2013/8 | Fachbeitrag | Data Scientist

Data Scientists – heiß begehrte Datenexperten

von Michael Hoskins

Inhaltsübersicht:



Warum hat die Funktion des Data Scientist in der IT-Welt so stark an Popularität und Bedeutung gewonnen? Das Hauptziel bei der Big Data-Analytik ist es, große Datenmengen auszuwerten, verborgene Muster zu erkennen und wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Insbesondere sucht man immer nach genügend historischen Daten, um Modelle zu erzeugen, die aufgrund der vergangenen Ereignisse Vorhersagen für die Zukunft erlauben. Je mehr Daten auflaufen, desto schwieriger wird es, solche Modelle exakt und zeitnah aufzustellen. Hier müssen wir uns auf Technologie verlassen, um dies korrekt und kurzfristig zu realisieren.

Das große Ziel: Vorhersagemodelle erstellen

Nehmen wir beispielsweise an, Sie arbeiten bei einer Produktionsfirma, und eine ihrer häufig genutzten Maschinen fällt wegen eines undichten Ventils aus. Dies kann eine Menge Kosten und Ärger verursachen. Wenn Sie jedoch ständig die Leistungskenndaten jeder Maschine (Temperatur, Schwingungen, usw.) messen und in der Lage sind, große Mengen historischer Daten auszuwerten, können Sie feststellen, wann die Maschine ausgefallen ist und möglicherweise korrigierende Maßnahmen ergreifen, damit dies nicht häufiger geschieht. Die Auswertung dieser Daten erlaubt es Ihnen auch, alle Variablen zu untersuchen und herauszufinden, welche Kenndaten am besten anzeigen, wann wieder ein Ventil ausfallen könnte.

Hiervon ausgehend können Sie die Ventile in Echtzeit beobachten und die Zustandsänderung einer unabhängigen Variablen überwachen, die in der Vergangenheit zu einem Ausfall führte und dann das Problem proaktiv beheben, bevor eine Reparatur erforderlich ist. Die einigermaßen verlässliche Vorhersage der Zukunft erlaubt uns eine bessere Entscheidungsfindung und letztendlich eine effizientere und erfolgreichere Betriebsführung.

Data Scientists aus den eigenen Reihen rekrutieren

Es ist gut, über einen speziellen Data Scientist zu verfügen, der aus diesen Daten geeignete Modelle für Vorhersagen erstellt, aber diese Fachleute sind ein knappes Gut. Die Unternehmen setzen alles daran, um einen Data Scientist einzustellen, aber der gesamte Entscheidungsprozess ist komplex und eine Wissenschaft für sich. Was also kann ein Unternehmen tun, um die Wissenslücke zwischen der Programmierer-Ebene und der Business Analyst-Ebene zu schließen? Wie können Unternehmen mit ihren vorhandenen Technologien und Qualifikationen von den Vorteilen vorhersagender Analysen profitieren, auch ohne einen eigenen Data Scientist? Hierzu einige Vorschläg

  • Rüsten Sie Ihre vorhandenen Programmierer und Business-Analysten mit einem hervorragenden Instrumentarium aus, das es ihnen erlaubt, die Aufgaben eines Data Scientist auf einfache Weise zu erlernen und zu übernehmen. Dies kann Ihre vorhandenen Mitarbeiter befähigen, tiefgreifende analytische Probleme anzugehen, wodurch Ihre IT-Abteilung Zeit und Kosten sparen kann.
  • Verbessern Sie die analytischen Qualifikationen Ihrer vorhandenen Mitarbeiter durch kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen. Vielleicht können Sie bei den DBAs als den bereits vorhandenen Datenverarbeitungsfachleuten ansetzen?
  • Suchen Sie sich eine Softwarefirma, welche die Qualifikationen eines Data Scientists in fertige Software umsetzt. Statt auf einen Data Scientist zu warten, können die Geschäftsinhaber die Daten zusammenpacken, sie an einen Anbieter von Analytiksoftware als Service schicken und die Vorhersage zurück erhalten.
  • Suchen Sie sich eine Hochschule, die Data Scientists ausbildet und nehmen Sie Kontakt zu den Ausbildern auf. Auch wenn sich die Maßnahmen noch in einem frühen Stadium befinden, können diese jetzt geknüpften Kontakte dazu beitragen, Ihrem Unternehmen einen leichteren Zugang zu künftigen Absolventen, die als Data Scientists spezialisiert sind, zu verschaffen.

