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Start : Print Magazin : Archiv : Heft 6 Juli/August 2009

Heft 6 August/September 2009

Titelthema
Gut vernetzt:
Social Software im Unternehmenseinsatz

Das Web 2.0 gilt seit Längerem als Schlüssel für den Unternehmenserfolg. Doch vor allem seit Beginn der Wirtschaftskrise setzen immer mehr Organisationen auf das so genannte Mitmach-Web–und das nicht ohne Grund. Denn das Web 2.0 kann Firmen bei zahlreichen Herausforderungen des täglichen Geschäftslebens tatkräftig unterstützen: Es fördert die Kommunikation zwischen den Mitarbeiter und mit externen Dienstleistern. Die Dokumentation von Projektverläufen erfolgt dank Wikis zeitnah, ortsunabhängig und ohne redundante Datenhaltung. Blogs helfen, das Ohr am Kunden zu haben und Trends frühzeitig aufzugreifen. Diese Liste der Web-2.0-Vorteile ließe sich nahezu endlos fortsetzen–doch nützen sie nichts, wenn die Mitarbeiter nicht an einem Strang ziehen, Unternehmensrichtlinien das Mit einander unterbinden oder die Technik und nicht der Mensch im Vordergrund steht.

Titelbild

Editorial
Web 1.0 – Web 2.0 – Web 3.0: Aller guten Dinge sind drei? (PDF)

News

Praxis Wissensmanagement

Haptik
Wissenstransfer mit allen fünf Sinnen
von Karl-Werner Schmitz
Die heutige Informations- und Wissensflut wird so gut wie ausschließlich auf dem visuellen und auditiven Sinneskanal bewältigt. Tasten und Anfassen, Riechen und Schmecken kommen hingegen viel zu kurz. Das Konzept des haptischen Wissenstransfers berücksichtigt alle fünf Sinne–vor allem den Tastsinn. Dabei gilt nicht nur für die Wissensarbeit, sondern auch für viele andere Einsatzbereiche: Der Mensch begreift schneller und besser, wenn er etwas „be-greifen“ kann.

Denkmuster
Gefühl hilft Kopf: Die Rolle der Intuition in der Wissensarbeit
von Jürgen Kässer
„Manager sollten mehr auf ihren Bauch hören“, sagte der renommierte Sozialwissenschaftler Gerd Gigerenzer unlängst in einem Interview im Handelsblatt und rät: „Faktenhuberei kann die Sicht vernebeln. Wenn es hart auf hart kommt, sollten sich Fachleute auf ihre Intuition verlassen.“ Damit hat der Bestsellerautor durchaus Recht: Er leitet den Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und gehört zu den erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Wissenschaftlern Deutschlands. Seine simple Botschaft lautet: Mit einfachen Faustregeln können Chefs schneller, ökonomischer und oftmals auch besser entscheiden, als mit komplexen analytischen Methoden.

Communities
Den Herausforderungen im Bankensektor begegnen
von Carsten Held
Der Druck auf die Bankenwelt ist stärker als zuvor; Dinge verändern sich nicht einfach nur schneller, sondern vor allem mit einer aus der Vergangenheit nicht ableitbaren Dynamik. Regulatorische Anforderungen, Kundenorientierung in Verbindung mit Produktinnovation, technologischer Wandel sowie ständiger Profitabilitäts- bzw. Kostendruck gelten als größte Herausforderungen. Die damit verbundenen Veränderungen wird die Bankenlandschaft in den kommenden zehn Jahren mehr verändern, als dies in den vergangenen 50 Jahren der Fall war: Der Finanzsektor des 21. Jahrhunderts ist komplexer und dynamischer denn je. Wie in anderen Branchen, werden auch in der Bankindustrie Differenzierungsstrategien und Produkte immer schneller von der Konkurrenz kopiert. Deshalb müssen Unternehmen flexibel, schnell und vernetzt agieren. Der bewusste Umgang mit der Ressource Wissen gilt dabei als wichtige Voraussetzung, um die Effizienz, die Effektivität sowie die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken.

