mitarbeiter rund um den Globus mit den richtigen Informationen und ist die Basis für kundenorientierte Prozesse.


Collaboration

Wissenstransfer im SOS-Kinderdorf Burgenland

von Sezen Akgül

Das SOS-Kinderdorf Burgenland bietet, wie auch der Slogan der Organisation besagt: "Jedem Kind ein liebevolles Zuhause." Berufsgruppen u.a. aus den Bereichen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Psychologie arbeiten in acht unterschiedlichen Teams. Um einem Job im Sozialbereich nachzugehen, wird nicht nur das Know-how aus den diversen Ausbildungen benötigt, sondern auch Erfahrungs- und Methodenwissen. Interessant ist in diesem Zusammenhang zum einen, wie der Wissenstransfer teamintern funktioniert. Zum anderen hängt erfolgreiches Arbeiten auch maßgeblich davon ab, inwieweit der Wissenstransfer teamübergreifend gesteuert wird.

Titelthema

Digitalisierung

Eine rein technische Digitalisierung wird scheitern!

von Dr. Reiner Czichos

Nun versuchen auch noch die letzten Entscheidungsträger und Führungskräfte in den Unternehmen auf den DAG-Zug aufzuspringen. Was ist gemeint? Es geht um Digitalisierung und Agilisierung, und das natürlich Generationen-angemessen. Das Problem: Der DAG-Zug wird vor allem als technische Herausforderung gesehen. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind die menschlichen Aspekte. Notwendig ist das kritische Hinterfragen des DAG-Paradigmas.


Unternehmensentwicklung

Wo lang geht’s? Der Weg zum Geschäftsmodell 4.0

von Matthias Nolden

Die Bedeutung von Geschäftsmodellen hat stark zugenommen. Dies liegt u.a. an neuen technischen Möglichkeiten, den hieraus resultierenden Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen und der Globalisierung. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur entscheidend ist, was man verkauft (z.B. Müsli), sondern vielmehr auch, wie man dies tut (z.B. mymuesli.com).


Unternehmenskultur

Fehlerkultur: Scheitern kann nur, wer sich etwas (zu)traut

von Stefan Dudas

Wir haben es als Kinder alle gelernt: Fehler sind schlecht! Sie ziehen meist unmittelbar eine "Strafe", vor allem aber negative Gefühle nach sich. Diese Erfahrungen zum Thema Fehler nehmen wir in unser Leben mit, mit folgenschweren Auswirkungen: Wir glauben, wir müssten alles können und alles kennen.


Wissenszuwachs

Wissenstransfer: Mit dem Wettbewerb kooperieren?

von Ulrike Stahl

Mit dem Wettbewerber zusammenarbeiten? Unvorstellbar? Oder doch einen Gedanken wert? Mercedes Benz und BMW haben sich offensichtlich für die zweite Möglichkeit entschieden. Und nicht nur die Presse reagierte überrascht. Die Tageszeitung Welt schrieb: "Die Kooperation markiert einen epochalen Wandel." Ja, unser Weltbild kommt ins Wanken. Was ist da los, wenn jetzt schon Konkurrenten zusammenarbeiten? Ein Zeichen von Schwäche? Ganz im Gegenteil: Kooperieren ist stark und intelligent.


Immaterielles Kapital

Eine Wissensdatenbank für Mitarbeiter aufbauen

von Sophia Schrömbges

Es gibt viele Methoden, um eine Wissensdatenbank aufbauen und erschaffen zu können. Und spätestens seitdem der britische Sender BBC mit der Serie "Sherlock" einen großen Hit gelandet hat, ist der "Gedächtnispalast" vielen Leuten ein Begriff. In verschiedenen Szenen wird veranschaulicht, wie der Meisterdetektiv Sherlock Holmes die große Menge an Wissen, die er sich aneignete, abrufbar macht. Verbindungen zwischen einzelnen Begriffen und Zusammenhängen werden visualisiert und lassen so nachvollziehen, wie Holmes zu seinen Schlüssen kommt. Doch ist diese Technik auch auf den Arbeitsalltag übertragbar?

Digitalisierung

Industrie 4.0

Kollege Bot, übernehmen Sie?!

von Raphael Meyer von Wolff, Sebastian Hobert

Seit einiger Zeit entwickelt sich ein Hype um den Einsatz von Technologien der Künstlichen Intelligenz am Arbeitsplatz. Insbesondere so genannte virtuelle Assistenten treten dabei in den Fokus von Entscheidern, um die einzelnen Wissensarbeiter zu unterstützen oder sogar komplette Prozesse automatisiert durchzuführen. Dabei stellt sich die Frage: Ist der Anspruch an virtuelle Assistenten, die Wissensarbeit zu übernehmen? Oder sollen sie vielmehr primär Unterstützung leisten? Im privaten Umfeld zeigt sich ihr Potenzial in Gestalt von Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri v.a. in der Support-Rolle. Die Überführung dieser Einsatzbereiche auf das Unternehmensszenario wird dadurch oftmals forciert, aber nur wenig durchdacht umgesetzt. Die entscheidende Frage lautet folglich: Welche Einsatzbereiche eignen sich für virtuelle Assistenten? Eine Expertenbefragung mit 27 Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen gibt fundierte Antworten!


Erfahrungswissen

Konzept-Maps: So gelingt komplexer Wissenstransfer

von Gerard Hellwig

Die Generation Z und die Millennials leben heute in einer von Informationen überfrachteten Welt. Weil sie über die dritte Dimension des Verstands, die die Grundlage für Intuition, Innovation, Erkenntnis und Kreativität bildet, nutzt und versucht eine sinnvolle Verbindung mit ihrer Umwelt einzugehen, lebt sie gut und erfolgreich in unserer heutigen Welt.


