Internet der Dinge: Bis 2020 müssen die Gefahren beseitigt werden

Bereits in fünf Jahren werden etwa 5,4 Milliarden vernetzte Geräte für geschäftliche Zwecke genutzt, mehr als 50 Milliarden Dinge insgesamt mit dem Internet verbunden sein und sich die Datenmenge auf etwa 44 Zettabyte verzehnfachen. eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. reagiert auf diese Entwicklung mit eigener Kompetenzgruppe (KG), die dem „Internet of Things“ (IoT) den Weg ebnen will .

Dass das „Internet der Dinge“ (IoT – Internet of Things) die Geschäftswelt revolutionieren wird, darin sind sich die Experten einig. Unklarheit herrscht laut eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. hingegen darüber, was mit den produzierten Datenmengen geschehen soll und wie eine möglichst effiziente Kommunikation gewährleistet werden kann. Grund genug für eco, die neue Kompetenzgruppe KG Smart Environment zu gründen. Für Arzu Uyan, die neue KG-Leiterin, geht es vor allem darum, offene Protokolle und moderne Sicherheitstechnologien einzusetzen und neue, international anerkannte Standards zu schaffen. Die Zeit drängt – auch angesichts der Tatsache, dass bis 2020 mehr als 50 Milliarden Smartphones, PCs, Sensoren und andere Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Dass das Geschäft mit dem IoT sehr lukrativ ist, zeigt auch folgende Zahl: In fünf Jahren werden die Umsätze von derzeit 180 Milliarden Dollar auf mehr als eine Billion Dollar 2020 steigen. Das Internet der Dinge ist sehr komplex und hat daher weitreichende Folgen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – weltweit. „Die neue eco Kompetenzgruppe wird sich daher kritisch mit den Herausforderungen der smarten Umwelt auseinandersetzen und den Weg für das IoT ebnen“, so Uyan. Nach ihren Angaben geht es hierbei vor allem um veränderte Geschäftsprozesse und Organisationsstrukturen in den Firmen, um die Etablierung industrieübergreifender Standards und um Sicherheits- und Privacy-Aspekte. Im Fokus sieht die neue KG-Leiterin deshalb die Erarbeitung von Positionspapieren, die Bearbeitung zentraler Fragestellungen zu intelligenten Lebens- und Arbeitsräumen sowie die Vernetzung der Kompetenzgruppe mit Aktivitäten anderer Kompetenzgruppen, Verbänden und Initiativen zum Internet der Dinge.

„Wenn smarte Dinge miteinander kommunizieren, sich identifizieren und organisieren, so sollte dies möglichst effizient erfolgen. Hierfür bedarf es verlässlicher, international ankerkannter Standards, die es dauerhaft weiterzuentwickeln gilt“, betont Uyan. Dementsprechend müssen Frameworks und Entwicklertools zum Bauen von M2M-Anwendungen im Sinne von Open Source quelloffen entwickelt werden. Interoperabilität ist in diesem Zusammenhang für die IoT-Expertin ein Schlüsselthema: „Es gibt eine unüberschaubare Menge an proprietären und offenen Kommunikationsprotokollen. Da es unmöglich ist, alle Daten dieser Welt in eine einheitliche Struktur zu bringen, ist es hierbei von Vorteil, wenn das Kommunikationsprotokoll Struktur- und Daten-unabhängig ist.“ Ein wichtiger Aspekt ist auch der Bedienkomfort beim Einsatz der Lösung. Die Benutzeroberflächen müssen selbsterklärend und intuitiv bedienbar sein. „Das hilft vor allem auch in der Produktion, denn die Welt der Werker ist weiterhin die der Knöpfe und Hebel, nicht der Maus und filigranen Bedienelemente“, fügt Uyan. 

Durch das IoT werden Fabriken, Wohnungen, Autos und sogar ganze Städte miteinander vernetzt. Mit den produzierten Daten gilt es verantwortungsbewusst umzugehen. Denn das Missbrauchsrisiko ist laut Uyan hier sehr hoch und reicht vom Verlust der Privatsphäre bis hin zur Sabotage ganzer Industriezweige mit ungeahnten Auswirkungen auf Regionen und Nationen. Gelangen Cyberkriminelle über das Internet in kritische Infrastrukturen wie Stromversorgung oder öffentlichen Nahverkehr, so kann das weitreichende Konsequenzen haben. „Allein die von den Marktforschern von AB Research prognostizierten 5,4 Milliarden vernetzten Geräte für geschäftliche Zwecke produzieren sicherheitskritische Daten, mit denen ganze Firmen oder sogar ganze Industriezweige lahmgelegt werden können“, betont die neue KG-Leiterin. „Es muss uns gelingen, geeignete Security-Lösungen für die schöne neue Internetwelt der Dinge zu entwickeln, die von Anfang an im Produktentwicklungsprozess berücksichtigt sind. Dadurch kann der Datenmissbrauch mit seinen weitreichenden Konsequenzen verhindert werden“, fügt die KG-Leiterin hinzu. 

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