wissensmanagement - August/September 2018

Titelthema

Future Learning:
Weiterbildung in Zeiten der Wissensexplosion

Die Halbwertzeit von Wissen nimmt seit Jahren stetig ab. Gleichzeitig sind wir mit explosionsartig steigenden Informationsmengen konfrontiert. Wissenschaftliche Ergebnisse und technischer Fortschritt bringen immer schneller neue Entwicklungs- und Ausbaustufen heraus. Zudem verändern sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stetig. Um in diesem volatilen Umfeld mithalten zu können, bedarf es ständig neuen Wissens. Klassische Seminare und Weiterbildungsangebote stoßen dabei schon allein aufgrund ihrer Vorlaufzeiten an ihre Grenzen. Situatives Lernen ist es, was Mitarbeiter und Unternehmen heute brauchen, um auch morgen noch up-to-date zu sein. Und das gelingt nur im konkreten Arbeitskontext. Doch wie lässt sich ein solcher Wissenserwerb realisieren und finanzieren? Antworten und konkrete Lösungsstrategien erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe von „wissensmanagement – Das Magazin für Digitalisierung, Vernetzung & Collaboration“.


Editorial

Weiterbildung: Gut gerüstet für die Zukunft?

von Oliver Lehnert

Weiterbildung ist wichtig – und wird künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen. Nach Angaben des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW) Köln investieren 85 Prozent der Unternehmen in den Kompetenzausbau ihrer Mitarbeiter und geben dafür pro Jahr 33,5 Milliarden Euro aus. Aus gutem Grund! Schließlich nimmt die Halbwertzeit von Wissen stetig ab. IT-Fortschritt, Digitalisierung und demografischer Wandel treiben diesen Trend weiter voran. Hinzu kommt, dass wir uns in einem tiefgreifenden Umbruch befinden. Wohin die Reise geht, bleibt – zumindest im Detail – vorerst ungewiss. Welche Jobprofile wird es morgen noch geben? Wie sehen die beruflichen Herausforderungen der Zukunft aus? Und wie können Sie sich die Wissensarbeiter, aber auch die Unternehmen als Ganzes darauf vorbereiten? Ein Kompetenzaufbau mit langfristiger Perspektive ist angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen nur schwer möglich. Es geht vielmehr darum, erforderliches Know-how adhoc aufzubauen. Idealerweise ohne wochenlange Vorlaufzeit und ineffizienten Reiseaufwand – dafür aber mit größtmöglichem Return on Education. Geht das überhaupt?

Kolumne

Kolumne

Die News in Ihrem Intranet interessieren keine Sau

von Martin Seibert

„Welker Quartalszahlensalat. Aufgewärmte Pressemeldungen. Die Geschichte unseres Unternehmens, Teil 9. Im Aufsichtsrat folgt Dr. Behrend auf Dr. Ahrens. Und alle paar Wochen wendet sich ein Vorstandsmitglied ans Volk, wahlweise mit einem Klopfer auf die eigene Schulter oder händeringenden Appellen an die Belegschaft. Das sind Schreckgespenster eines Intranets!

Praxis Wissensmanagement

Digitalisierung

Augmented Reality: Bereiten Sie sich auf ein neues Zeitalter vor!

von Eduard Rüsing

Augmented Reality (AR) hat das Potenzial, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sowohl unsere private Umwelt als auch die Arbeitswelt von Grund auf zu verändern. Beispielsweise wird Erweiterte Realität die Art und Weise verändern, wie wir lernen, wie wir Entscheidungen treffen oder mit der physischen Umwelt interagieren.


Business Development

Gesund wachsen in stürmischen Zeiten: Auf die Mitarbeiter kommt es an!

von Oliver Wegner

Gesundes Wachstum unterliegt klaren Gesetzmäßigkeiten, die gerade in Zeiten von Digitalisierung, Globalisierung, demografischem Wandel und anderen disruptiven Veränderungen, erfolgskritisch sind. Wachstum = Menschen x (Organisation + Führungskultur)Unternehmer – diese Formel hilft Entscheidern, den richtigen Weg einzuschlagen.


Advertorial

Wissen teilen macht erfolgreich! Mit der WBI Methode Wissen einfach im gesamten Unternehmen bereit stellen

von Andreas Sutter

Der persönliche Austausch im Gespräch ist nach wie vor die häufigste Art Wissen weiterzugeben. Gemeinsam entwickelte Ideen und gute Lösungsansätze werden aber meist nicht explizit dokumentiert, was eine Verteilung im gesamten Unternehmen verhindert. Fehler werden daher mehrmals begangen und das sprichwörtliche „Rad wird immer wieder neu erfunden“. Ein größerer Nutzerkreis kann nur erreicht werden, wenn das Wissen in schriftlicher Form erfasst ist und im gesamten Unternehmen verteilt wird. WBI Wissensmanagement hat eine Vorgehensweise entwickelt, die es ermöglicht, zielgruppengerecht aktuelles Wissen weiterzugeben und gleichzeitig eine Informationsflut zu vermeiden.

