In vielen Industrieunternehmen verzögern sich Abläufe immer noch durch manuelle Routinetätigkeiten. Das Prüfen von Kundenaufträgen, das Überwachen von Lagerbeständen oder die Materialbeschaffung binden Mitarbeitende und ziehen Prozesse in die Länge. Dabei könnten all diese Aufgaben längst sicher und zuverlässig automatisiert erledigt werden. Doch wie kann der "Kollege KI" den Alltag erleichtern und für mehr Effizienz sorgen?
Digitale Mitarbeitende sind leistungsstarke, zielorientierte und branchenspezifische KI-Agenten, die Aufgaben vollkommen selbstständig erledigen und ihr Vorgehen flexibel an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen. Sie greifen an Schnittstellen zwischen Systemen, Abteilungen und Datenquellen ein, wo Entscheidungen sonst aufwendig manuell koordiniert werden müssten. Um anschaulich zu verdeutlichen, wie das in der Praxis funktioniert, stellt der Industrial-AI-Experte IFS vier digitale Mitarbeitende vor, die exemplarisch verschiedene Aufgaben in einem Industrieunternehmen übernehmen:
Customer Order Manager: Geht ein Kundenauftrag ein, ist der Customer Order Manager zur Stelle. Er prüft die Bestellung, erkennt fehlende Informationen und holt bei Bedarf Rückfragen von Mitarbeitenden oder direkt vom Kunden ein. Anschließend legt er den Auftrag strukturiert im System an. So gelangen Aufträge schneller und fehlerfrei in den operativen Prozess, während menschliche Mitarbeitende sich auf komplexere Aufgaben konzentrieren können.
Inventory Replenisher: Weil der Lagerbestand immer hochdynamisch ist, überwacht der Inventory Replenisher kontinuierlich und automatisiert, welche Produkte oder Bauteile verfügbar sind, und löst bei Bedarf Nachbestellungen aus. Auf diese Weise lassen sich Engpässe vermeiden und die Planungssicherheit erhöhen. Das Unternehmen bleibt somit flexibel, ohne dass Mitarbeitende ständig manuell Bestände im Lager prüfen müssen.
Material Replenisher: Wenn Materialien für Produktion oder Serviceeinsätze benötigt werden, sorgt der Material Replenisher dafür, dass alles rechtzeitig bereitsteht. Er analysiert Stücklisten, ermittelt den Bedarf und initiiert die Beschaffung. So werden vermeidbare Produktionsstopps verhindert und Abläufe stabil gehalten.
Supplier Order Manager: Die Kommunikation mit einer Vielzahl an Lieferanten kann schnell aufwendig werden. Der Supplier Order Manager koordiniert Bestellungen, Auftragsbestätigungen, verfolgt Verzögerungen nach und erinnert an ausstehende Rückmeldungen. So bleibt die Beschaffung termingerecht und strukturiert, während Mitarbeitende nicht jeden Kontakt selbst nachverfolgen müssen.
"Automatisierung ist dann erfolgreich, wenn sie Mitarbeitende dort unterstützt, wo Routine am meisten Zeit frisst, und gleichzeitig den Überblick über komplexe Abläufe sichert", sagt Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS. "Digitale Mitarbeitende fungieren dabei wie ein Bindeglied zwischen Mensch, Daten und Systemen. Sie treffen fundierte Entscheidungen, entlasten Teams bei Routineaufgaben und sorgen dafür, dass Unternehmen auch in hektischen Situationen handlungsfähig bleiben."
Der Autor:
Sören Michl ist Vice President AI Adoption bei IFS. Das Unternehmen ist Anbieter von Industrial AI und Cloud-Business-Software für Unternehmen, die Güter produzieren und vertreiben, Anlagen bauen und betreiben sowie Dienstleistungen erbringen. Auf einer einzigen Plattform vereint IFS seine branchenspezifischen Industrial-AI-Lösungen, verbindet sie durch ein gemeinsames Datenmodell und integriert digitale Innovationen.
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