2026/5 | Fachbeitrag | Künstliche Intelligenz / Robotic

Copilot Wave 3: Was die neue Agenten-Welle für Unternehmen bedeutet

KI-Agenten, die eigenständig handeln, mehrstufige Workflows automatisieren und als vollwertige Teammitglieder in Microsoft 365 arbeiten: Das ist der Kern der aktuellen Copilot-Neuerungen. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, verschafft sich einen echten Vorsprung.

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Die aktuellen Copilot-Neuerungen drehen sich um einen zentralen Gedanken: KI soll nicht länger nur auf Fragen antworten, sondern selbstständig handeln. KI-Agenten werden direkt in Office-Anwendungen integriert und erledigen wiederkehrende Aufgaben im Hintergrund. Über Microsoft Work IQ erhalten sie Zugriff auf den vollständigen Arbeitskontext des Nutzers, also E-Mails, Dokumente, Meetings und Teams-Nachrichten. So entstehen automatisierte Status-Updates, strukturierte Zusammenfassungen oder vorsortierte Posteingänge, ohne dass der Anwender jeden Schritt manuell anstoßen muss.

Mit Copilot Cowork geht Microsoft noch weiter. Nutzer delegieren komplette Aufgaben, Copilot zerlegt sie in Teilschritte, koordiniert die notwendigen Anwendungen und liefert ein fertiges Ergebnis. Der Prozess läuft transparent ab und lässt sich jederzeit anpassen oder stoppen. Aufgaben können dabei über längere Zeiträume im Hintergrund laufen. Copilot Cowork ist aktuell als Preview im Microsoft Frontier-Programm verfügbar.

Agenten brauchen Governance und Struktur

Neben den von Microsoft bereitgestellten Agenten können Unternehmen eigene Agenten mit Copilot Studio bauen oder Drittanbieter-Lösungen über Konnektoren einbinden. Um diese wachsende agentische Workforce zu verwalten, führt Microsoft die Plattform Microsoft Agent 365 ein. Erstmals werden KI-Agenten wie Nutzer behandelt: Sie erhalten unter anderem eine eigene Identität, Zugriffsrechte und Lizenzen. Die Plattform ist mit Microsoft Entra, Microsoft Purview und Microsoft Defender integriert, sodass Administratoren Echtzeit-Visibilität gewinnen und Richtlinien zentral durchsetzen können.

Governance ist hier elementar. Sobald Agenten abteilungsübergreifend oder firmenweit eingesetzt werden, gelten dieselben Anforderungen wie für jede geschäftskritische Anwendung: Risikobewertung, klare Verantwortlichkeiten, Eintrag im Ticketing-System. Wer das unterschätzt, riskiert unkontrollierte KI-Aktivitäten mit entsprechenden Compliance-Konsequenzen.

Warum Agenten in der Praxis oft enttäuschen

In der Praxis scheitern KI-Agenten selten an der Technologie selbst. Die häufigsten Ursachen für schlechte Ergebnisse sind falscher Scope, unpräzise Instruktionen und mangelnde Datenverfügbarkeit. Ein Agent ist kein Generalist, sondern ein Spezialist, der für eine konkrete Aufgabe und eine klar abgegrenzte Datenbasis konzipiert sein muss. Inhalte, die hinter Zugriffsbarrieren oder aufklappbaren Elementen in SharePoint liegen, findet er schlicht nicht.

Dazu kommt der operative Aufwand. Jeder Agent braucht einen Owner, der Funktion und Datenbasis pflegt und Modell-Updates im Blick behält. Ohne klare Verantwortlichkeit verwildern Agenten schnell. Zudem rechtfertigt nicht jeder Use Case einen vollständigen KI-Agenten. Häufig genügt eine schlanke Automatisierung mit KI-Baustein. Wer das nicht vorab bewertet, investiert mehr als nötig.

Modellwahl und Lizenzierung: Mehr Optionen, mehr Entscheidungsbedarf

Mit den neuen Copilot-Funktionen öffnet Microsoft den Kosmos für Modelle anderer Anbieter. Neben GPT-Modellen von OpenAI können Kunden nun auch Claude-Modelle von Anthropic wählen, in Copilot Chat, Copilot Studio und bestimmten Agenten. Kein Modell ist in allen Szenarien gleich stark, und der Markt entwickelt sich wöchentlich weiter. Wer Use-Case-spezifisch die beste Wahl treffen will, muss kontinuierlich beobachten und bewerten.

Parallel wächst die Lizenz-Komplexität. Zwischen integrierten Pro-Nutzer-Lizenzen, Pay-as-you-Go-Modellen und der neuen Microsoft 365 E7 Suite für 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat ist die wirtschaftlichste Option selten auf den ersten Blick erkennbar. Die E7 Suite bündelt Microsoft 365 Copilot Premium, Agent 365, Entra und E5-Sicherheitsfunktionen unter einer Lizenz. Ob sie sich rechnet, hängt immer vom individuellen Nutzungsprofil und den konkreten Use Cases ab.

So unterstützt SoftwareOne

Die neuen Copilot-Funktionen verlangen strategische Entscheidungen: Welches Modell passt zu welchem Use Case? Welche Lizenz ist wirtschaftlich? Wie werden Agenten sicher und compliant betrieben? Als einer der ersten Partner mit dem Microsoft Frontier Partner Badge und der Microsoft Copilot-Spezialisierung beantworten wir genau diese Fragen. Unser Team umfasst über 1.000 Microsoft-Spezialisten und 18 Microsoft MVPs, ergänzt durch mehr als 30 Jahre Lizenz-Expertise.

Unsere modularen Advisory Services setzen dort an, wo Sie uns brauchen: vom ersten Compliance-Check und Copilot Chat QuickStart-Workshop über Readiness-Analysen und Pilotprojekte bis zur kontinuierlichen Begleitung als Trusted Advisor. Wir beobachten den Markt, filtern relevante Ankündigungen und bereiten sie für Sie auf. So können Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.

>> Mehr Informationen finden Sie hier: https://www.softwareone.com/de-de/digital-workplace-services/services-for-microsoft-365-copilot



Der Autor:

Tomislav Karafilov ist Principal Consultant bei der SoftwareOne Deutschland GmbH und ein erfahrener Experte für Microsoft-Technologien. Seine Expertise liegt in den Bereichen Power Platform, Microsoft 365 und Copilot. Seit 2020 wird Tomislav von Microsoft als Most Valuable Professional (MVP) in den Kategorien "Business Applications" und "M365" ausgezeichnet.

Foto: (C) SoftwareOne

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