Titelthema

Weiterbildung

Co-Learning-Space: Neue Lernräume betreten

von Martin Walgenbach, Frank Christlein

Die Unternehmen können die Herausforderungen der Zukunft nur bewältigen, wenn neue Lern- und Weiterbildungsoptionen genutzt werden. Auf der anderen Seite fühlen sich Mitarbeiter bei der Weiterbildung im Unternehmen oft allein gelassen. Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden, wenn innovative Lernformen wie der Co-Learning-Space erfolgreich zum Einsatz gelangen sollen.


Wissenstransfer

Wissensarbeiter lernen problemorientierter und vernetzter

von Jens Gieseler

Lebenslanges Lernen – klar! Aber das Lernen ändert sich vor allem für Wissensarbeiter. Es orientiert sich an konkreten Problemen. Es wird kleinteiliger durch Unterstützung aus dem Internet. Es wächst durch Austausch mit Kollegen. Und die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Außerdem: Sie fühlen sich für ihren Input selbst verantwortlich.


Anreizsysteme

Serious Games: Mit Spiel und Spaß zu erfolgreicher Weiterbildung

von Tomislav Bodrozic

Spielen und Lernen harmonieren perfekt – eigentlich. In den meisten Bereichen des Bildungswesens sorgen aber noch immer viele Lehr- und Lernformen dafür, dass Spiel und Spaß viel zu kurz kommen, und die Freude am Lernen nicht selten erlischt. Das Resultat ist ein Mangel an Motivation, der in Schulen genauso beklagt wird wie in der Aus- und Weiterbildung in Unternehmen. Wie aber lassen sich Lernangebote so gestalten, dass sie gerne und erfolgreich genutzt werden? Innovative Antworten darauf geben Serious Games.


Trends

Future Learning: Wie und wofür lernen wir?

von Christian Friedrich

Unsere Arbeitswelt verändert sich im Zuge der Digitalisierung rasant: Neue Geschäftsmodelle entstehen, bestehende ändern sich und eine Innovation jagt die nächste. Gleichzeitig überrollen uns Informationsfluten und die Halbwertszeit unseres Wissens sinkt rapide. Mit Weiterbildung im bisherigen Stil werden sich die Herausforderungen des Wandels nicht bewerkstelligen lassen. Doch wie sieht nachhaltige Weiterbildung in einer digitalen Arbeitswelt aus und was muss sie leisten?


Lernen & Weiterbilden

Mit Umsetzungsphasen situatives Lernen ermöglichen

von Carsten Kutzner

Situatives und kontextbezogenes Lernen bezieht sich auf die Erfahrungswelt des Lernenden. Und diese Erfahrungswelt lässt sich nur bedingt in den Seminarraum übertragen oder dort simulieren, zumal der Trainer in der Regel mit mehreren Teilnehmern arbeitet. Auch aus diesem Grund kommt den Umsetzungsphasen, also den Phasen zwischen Trainingsmodulen, eine immer größere Bedeutung zu. Denn das ist die Zeit, in der die Teilnehmer das neue Wissen in ihrer beruflichen Praxis einsetzen und einüben können.


Demografie

Interne Wissensvermittlung gegen den Fachkräftemangel

von Bernd M. Wittschier

Im Buch „Die neue Macht der Mitarbeiter“ heißt es: „Noch in diesem Jahrzehnt werden Unternehmen geschlossen werden, und zwar nicht, weil es an Kunden, sondern weil es an den richtigen Mitarbeitern fehlt.“ Fachkräftemangel durch demografischen Wandel, der War for Talents durch Globalisierung und Internationalisierung – die Schlagworte sind bekannt. Eine kreative Antwort auf die Herausforderungen besteht in der Qualifizierung und Motivation auch der leistungsschwächeren Mitarbeiter.


Bildungstransfer

Die Wirksamkeit von Qualifizierungsmaßnahmen erhöhen

von Sabine Prohaska

Inwieweit ist der Lerntransfer in den Arbeitsalltag gelungen? Dies ist die entscheidende Frage, wenn es darum geht, die Qualität und Effektivität von Weiterbildungsmaßnahmen zumindest im Business-Bereich zu beurteilen. Denn ihr Ziel ist es in der Regel, dass die Teilnehmer anschließend ihre aktuellen Aufgaben besser, schneller oder einfacher machen können oder für künftige bzw. neue Aufgaben und Herausforderungen gewappnet sind. Ein Training ist somit zumindest im Business-Kontext nie ein Selbstzweck; entsprechendes gilt für Seminare – unabhängig davon, ob es sich hierbei um Präsenz- oder Online-Seminare handelt.

