wissensmanagement - November/Dezember 2017

Titelthema

Wie gelingt der digitale Wandel?
Mit Vernetzung & Collaboration zur Wissensarbeit der Zukunft

Optimale Vernetzung sorgt für maximale Flexibilität. Und die ist dringend erforderlich. In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel gilt es, die geeignetsten Köpfe projektbezogen zusammenzubringen, Kunden in die Produktentwicklung mit einzubeziehen und die besten Partner an einen Tisch zu holen. Auf Knopfdruck sind sie mit einander verbunden und können auf den gesamten Datenbestand – firmenintern oder darüber hinaus – zugreifen, Informationen auswerten und kollaborativ bearbeiten. Das einzige, was Unternehmen dafür benötigen, ist eine schnelle Internetverbindung – und eine Digitalstrategie. Alles andere beziehen sie webbasiert on demand. Sie zahlen nur, was Sie wirklich nutzen, und wählen aus der schier unendlichen Menge an Tools, Apps, Cogs & Co. diejenigen aus, die sie tatsächlich brauchen. So wird die Digitalisierugn zur Maßanfertigung: exakt auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Wie der Weg dorthin aussehen kann und welche Chancen sowie Risiken damit verbunden sind, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von „wissensmanagement – Das Magazin für Führungskräfte“.


Editorial

Digitalisierung: Es läuft. Aber noch nicht rund.

von Oliver Lehnert

Der digitale Wandel gilt – neben dem Fachkräftemangel – derzeit als größte Herausforderung für die Wirtschaft. Das Gros der Unternehmen versteht die Digitalisierung als Chance. Eine Studie des Digitalverbands Bitkom ergab, dass lediglich bei vier Prozent der Organisationen die Risiken überwiegen. Fast zwei Drittel der Firmen haben ihr Geschäftsmodell daher bereits neu justiert. Allerdings fand der Digitalisierungsmonitor 2016 heraus, dass sich Unternehmen bei der Transformation auf die Digitalisierung ihrer IT fokussieren. Erst 33 Prozent haben ihre KPIs auf die neue Situation hin ausgerichtet. Und nur sechs Prozent fokussieren auch auf den dringend erforderlichen Kulturwandel. Entsprechend gehören Orientierungslosigkeit und fehlende Bereitschaft zur Veränderung auch zu den größten Hemmnissen auf dem Weg zum erfolgreichen Wandel. Viele Unternehmen sind zu träge und ihre Strukturen zu starr, um auf die sich radikal ändernden Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Praxis Wissensmanagement

Industrie 4.0

Future Work: Wie arbeiten wir morgen?

von Annika Mierke, Thomas Klauß

Maschinelle Intelligenz, autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter, Bots stehen auf der Themenliste der Medien und vieler Organisationen weit oben. Dabei werden häufig beängstigende Szenarien einer fast vollständig automatisierten Welt geschaffen, in denen die Menschen zumindest als Arbeitskräfte kaum noch gebraucht werden. Aber wie steht es wirklich um die aktuelle Potenz und die zukünftigen Potenziale digitalen Arbeitskräfte?


Interview

„Wissensdokumente sind die Schätze des Unternehmens“

von Guntram Meusburger

Im Jahr 2007 übernahm Guntram Meusburger die Geschäftsführung der Meusburger Georg GmbH & Co KG. Schon seit den 90er Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Wissensmanagement. Als Autor des Buches „Wissensmanagement für Entscheider“ erkannte er schnell dessen Wert und entwickelte eine Methode, die das Wissen seines Unternehmens besser in den Arbeitsalltag und in die Führung integriert. Sein Führungsverständnis ist es, all seinen Mitarbeitern jenes Wissen zur Verfügung zu stellen, das sie für ihre täglichen Aufgaben benötigen. Seine Vision ist, mit „WBI Wissensmanagement“ das Wissen besser zu integrieren und einen Standard für alle zu schaffen. Wie sich das in der Unternehmenspraxis realisieren lässt, darüber hat „wissensmanagement“ mit dem Unternehmer und Wissensmanagement-Experten Guntram Meusburger gesprochen.


