Prognose: Die Zukunft der digitalen Bildung

Schüler und Studenten erwarten heute ein hochmodernes Lehr-Angebot. Deshalb müssen digitale Medien zum Standardrepertoire jeder Bildungseinrichtung gehören. Dabei reicht es aber nicht mehr aus, einen Fernsehschrank mit Videorekorder in den Seminarraum zu rollen. Stattdessen brauchen Universitäten und Schulen moderne Technologie-Plattformen, um die Lehr-Potenziale von Videos & Co. voll auszuschöpfen.

In den vergangenen Jahren haben Bildungseinrichtungen bereits viel investiert; aber das Ende der digitalen Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Daher wagt Michael Kummer, Vertriebsleiter EMEA bei Kaltura, Videoplattform-Anbieter für Bildungseinrichtungen, eine Prognose für das Jahr 2016:

1. Digitales Lernen wird unverzichtbar: Multimediale Lehr-Systeme sind 2016 nicht länger eine charmante Zusatzoption, sondern ein Muss für alle Akteure in der Bildungstechnologie. Moderne E-Learning-Systeme werden z.B. Präsenzveranstaltungen ergänzen, indem Lernmaterialien online bereitgestellt sowie vertiefendes Wissen via Wikis und Blogs unter den Kommilitonen geteilt werden. Zudem ermöglichen Lösungen wie die „Video Creativity Suite“ von Kaltura die einfache Produktion und Integration von Videos in das Lehr-Angebot. Lehrer und Lernende können damit Multi-Source-Videos erstellen, d.h. Videos mit interaktiven Inhalten wie Grafiken oder Präsentationen, und diese mit wenigen Klicks im Uni- oder Schulnetzwerk hochladen.

2. Der Markt für Analysewerkzeuge wird sich bereinigen: In den vergangenen Jahren sind viele Anbieter von Analysewerkzeugen für multimediale Lehr-Systeme aus dem Boden geschossen. Doch nur die wenigsten liefern aussagekräftige Daten und unterstützen Institutionen tatsächlich dabei, Ergebnisse, Fluktuationsraten und Engagement zu verbessern. Nun ist der Markt reif für Konsolidierungen; dabei werden sich wohl nur eine Handvoll Anbieter behaupten. Das wird es Bildungseinrichtungen wiederum erleichtern, einen Technologiepartner zu bewerten und auszuwählen.

3. Bildungseinrichtungen werden verstärkt fusionieren: Fusionen sind bei US-amerikanischen Bildungseinrichtungen zunehmend gang und gäbe. Zum Beispiel hat das Verwaltungsorgan des staatlichen Universitätsverbunds im US-Bundesstaat Georgia bereits einige Institutionen zusammengelegt. Die Effizienzgewinne durch Zusammenlegung von Grund- und Sekundarschulen oder sogar Hochschulen sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Diese Entwicklung sollten auch deutsche Bildungseinrichtungen genau beobachten.

4. MOOCs werden von Hochschulen als Marketingtool genutzt: MOOCs (Massive Open Online Courses) haben das Potenzial, integraler Bestandteil der Marketingstrategie einer Universität zu sein: Die offenen Online-Kurse erreichen unzählige Interessierte an weltweit verteilten Orten. Damit bilden sie eine hervorragende Marketing-Plattform, um die Bekanntheit einer Universität zu steigern, deren Markenprofil zu schärfen sowie neue Studenten zu gewinnen und binden. Diese Chance werden sich dieses Jahr immer weniger Hochschulen nehmen lassen wollen.

5. Grund- und Sekundarschulen setzen vermehrt auf digitale Medien: Bislang sind digitale Medien hauptsächlich in Hochschulen im Einsatz. Nun werden auch Vorreiter in Grund- und Sekundarschulen verstärkt auf multimediale Lehr-Systeme setzen. Hierzu zählen vor allem Video-Plattformen; eignet sich das beliebte Medium doch hervorragend, um die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen zu fesseln. Zudem bleiben bewegte Bilder bewiesenermaßen nachhaltiger im Gedächtnis als das gelesene Wort.

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