Digitalisierung

Wissensgesellschaft

Digital Natives: Ab auf die Schulbank!

von Reiner Czichos

Auf der einen Seite der Digital Immigrant, der angeblich die Digitalisierung kritisch betrachtet und den Fortschritt blockiert. Auf der anderen Seite der Digital Native, der souverän mit den digitalen Medien spielt und zur Unternehmensentwicklung beiträgt. Klischees, die sich beharrlich halten – und endlich hinterfragt und aufgebrochen gehören. Der Digital Native kann und muss vom alten Hasen durchaus lernen!


Gesetzgebung

Die Kraft der Meinung: Bewertungsportale im Internet

von Ulrich Franz

Zufriedene Kunden bleiben und ziehen über positive Bewertungen neue Kunden an. Besonders um die unzufriedenen Kunden sollte sich ein Unternehmen jedoch intensiv kümmern, anderenfalls kann erheblicher Schaden durch negative Bewertungen entstehen. Gelingt das nicht, stellt sich die Frage, wie man sich gegen negative Kritik zur Wehr setzt.


IT-Tools

Digitale Personalakte für die Ewigkeit?

von Dietrich von Seggern

Zahlreiche Empfehlungen und Gesetze besagen, dass Inhalte der Personalakte auch nach dem Ausscheiden eines Arbeitnehmers noch viele Jahre aufbewahrt werden müssen. Wie können Unternehmen sicherstellen, dass die Dokumente dann noch lesbar sind? Eine Möglichkeit ist, die Dokumente im PDF/A-Format, dem ISO-Standard für Langzeitarchivierung, vorzuhalten.

Human Resources

Unternehmensstrategie

Ein Unternehmen ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter

von Michael Grotherr

Der einzelne Mitarbeiter wird für das Unternehmen immer wichtiger. Gerade in Umbruchzeiten mit disruptiven Veränderungen über Branchen hinweg sind Arbeitgeber mehr denn je auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Doch noch immer kennen viele Firmen den wahren Wert ihrer Belegschaft gar nicht oder schätzen ihn falsch ein. Doch derzeit entdecken viele Manager das Human Capital Management und somit eine neue Innovationskultur.


Leadership 2.0

Faktor Mensch lässt sich nicht ausschalten: Stress- und Hirnforschung für neuronale Agilität nutzen

von Horst Kraemer

Die jährlichen Gesundheitsberichte liefern steigende Fallzahlen zu Arbeitsunfähigkeit, Präsentismus und Unfallhäufigkeiten. Dem gegenüber stehen steigende Kosten, wenn es um die Rekrutierung neuer Mitarbeiter in Folge des Fachkräftemangels geht. Damit nicht genug: Unser Kernthema – erworbenes Wissen – ist das wichtigste Kapital im Wettbewerb. Die Fähigkeit, dieses Wissen zu nutzen und beim Schaffen von neuen Lösungen produktiv umzusetzen, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit mehr. In vielen Stichproben und Erhebungen in bestimmten Clustergruppen und Generationen ist ersichtlich, dass diese Fähigkeiten nachweislich abnehmen. Was nützt es uns, den Kopf mit Wissen vollzustopfen, wenn wir dieses gar nicht mehr zielführend abrufen können? Die Diskussionen um soziale Kompetenz und geringeres Engagement im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld zeigen einen weiteren Wandel an.

Trends

Digitalisierung

Digitale Transformation mit rasanten Teilchen

von Carsten Hentrich, Michael Pachmajer

Wir sind bei einem klassischen deutschen Mittelständler, einem Familienunternehmen in der Eifel, in dritter Generation erfolgreich im Maschinenbau. Einer dieser Hidden Champions, die bisher still und effizient ihren Weg gegangen sind – und die sich heute mit einer neuen Herausforderung konfrontiert sehen. Denn der digitale Wandel macht vor dem Unternehmen nicht halt.


Prozessmanagement

Zwischen Wissensbestand und Wissensbedarf: Wissensbereitstellung in der Organisation 4.0

von Hartmut F. Binner

Wissen ist mehr als die Anhäufung von Daten und Informationen. Wissen entsteht durch die Interpretation und die logische Einbindung von Daten und Informationen in einen Gesamtzusammenhang, der durch die organisationale Wissensbasis strukturiert ist. Ziel des Wissensmanagements in einem Unternehmen ist es, das Unternehmenswissen prozessorientiert zu identifizieren, zu strukturieren, kontextbezogen einzusetzen und effektiv zu nutzen. Um dies zu erreichen, muss ein ganzheitlicher Wissensmanagementgestaltungs- und -einführungsansatz Anwendung finden. Allerdings darf sich das daraus ergebende vernetzte Wissensmanagement als übergeordnetes Führungssystem nicht als eigene Wissensdisziplin in den Unternehmen neben vielen weiteren Führungsinstrumenten, wie Qualitätsmanagement oder Projektmanagement etablieren. Vielmehr ergibt sich ganzheitliches Wissensmanagement selbstständig über die Vorgabe einer prozessbezogenen Meta-Wissensstruktur.

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