Best Practice

Virtualisieren, vernetzen & teilen: Wissensmanagement beim DGB Rechtsschutz

von Werner Bünnagel

Die DGB Rechtsschutz GmbH ist der gewerkschaftliche Rechtsschutz für die Mitglieder der DGB-Gewerkschaften. Mit zirka 750 Mitarbeitern zählt sie zu den größten juristischen Dienstleistern hierzulande. Es ist die Einzigartigkeit in der Kombination von Breite der juristischen Kompetenz und Tiefe des Wissens in den einzelnen Fachbereichen, die dem gewerkschaftlichen Rechtsschutz ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Daher überrascht es nicht, dass die Wissenswirtschaft im Unternehmen eine strategische Funktion übernimmt.


Best Practice

Wissenstransfer in Großprojekten bei thyssenkrupp Marine Systems

von Simon Milewski, Thorben Schmiedeberg, Sven Wuscher

Die gezielte Weitergabe von Wissen und Erfahrungen ist die Grundlage erfolgreich lernender Organisationen und effektiven Wissensmanagements. In der Unternehmenspraxis wird dies aktuell durch die Neuerungen der ISO 9001:2015 sowie der ISO 15288:2015 generell mit zunehmender Relevanz betrachtet. Insbesondere bei der Anbahnung und Durchführung von Großprojekten, wie dem U-Boot-Bau, ist ein systematischer Umgang mit der Ressource Wissen von besonderer Bedeutung. Hohe Produktkomplexität, äußerst lange Projektlaufzeiten, politischer Kontext und hochgradig anspruchsvolle Kunden kennzeichnen diese Projekte. Um sie mit der notwendigen Qualität im zeitlichen und budgetären Rahmen abwickeln zu können, muss erarbeitetes Wissen gesichert, aber auch effizient abgerufen werden können.


Collaboration

KRONE connect – mit neuem Intranetportal gemeinsam in die Zukunft

von Pedro Marcos

Am 1. März 2017 ist „KRONE connect“, das neue Intranetportal der KRONE Gruppe, erfolgreich online gegangen. Mit dieser neuen Collaboration-Lösung verbessert der Landmaschinen- und Nutzfahrzeughersteller seine internen Prozesse, stärkt das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitarbeitern und steigert seine Attraktivität als Arbeitgeber. Schneller Zugriff auf aktuelle Informationen, Dateien und Applikationen sowie Möglichkeiten für den interaktiven Austausch mit Kollegen weltweit: Diese Anforderungen sollte das neue Intranet für alle Kollegen – sowohl im Office als auch in der Fertigung – erfüllen. Entstanden ist ein Sharepoint-basiertes Intranetportal, das viele Aspekte vereint, von zentralen Unternehmensnews über einen Geschäftsführerblog bis hin zum unternehmensinternen Flohmarkt.

Titelthema

Trends

Digitale Transformation: Wohin geht die Reise?

von Ingo Radermacher

Digitalisierung, digitale Transformation, Industrie 4.0, Internet of Things, Cloud Computing, Big Data – was wir mit diesen Begriffen und Schlagworten meinen, sind erhebliche Umwälzungen in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Welches Ausmaß haben sie – welches werden sie erreichen? Wen betreffen und treffen sie ganz besonders – in welcher Form? Und vor allem: Wie bin ich gut dafür gerüstet – als Einzelner, als Mitarbeiter, als Unternehmen?


Digitalisierung

6-Punkte-Plan: So erstellen Sie eine Digitalstrategie

von Dietmar Matzke

Strategisches Denken und Handeln ist von jeher die Königsdisziplin des modernen Managements. Mit der Digitalisierung vernetzen sich die Fach- und Technologiebereiche der Unternehmen in einer nie dagewesenen Dichte. Das erhöht auch die Komplexität der Zusammenarbeit und der dabei entstehenden Produkte und Dienstleistungen für die Kunden. Die Änderungsdynamik erhöht sich und die Ansprüche der Kunden steigen. Etablierte Unternehmen müssen sich mit kleinen, wendigen Start-ups messen, die ihre Geschäftsmodelle bedrohen. Die digitale Transformation ist der Wandel, den Unternehmen gestalten müssen, um die Digitalisierung zu meistern. Am Anfang der digitalen Transformation steht die Strategie zur Digitalisierung. Diese lässt sich in sechs Ankerpunkte unterteilen.