 

 

Fazit

Bis Data Scientists der Industrie in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, könnten noch zehn Jahre vergehen; die Unternehmen können nicht abwarten, bis der Arbeitsmarkt diesen Rückstand aufholt. Jetzt eine erfolgreiche Analyse und Vorhersage der Trends durchführen zu können, kann für Ihr Unternehmen einen Vorsprung vor der Konkurrenz bedeuten. Daher ist es sinnvoll, entweder die Qualifikationen Ihrer vorhandenen Mitarbeiter auszuschöpfen oder eine Software als Interimslösung zu nutzen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Big Data – das „Öl des 21. Jahrhunderts“

Wenn Big Data das „Öl des 21. Jahrhunderts“ ist, wie Analysten gerne titulieren, so entspricht die Datenaufbereitung dem Raffinerieprozess und das Business Process Management (BPM) dem Versorgungssystem, adäquat einer Tankstelleninfrastruktur. BPM liefert den raffinierten Treibstoff für die Geschäftsprozesse. Aber die Big-Data-Industrie steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, ähnlich wie die Öli...

Weiterlesen

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Sicherheitslücken rechtzeitig erkennen & schließen

Betrüger existieren seit Menschengedenken und sie verfolgen noch immer die gleichen Ziele: täuschen, betrügen, irreführen, Fakten und Prozesse manipulieren. Verändert haben sich nur die Mittel, mit denen Täuschungen durchgeführt werden, sowie die Raffinesse der Täuschungsattacken. Mittlerweile ist Betrug zu einer regelrechten Industrie geworden, deren Auswirkungen auf den globalen Handel sich jährl...

Weiterlesen

Gar nicht mehr so wolkig: Datenverluste in der Cloud sind vermeidbar

WISSENplus
Die Vorteile des Cloud Computings liegen auf der Hand: In der Wolke gespeicherte Daten sind praktisch überall und jederzeit abrufbar, lassen sich bequem austauschen und die IT-Kosten sinken. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) schöpfen diese Möglichkeit noch nicht voll aus. Während die einen die Angst vor Datenverlusten oder Virenangriffen davon abhält, auf Cloud-Speicherung zu setzen, Ve...

Weiterlesen

ERP: Planzahlen & Finanzströme tagesaktuell im Blick — auch per App

Deutschland ist auf Expansionskurs: Acht von zehn mittelständischen Betrieben generieren einen signifikanten Teil ihres Umsatzes im Ausland. Dies ergibt die aktuelle Studie „Triebwerk des Erfolgs – der deutsche Mittelstand im Fokus". Um im internationalen Markt zu bestehen, müssen Manager ihre Geschäftstätigkeiten, Planzahlen und Finanzströme tagesaktuell kontrollieren. Zudem ist die Konsolidierung...

Weiterlesen

Business Discovery: Mit Self Service große Datenmengen meistern

Die eigentliche Arbeit bei Big Data liegt nicht in der Auswertung der Daten, sondern in der Vorbereitung der Datenanalyse. Das A und O ist es, das Ziel festzulegen und genau zu prüfen, welche Fragestellungen die Analyse beantworten soll. Denn wer das Ziel nicht kennt, findet auch nicht den Weg dorthin. Dazu sind ein umfassendes Verständnis des jeweiligen Geschäftsmodells und der verschiedenen Geschäftsf...

Weiterlesen

Customer Identity Resolution: Kunden kennen & verstehen lernen

WISSENplus
Customer Identity Resolution hat zur Aufgabe, Unternehmen bei den Herausforderungen im Umgang mit Kunden-Identitätsdaten zu helfen: Das sind die Daten aus unterschiedlichen Quellen, die spezifisch und korrekt einen Kunden, einen Lieferanten, einen Interessenten, einen Meinungsmacher, einen Patienten, einen Steuerzahler etc. identifizieren. Heute, im Zeitalter des Kunden, hat Customer Identity Resolution no...

Weiterlesen

Das wertschöpfende Potenzial von Big Data nutzen

Es ist eine unumstößliche Wahrheit unserer Zeit, dass in der Geschäftswelt ohne IT nichts mehr läuft. Das Gleiche gilt übrigens für das Gesundheitswesen, die Stromversorger und den gesamten Flugverkehr. Unbestritten ist auch, dass die Daten, die in einem Unternehmen auf Basis der eigesetzten IT produziert werden, immer stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Denn der wirtschaftliche Erfolg wi...

Weiterlesen

Unternehmen müssen jetzt das Fundament für Big Data legen

WISSENplus
Die größten Herausforderungen im Umgang mit großen Datenmengen sehen IT-Verantwortliche im Management der steigenden Datenflut, der schnellen Verfügbarkeit relevanter Daten sowie der daraus resultierenden Optimierung von Prozessabläufen im Unternehmen. Das geht aus einer aktuellen CIO-Studie hervor. Dr. Wolfram Jost, Chief Technology Officer und Mitglied im Vorstand der Software AG, gibt im Interview m...

Weiterlesen