Titelthema

Gut vernetzt
Social Software im Unternehmen: Chancen nutzen, Risiken managen
von Jörg Albrecht
Social Software und Social Networking sind eine Chance für die Verlängerung der zwischenmenschlichen Arbeitswirklichkeit in computergestützten Netzwerken. Sie bilden damit eine logische Antwort auf eine zunehmend verteilte Lebens- und Arbeitsweise: Noch vor einigen Jahren dachte und handelte man mangels geeigneter Transport- und Kommunikationstechnologien lokal. Persönliche Kommunikation–im Sinne von Synchronität und oft auch Kopräsenz–war mit allen Interaktanten möglich. Heutzutage bedarf es hingegen immer stärker der medialen Vermittlung. Längst prägen neben Telefon und E-Mail auch so genannte soziale Internet- oder Intranetanwendungen das Miteinander–privat wie geschäftlich.

Auf dem Weg zum intelligenten Internet: Wohin führt das Web 3.0?
von Henning Gattwinkel
Mühsam hat man sich den Begriffs- und Erlebniswelten des „Mitmach-Internets“, des so genannten Web 2.0 genähert, da steht bereits die nächste Ausbaustufe 3.0 in den Startblöcken. Handelt es sich dabei „nur“ um eine Verbesserung der Technologien? Oder ist es etwas völlig Neues? Welche Veränderungen sind zu erwarten? Und was unterscheidet eigentlich das Web 3.0 vom „Vorgänger“ Web 2.0? Nun, das lässt sich nicht so einfach beantworten, da die Trennschärfe nicht immer klar ist. Grob gesagt hat das Web 2.0 einen sozialen Charakter, ein Miteinander, ein aktives Gestalten. Web 3.0 bringt Struktur in das „globale Wissen“, ist das „überall-Internet der Dinge“ und führt über die stark zunehmenden 3D-Darstellungen in eine fortschreitende Verschmelzung des Realen mit dem Virtuellen. Daher ist es ratsam, das Web 3.0 eher als Ergänzung, nicht als wirklichen Nachfolger zu sehen.

Twittern in Unternehmen
von Peter Schütt
Twitter ist die zurzeit am meisten diskutierte und am stärksten wachsende, neue Web-2.0-Anwendung. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Man hinterlässt Nachrichten mit maximal 140 Zeichen und andere können sie abonnieren. Was vom Nutzen her zunächst fragwürdig erscheint, begeistert immer mehr Menschen. Doch was ist daran so faszinierend? Welche Rolle spielt diese Entwicklung für das Wissensmanagement? Und welchen Nutzen können Unternehmen daraus ziehen?

Schichtwechsel: Eine neue ära der Suchmaschinen kündigt sich an
von Susan Tuchel
Vier von fünf Suchanfragen in Deutschland beantwortet derzeit der amerikanische Suchmaschinengigant Google. Doch der Markt ist umkämpft. Ende Mai startete der als Antwortmaschine angekündigte Webdienst Wolfram Alpha des britischen Physikers und Softwareunternehmers Stephen Wolfram. Am 1. Juni ging Microsoft mit seiner neuen Suchmaschine Bing ins Netz. In den USA kletterte das Nutzungsaufkommen mit dem Nachfolger des glücklosen MSN Live Search in der zweiten Woche bereits auf über 16 Prozent. Die Wechselbereitschaft der Surfer ist–laut aktuellen Studien–groß. Gefragt sind neue Suchtechnologien im Web 2.0 sowie im Web 3.0, die Soziale Netzwerke oder semantische Verfahren nutzen. Denn diese versprechen genauere Treffer. Ebenfalls auf dem Vormarsch: vertikale Suchmaschinen, die jeweils bestimmte Nischen abdecken und für ihren Bereich exaktere Ergebnisse liefern.

Haben Google & Co. bald ausgedient?
von Markus Henkel, Stephan Gruber
Was würden wir ohne das World Wide Web (WWW) machen? Es ist eine scheinbar unendliche Informationsquelle, aus der wir fast jede Antwort schöpfen können. Fast? Web-Anfragen lassen Google und Co. immer öfter unfruchtbar wirken. Häufig verläuft die Suche schleppend oder sogar komplett ins Leere. Abhilfe versprechen zunehmend semantische Suchmaschinen.