Leadership 2.0

Digitaler Wandel braucht Führung 4.0: Was bedeutet das in der Praxis?

von Markus Dohm

Mittlerweile arbeitet die erste Generation der „Digital Natives“ in den Unternehmen. Die 20- bis 37-Jährigen sind mit Computern aufgewachsen und in einer vernetzten Welt sozialisiert. Ihre Repräsentanten leben ein anderes Kommunikationsverhalten. Sie sind es gewohnt, persönliche Informationen und ihr Wissen zu teilen, dezentral und virtuell in Netzwerken und Projekten zu arbeiten. Auch ihr Wertegerüst basiert auf anderen Säulen als die der heutigen Führungskräfte der zweiten und dritten Ebene. Was bedeutet das für die verantwortlichen Führungskräfte?

Dokumentation + Kommunikation

Automatisierung

Braucht der digitale Wandel Wissensarbeit?

von Frank Schabel

Im digitalen Wandel sind hochqualifizierte Fachkräfte für Unternehmen Gold wert. Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten bringen neue Projekte erst richtig voran – eigentlich. Tatsächlich können Wissensarbeiter aber nicht so arbeiten, wie sie es wollen. Und das liegt vor allem daran, dass sie noch zu sehr in Routinetätigkeiten feststecken, wie die aktuelle Studie von Hays „Wissensarbeit im digitalen Wandel“ eindeutig belegt.


Unternehmenskultur

Ist Digitalisierung wirklich digital?

von Kerstin Schachinger

Die Welt spricht über Digitalisierung. Unternehmen beschäftigen sich seit einiger Zeit bereits damit, wobei der Diskurs weitgehend noch von „wir sollten“ geprägt ist, auch in der Parteipolitik ist das Schlagwort mittlerweile angekommen: So ist es nun zu einem Gesellschaftsthema geworden, das uns alle betrifft, ungeachtet der Branche, in der wir arbeiten. Gehen auch Sie den Weg der Digitalisierung mit?


Mobiles Arbeiten

Praxischeck: Was steckt wirklich hinter dem Konzept „Digital Workplace“?

von Lutz Hirsch

Fast jeder spricht über ihn und dennoch: Wenn es darum geht, den digitalen Arbeitsplatz zu definieren, so herrscht oft noch große Verwirrung. Zwar ist in Zusammenhang mit ihm immer wieder die Rede von „Consumerization of IT“, modernen Software-Lösungen und einer neuen Art des Arbeitens. Oft bleibt aber unklar, aus welchen Bausteinen der so genannte Digital Workplace in der Praxis eigentlich wirklich zusammengesetzt ist. Grund genug, mit bestehenden Mythen aufzuräumen und Klarheit zu schaffen. Denn im Kern besteht der digitale Arbeitsplatz aus diesen drei Elementen: einem personalisierten Zugang in die digitale Arbeitswelt, einer Infrastruktur, die jederzeit und überall den Zugriff auf und das Teilen von Informationen ermöglicht, sowie dem richtigen Mix aus persönlicher und digitaler Kommunikation.


Digitalisierung

Digital Workplace: „Wenn wir wüssten, was wir wissen...“

von Katrin Beuthner

Der Arbeitsplatz hat eine digitale Evolution hinter sich. Es ist längst Normalität, dass ein Arbeitsplatz mit einem Desktop-Computer ausgestattet ist, man ein Notebook mit ins Meeting nimmt und seine Daten auf Netzlaufwerken ablegt. Und diese Evolution ist nicht abgeschlossen. Stetig verläuft sie weiter. Ihr momentaner Stand: der Digital Workplace. Wer also mit der Entwicklung Schritt halten will, der sollte sich mit dem Thema Digital Workplace und seiner Umsetzung im Unternehmen befassen.