Enterprise Search

Digital Workplace – eine KI-gestützte Wissensplattform

von Dr. Uwe Crenze

Die voranschreitende digitale Transformation führt zu einem immer schnelleren Anwachsen digitaler Inhalte. Dadurch wird es zunehmend schwieriger, nutzwertigen Content zu identifizieren. Dies geht einher mit der Einführung neuer, zusätzlicher IT-Systeme. Die Beherrschung solch einer heterogenen IT-Landschaft wird mehr denn je zu einer Herausforderung. Die Sehnsucht nach dem einen homogenen Informationssystem ist zwar verständlich, aber schon lange eine Illusion. Auch der Heilsbringer Cloud hat die Situation nicht einfacher, sondern komplizierter gemacht. Es sind neue Silos mit digitalen Inhalten entstanden, zwischen denen es keine prozessorientierten Verbindungen gibt. Benötigt wird eine Informationsinfrastruktur, die Brücken baut, Verknüpfungen zwischen Informationen in unterschiedlichen Systemen herstellt, auf dieser Basis Zusammenhänge analysieren kann und die mit diesen Zusammenhängen angereicherten Informationen an einer Stelle abrufbar zur Verfügung stellt. Das Konzept des Digital Workplace (DWP) kann hierfür eine integrative, personalisierte und kollaborative Lösung liefern.

Human Resources

Leadership 2.0

Von Steve Jobs lernen

von Joachim Simon

Viele High Potentials sind fachlich und analytisch brillant; zudem extrem leistungsbereit und ehrgeizig. Trotzdem - oder gerade deshalb - fehlen ihnen noch gewisse Kompetenzen, um ein Leader zu werden, an dem sich andere Menschen orientieren. Also sollten sie diese Kompetenzen gezielt entwickeln, um ihre (Führungs-)Karriere voranzutreiben.


Changemanagement

Die Krise als Chance nutzen

von Dr. Georg Kraus

Krisenzeiten bzw. Marktumbruchzeiten bieten Unternehmensführern die idealen Voraussetzungen, um in ihren Organisationen die nötigen Veränderungen zu realisieren. Denn in ihnen ist für alle Betroffenen einsichtig: "Es muss etwas geschehen, sonst ..." Trotzdem regt sich gegen die geplanten Veränderungen oft Widerstand. Und zwar nicht nur weil Mitarbeiter befürchten, sie könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, sondern auch, weil viele bangen, dass mit der Veränderung Privilegien abgebaut und bisherige Strukturen verändert werden. Schnell wird dann der Vorwurf laut: "Unsere 'Chefs' haben nur noch den eigenen Profit und den der Aktionäre vor Augen." Und: "Unser Management pflegt einen autoritären Führungsstil." Dass solche Vorwürfe aufkommen werden, ist verständlich. Denn jede Veränderung stellt Gewohntes in Frage. Folglich löst sie Unsicherheit aus. Trotzdem ist es erschreckend, welch massive Ängste geplante Änderungen bei Mitarbeitern erzeugen. Dies ist auch in Versäumnissen der Vergangenheit begründet.


Paradigmenwechsel

Was heißt Führen mit Werten?

von Wulf-Hinnerk Vauk

Einen Wertekodex und Leitbilder geben sich Unternehmen in ihren Unternehmensphilosophien und Imagebroschüren nur zu gerne. Doch spiegelt sich das auch in den Produktions- und Arbeitsbedingungen und im Führungsstil wider? Das Vertrauen in Politik, Konzerne und in die Wirtschaftseliten schwindet mit jedem Skandal ein Stückchen mehr. Gibt es überhaupt ein Wertebewusstsein in den Führungsetagen?


Recruiting

Slim-Recruiting: Effizienter ohne Anschreiben?

von Geoffroy de Lestrange

Keine Bewerbung ohne Lebenslauf und Anschreiben. Letzteres verliert allerdings zunehmend an Bedeutung, denn immer mehr Personalverantwortliche lesen das Motivationsschreiben gar nicht mehr. Einige große Unternehmen sind daher bereits dazu übergegangen, komplett auf die erste Seite zu verzichten. Läuft die Bewerbung der Zukunft nur noch über Lebenslauf und Schulnoten, bevor man zum Einstellungsgespräch eingeladen wird?


Weiterbildung

Coaching-Plattformen: Finden sie den perfekten Match?

von Tina Deutsch

Informieren, Shoppen oder Buchen - all das läuft heutzutage weitgehend über Online-Plattformen. Diese orientieren sich stark an den Bedürfnissen der Kunden, bieten mehr Transparenz und ein bequemes Handling. Vorteile, die auch bei Coaching-Plattformen eine große Rolle spielen. Der Markt für diese Weiterentwicklungsmethode wächst und immer mehr Unternehmen setzen auf das passgenaue Matching digitaler Plattformen.

Trends

Cloud Computing

ERP-Trends 2020: Vom Server in die Cloud

von Ertan Özdil

Unternehmen sind heute in der Lage, ein deutlich umfassenderes Bild ihrer Prozesse zu erhalten, viel unmittelbarer und datengestützter zu entscheiden und zu steuern als noch vor wenigen Jahren. Das ist der entscheidende Mehrwert-Hebel der digitalen Transformation! Allerdings nur dann, wenn ihre Technologie dazu auch tatsächlich in der Lage ist. Hier liegen noch immense Optimierungspotenziale brach. 2020 kann dabei zum erfolgskritischen Meilenstein werden. Denn immer mehr Unternehmen ersetzen ihre monolithischen ERP-Systeme durch agile, flexible Cloud-Plattformen, die konsistente Daten aus unterschiedlichen Anwendungen zusammenführen und aktuell bereithalten. Das hat auch Auswirkungen auf das Wissensmanagement!

Heft bestellen