Vielfalt wird zum geschäftskritischen Faktor für deutsche Unternehmen

Vielfalt ist gerade für deutsche Unternehmen die wichtigste Voraussetzung für Innovationen – und damit ein geschäftskritischer Faktor für den Erfolg im Wettbewerb. Wenn es den Unternehmen nicht gelingt, die geschlossenen Systeme zu öffnen und Vielfalt in Wertschöpfung umzusetzen, drohen eine massive Abwanderung hochqualifizierter Spitzenkräfte und ein Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, konstatierten die HR-Experten Dr. Angelika Dammann und Thomas Sattelberger sowie PageGroup-Chef Goran Bari? beim PageGroup Diversity-Round-Table.

Vielfalt macht Unternehmen nicht nur wetterfester – so der Konsens in der Runde. Sie ist die Voraussetzung für die Innovationskraft. Gerade in den deutschen Industriekonzernen beobachten die Gesprächsteilnehmer eine „geschlossene Kultur“, die es den Unternehmen unmöglich mache, neue Strömungen und Ideen in Wertschöpfung umzusetzen. Die Folge: Die besten Köpfe wandern an die internationalen Innovations-Hotspots in Asien und den USA ab. Viele große deutsche Unternehmen seien zwar sehr effizient, hätten aber teilweise bereits den Anschluss an Entwicklung verloren.

Bessere Chancen sehen Dammann und Sattelberger bei den kleineren und mittleren Unternehmen. Hier sei die Besetzung neuer Stellen weniger strategie- und politikgetrieben, die Führungskräfte gehen eher pragmatisch vor. KMU schaffen es daher eher, Vielfalt in der Belegschaft nicht nur abzubilden, sondern auch wertschöpfend für das Unternehmen umzusetzen. Für eine offene Unternehmenskultur ist Vielfalt und Diversity Management ein elementarer Bestandteil. Dabei gehe es nicht nur darum, Frauen und Männer oder Junge und Alte ins Unternehmen zu holen. Vielmehr sei es eine Aufgabe der Führungskräfte, die Wertschätzung für das „Anders-Sein“ zu fördern und damit bessere, erfolgreichere Teams aufzubauen. „Wenn Diversity nicht mit Mut von oben in die Unternehmen hineingetragen wird, funktioniert es nicht“, so Dr. Dammann. Angesichts der Flüchtlingsdebatte formulierten die Experten die Aufgabe an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, Neues und Fremdes nicht zu assimilieren, sondern die Vielfalt bewusst zu fördern und eine offene Unternehmenskultur zu schaffen.

Goran Bari? sieht darin eine absolute Notwendigkeit und eine Chance für die Unternehmen. „Organisationen neigen zur Uniformität. Das zeige sich zum Beispiel im Vertrieb. Aber die Welt ist vielschichtig. Deshalb ist Diversity eine logische Konsequenz.“ Als eine der zahlreichen Maßnahmen hat Goran Bari? deshalb die Teams gezielt unter Diversity-Gesichtspunkten besetzt – mit Erfolg. „Viele der besten Teams in der PageGroup werden heute von Mitarbeitern geführt, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben.“

Hintergrund: Der Diversity-Round-Table der PageGroup dient dem konstruktiven Meinungsaustausch zwischen Fachleuten aus der Managementberatung, den Unternehmen und der Medien.

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