Wissen verschwindet selten plötzlich. Stattdessen geht es meistens leise verloren, wenn erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, wenn Teams wechseln, wenn Fluktuation steigt oder sich Aufgaben verschieben. Zurück bleiben oft sauber dokumentierte Prozesse - aber nicht unbedingt das Wissen darüber, warum Workflows und einzelne Arbeitsschritte in der Praxis tatsächlich funktionieren. Genau dieses Erfahrungswissen entscheidet jedoch in vielen Organisationen über Qualität, Problemlösungskompetenz und Handlungsfähigkeit.
Der demografische Wandel verschärft diese Herausforderung zusätzlich. In den kommenden Jahren werden viele erfahrene Fachkräfte aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Gleichzeitig verändern Fachkräftemangel, hybride Zusammenarbeit und Künstliche Intelligenz die Art, wie Organisationen lernen und Wissen weitergeben. Wissenssicherung wird damit zunehmend zu einer strategischen Führungsaufgabe.
Diese Ausgabe von "wissensmanagement - Das Magazin für Digitalisierung, Vernetzung & Collaboration" widmet sich deshalb ab Seite 18 der Frage, wie Unternehmen Wissen sichern können, wenn Erfahrung geht. Dabei wird schnell deutlich: Wissenssicherung bedeutet weit mehr als Dokumentation. So beleuchtet Robert Menge, wie generative KI dabei unterstützen kann, implizites Erfahrungswissen systematisch zu externalisieren und strukturiert nutzbar zu machen. Gabriele Horcher zeigt, wie Erfahrungswissen mithilfe von Agentic AI zu einem "Corporate Brain" wachsen und damit eine organisationsweite Wissensbasis entstehen kann. Und Lucas Beyer sowie Prof. Dr.-Ing. Stefan Schweiger richten den Blick auf die Folgen des demografischen Wandels und die Frage, welche Rolle generationengerechte Führung künftig spielen muss.
Doch auch jenseits des Titelthemas zeigt sich ein gemeinsames Spannungsfeld: der Umgang mit immer leistungsfähigerer KI bei gleichzeitig wachsender Bedeutung menschlicher Erfahrung und Verantwortung. Wir betrachten unter anderem, warum Wissensmanagement häufig weniger ein Methoden- als vielmehr ein Führungsproblem ist, weshalb Unternehmen lernen müssen, KI wie einen Mitarbeitenden zu führen - und warum kritisches Denken trotz immer leistungsfähigerer KI-Systeme wichtiger wird denn je.
Übrigens: Haben Sie in Ihrer Unternehmenspraxis auch schon Erfahrungen mit dem demografischen Wandel, Wissenssicherung oder KI sammeln können? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen bei den Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen. Der Call for Papers läuft noch bis zum 22.6.
Viele Organisationen stehen vor einer strategischen Herausforderung, die häufig unterschätzt wird: Mit dem altersbedingten Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender geht nicht nur Arbeitskraft verloren, sondern vor allem organisationsspezifisches Erfahrungswissen. Dieses Wissen ist selten dokumentiert. Es steckt in Routinen, situativen Entscheidungen, impliziten Heuristiken und über Jahre entwickelten ...
Wir alle kennen die typischen Symptome unzureichenden Wissensmanagements in Organisationen: An Prozess- und Teamschnittstellen gehen Informationen verloren, Entscheidungen sind im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar, Schulungen stehen losgelöst vom konkreten Arbeitskontext, neuen Mitarbeitenden fällt die Einarbeitung schwer, Wissen wird eher individuell genutzt als kollektiv geteilt und Fehler zwa...
Seit mehreren Jahren ist von einer "neuen Arbeitswelt" die Rede, in der sich mehrere Generationen gleichzeitig zurechtfinden sollen. Mit Blick auf die deutsche Gesellschaft wird der demografischen Wandel relativ deutlich. Bezogen auf den Arbeitsmarkt bedeutet das, dass Arbeitnehmende immer älter werden, während jüngere Genrationen - wie die Gen Z - schrittweise auf den Markt drängen. Die ...
Generative KI verändert, wie Unternehmen arbeiten - und sie schafft eine neue Anforderung: Wissen muss nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Assistenten und KI-Agenten zuverlässig nutzbar sein. Denn Agenten erledigen Aufgaben nicht „im Chat“, sondern greifen auf Informationen zu, folgen Regeln und Prozessen und liefern Ergebnisse - idealerweise mit Quellen und Nachvollziehbarkeit. Der Alltag z...
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein mächtiges Hilfsmittel beim Führen. Doch sie kann menschliche Führung nicht ersetzen - unter anderem, weil sie keine Verantwortung übernehmen kann und über kein Gewissen und Bauchgefühl verfügt....
Bis zum Jahr 2036 gehen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt fast 19,5 Millionen Menschen der Babyboomer-Generation mit den Geburtsjahren 1957 bis 1968 in den Ruhestand. Jährlich scheiden dabei durchschnittlich rund 1,3 Millionen Erwerbstätige aus dem Arbeitsmarkt aus. Dadurch verschärft sich nicht nur der Fachkräftemangel - in Unternehmen droht zugleich ein erheblicher Verlust an Erfahrungs...
Digitale Transformation ist heute allgegenwärtig. Cloud-Lösungen, künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Kollaborationstools versprechen Tempo, Effizienz und Innovation. In vielen Organisationen bleibt die Wirkung jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ein häufiger Grund: Die Technik funktioniert; die Veränderung hingegen nicht. Während Prozesse digital werden, bleiben die Arbeitsweisen...
Ob im Feedbackgespräch, beim Konfliktmanagement oder bei schwierigen Zielvereinbarungen: Führungskräfte stehen zunehmend unter Druck, in kritischen Gesprächssituationen souverän zu agieren. Doch wie lassen sich diese Soft Skills effizient und praxisnah schulen, insbesondere in global agierenden Unternehmen? Der Automatisierungsspezialist Festo setzt auf eine KI-gestützte Lösung, die realistische...
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