Fachbeiträge

Ausgabe 3 / 2017
FachbeitragBest Practice

E-Government in Frankfurt: Höchste Ansprüche an Performance & Datenschutz

von Markus Duus

Inhaltsübersicht:


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Die Ämter und Abteilungen für Informations- und Kommunikationstechnik vieler Kommunalverwaltungen haben sich mit dem Fortschreiten der Digitalisierung zu wichtigen IT-Dienstleistern und Service-Providern entwickelt. In Großstädten betreiben sie mitunter hunderte IT-Services für zehntausende Mitarbeiter an Standorten im gesamten Stadtgebiet: von Kitas über Schulen bis zum Zoo oder dem Standesamt; oft auch Stadtwerke und Verkehrsamt mit wichtigen Steueranlagen. Da in den behördlichen Vorgängen sehr häufig wichtige und eilige Entscheidungen von der Verfügbarkeit spezieller Fachanwendungen abhängen, ist ein verlässlicher und schneller Zugriff auf die kommunalen IT-Services essentiell wichtig. Die ständige Arbeit mit sensiblen Daten von Bürgern stellt dabei hohe Ansprüche an die Datensicherheit.

Überwachung der Services durch Fachabteilungen

Die Verfügbarkeit und Performance der zentral angebotenen IT-Services zu überwachen und im Fehlerfall zielgerichtet zu entstören, ist eine der wichtigsten Aufgaben der kommunalen IT-Leitstellen. Um eine IT-Infrastruktur zu überwachen, kommen zentrale Plattformen zum Einsatz. Doch mit diesen Mitteln kann man letztlich nur die technische Verfügbarkeit der Infrastruktur überwachen. Ob die Nutzer häufig ohnehin an weit verteilten Standorten und entfernten Liegenschaften – tatsächlich mit dem IT-Service arbeiten können, wissen die Verantwortlichen nie zu 100 Prozent.

End User Experience: IT-Services aus Anwendersicht

Wer überwachen möchte, wie sich tatsächlich mit den verfügbaren IT-Services arbeiten lässt, kann zusätzlich ein End User Experience Monitoring einführen. Damit lässt sich die Anwenderperspektive transparent machen. Die Endanwender-Erfahrung kann von Liegenschaft zu Liegenschaft stark variieren; dabei spielt die Qualität der Netzwerkstrecke ebenso eine Rolle wie die Performance des verwendeten Endgeräts. Wer über gut ausgerüstete Hardware, einen leistungsfähigen Netzwerkanschluss und vor allem über eine kurze Entfernung zum Rechenzentrum auf zentrale Services zugreifen kann, wird bei absolut stabiler Verfügbarkeit einen viel höheren Anwendungskomfort erleben, als jemand, der weit entfernt mit veralteter Hardware und schlechter Anbindung arbeiten muss. End User Experience Monitoring informiert standortbezogen darüber, wie performant und stabil ein Service aus der Sicht der jeweiligen Anwender funktioniert, und ergänzt ein bestehendes Infrastruktur-Monitoring um die Nutzerperspektive.

Erfahrungen in Frankfurt am Main

Im Oktober 2015 entschied sich der IT-Leitstand der Stadt Frankfurt am Main für eine spezialisierte Softwarelösung, um ein Monitoring aus Anwenderperspektive zu realisieren. Die Software arbeitet als synthetischer User, der automatisiert IT-Services auf der grafischen Nutzerschnittstelle bedient – genauso wie ein menschlicher Anwender. Währenddessen misst die Lösung Verfügbarkeit und Antwortzeiten ausgewählter Transaktionen, z. B. einen Login ans E-Mail-System oder Datenbankabfragen, und ermöglicht so eine objektive Abbildung der Endanwender-Erfahrung.

„In kürzester Zeit konnten wir gemeinsam mit den Consultants vor Ort die Gesamtumgebung aufbauen“, berichtet Jens Hübel, der damalige Leiter des IT-Leitstandes der Stadt Frankfurt. „Alle Fachanwendungen konnten ohne Einschränkung im End User Experience Monitoring abgebildet werden.“ Die Desktop-Messungen selbst laufen verdeckt; damit erfüllt die Monitoring-Lösung eine der Hauptanforderungen, die im Vorfeld definiert wurden: „Die Auflage ist generell, dass wir sichere Services anbieten wollen“, erklärt Hübel. „Als öffentlicher Dienst erbringen wir u. a. hoheitliche Aufgaben. Wir brauchen also auf jeden Fall eine zugriffssichere Lösung, die den Anforderungen des Datenschutzes genügt.“

Kritische Performancewerte alarmieren

Werte, die kommunale IT-Abteilungen erheben sollten, sind etwa 24/7-Verfügbarkeit und Performance der Fachanwendungen. Die am Kunden-Frontend erhobenen Messdaten werden über eine eigene Schnittstelle direkt an die zentrale Monitoring-Plattform gesendet, die kritische Werte automatisiert an Serviceverantwortliche alarmiert. So lassen sich Engpässe rechtzeitig feststellen – und im Idealfall beheben, noch bevor End-Nutzer sie bemerken.

Mit der Erweiterung der Infrastruktur-Überwachung um ein End User Experience Monitoring der Fachanwendungen hat die Stadt Frankfurt einen Best Practice Case im Sinne einer hohen Qualität der kommunalen Services geschaffen – und die rein technische Sicht auf die kommunale IT um die menschliche Perspektive ergänzt.

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