Datenanalyse

Wie finde ich das richtige Wissensmanagement-System zur Markt- und Wettbewerbsbeobachtung?

von Paul Santilli, Stephanie Paulutt

Die heutige von Dynamik und hohem Volumen gekennzeichnete Informationslandschaft stellt Fachleute der Markt- und Wettbewerbsbeobachtung (Competitive Intelligence, CI) vor große Herausforderungen: Die bisherige Methodik und die bislang verwendeten CI-Modelle werden von der Skalierbarkeit und dem Potenzial der heute verfügbaren Daten in Bezug auf eine analytische Verarbeitung schlicht aus den Angeln gehoben. Für ein Unternehmen, das sich auf diesen Informationsansturm vorbereiten will, reicht es nicht aus, einfach mehr Menschen mit dieser Aufgabe zu beschäftigen. Es geht vielmehr darum, die Anforderungen aus einer gesamtheitlichen Perspektive zu betrachten und vor allem den Nutzen der Werkzeuge und zugehörigen Prozesse zu verstehen, die einen besseren Einblick in die Datenanalytik liefern können. Der Einsatz eines Wissensmanagement-Systems ist hier ein zentraler Bereich, den es zu erforschen gilt.

Human Resources

Leadership 2.0

Führen durch Digitalien: Persönlichkeit zählt!

von Sabine Abbasi

Die Digitalisierung ist überall anzutreffen und sie schreitet in einem nie dagewesenen Tempo voran. Sie hat bislang Einzug in sämtliche Lebensbereiche gefunden und verändert dabei auch unsere Arbeitswelt maßgeblich und unumkehrbar. In betrieblichen Abläufen eines Unternehmens ermöglicht die Digitalisierung eine Effizienzsteigerung und verbessert hierdurch die Wirtschaftlichkeit. Die Bedeutung des so genannten „Human Factor“, also der Einfluss des menschlichen Erlebens, Denkens und Handelns, ist bei der aktuellen Entwicklung auf keinen Fall zu vernachlässigen, denn die Digitalisierung wird von Menschen gemacht. Zudem ist die Digitalisierung auf das Ziel ausgerichtet, unsere Lebensbedingungen nachhaltig und konkret zu verändern. Bereits aus diesen Gründen kann die Bedeutung des „Human Factor“ für den Verlauf des anhaltenden globalen Transformationsprozesses kaum überschätzt werden.


Best Practice

Wie zufrieden sind Sie? Die apoBank fragt ihre Mitarbeiter

von Christina Redeker

Das Geschäftsmodell der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) strahlt gleichermaßen nach außen wie nach innen: Die Spezialisierung auf das Gesundheitswesen ist das wichtigste Argument, sich als Kunde bei der apoBank gut aufgehoben zu fühlen und schafft zugleich Arbeitsinhalte, mit denen sich die Mitarbeiter in hohem Maße identifizieren. Zu den strategischen Zielen der Bank zählt es, Nr. 1 in der Kundenzufriedenheit und führend in der Mitarbeiteridentifikation und -qualifikation zu sein. Die Bank beteiligt und befragt daher regelmäßig sowohl Kunden als auch Mitarbeiter – mit großem Erfolg.

Trends

Industrie 4.0

Virtuelle Assistenten – was Chatbots künftig leisten

von Clemens Schäffner

Virtual Assistants (VA) oder Virtual Personal Asistants (VPA) sind in der Lage, die Produktivität von Geschäftsprozessen erheblich zu verbessern. Ein VA ist wie ein digitaler Sekretär, der es Benutzern ermöglicht, mit Anwendungen aller Art in einer natürlichen und „menschlichen“ Weise zu kommunizieren. Ein VA kann Aufgaben priorisieren, lernen Routine-Aufgaben auszuführen und für den Benutzer sicherstellen, dass nichts Wichtiges übersehen wird.


Changemanagement

Changemanagement: Wie Sie sich vom Veränderungswahn verabschieden

von Ardeschyr Hagmaier

Der digitale Wandel ist unaufhaltsam und unumkehrbar. Die Konsequenz: Unternehmensführung geht anders, Führung geht anders, Marketing und Vertrieb gehen anders, Wissensmanagement geht anders. Die Folgen des digitalen Wandels strahlen in alle Unternehmensbereiche aus und prägen die Arbeitswelt 4.0. Der Ruf nach Veränderungsprozessen ist allgegenwärtig und wird nicht mehr hinterfragt.

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