Dokumentation + Kommunikation

Business Process Management
Effiziente Geschäftsprozesse nach ISO 9000 – geht das?
von Simone Glitsch
Viele Unternehmen verfügen über ein Qualitätsmanagement-System nach DIN EN ISO 9000. Damit haben sie erste Erfahrungen, wie man durch das Dokumentieren von Geschäftsprozessen und Audits die Geschäftsprozesse nachhaltig beeinflussen kann. Leider tragen jedoch häufig Managementfehler dazu bei, dass das System nicht richtig wirken kann. Welche sind das? Und wie lassen sie sich erfolgreich vermeiden?

DMS EXPO
Rechnungsprozesse automatisieren & Compliance-konform klassifizieren
von Nicole Körber
Der thematische Charakter der diesjährigen DMS EXPO, die vom 15. bis 17. September 2009 in Köln stattfindet, ist vielfältig. Während die Veranstalter das Konferenzprogramm weiter in Richtung Output Management, Web 2.0 und Produktinformation ausbauen, reagieren die Anbieter auf das nach wie vor starke Interesse nach Lösungen für digitalen Posteingang und -bearbeitung. Zu diesem Thema findet am letzten Messetag auch eine Vortragsreihe am Stand des VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. statt, der in diesem Jahr wiederum ideeller Träger der DMS EXPO ist.

Human Resources

Interaktionsmatrix
Wissensaustausch sichtbar machen
von Steffen Dörhöfer, Wolfgang Eberling
Aufgrund dynamischer Marktanforderungen und der internen Komplexität von Unternehmen sind zukünftige Entwicklungen nicht mehr allein auf der Grundlage von bestehendem Wissen zu bewältigen. Das Managen von Informationen bedeutet immer auch den strukturierten Umgang mit Ungewissheit. Somit gerät der Umgang mit „ungesichertem“ Wissen immer mehr ins Blickfeld der Unternehmen. Dies erfordert zunehmend Tools, die die Konstitution und Verwendung von Wissen in solchen Kontexten sichtbar und evaluierbar machen– und zwar in Echtzeit. Mit der Interaktionsmatrix befindet sich derzeit ein solches Werkzeug in der Test- und Entwicklungsphase.

Employer Branding
War for Talents: Kann Ihre Firm bei High Potentials punkten?
von Annette Schmidt, Axel Haitzer
Die Qualität des Employer Brandings ist im Kampf um die Fachkräfte ein entscheidender Faktor. So sehen es 90 Prozent der Mittelständler heute als notwendig, sich mit einer prägnanten und positiv besetzten Arbeitgebermarke zu positionieren. Dies hat eine Umfrage von compamedia, dem Ausrichter des Wettbewerbs „TOP JOB–Die 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand“ ergeben. Doch dieses Ziel lässt sich nicht allein durch externe Kommunikation im Sinne von Werbung für das eigene Unternehmen aufbauen. Gefragt ist strategisches Personalmanagement. Dabei ist der Umgang mit den Bewerbern im Rekrutierungsprozess ein wesentlicher Bestandteil, denn schon in dieser Phase gilt es zu beweisen, dass sich der Bewerber beim richtigen Unternehmen beworben hat und die „Werbeaussagen“ in der Stellenausschreibung, auf der Website und im Image-Prospekt auch tatsächlich gelebt werden.

Trends

Vermarktung
Das Geschäft mit dem Wissen
von Anette Kübler, Thomas Strobel
In einer Wissensgesellschaft wird Wissen immer mehr zu einer wichtigen Ressource, die jedoch durch rasche Fortschritte bereits nach kurzer Zeit wieder entwertet sein kann. Damit stellen sich für Unternehmen neue Fragen für den Umgang mit ihren immateriellen Werten: Wie kann die Vermarktung von Know-how zu einer neuen und attraktiven Option für Unternehmen werden? Wie lassen sich damit zusätzliche Umsätze erzielen und neue Geschäftsmodelle entwickeln? Damit gewinnen wissensbasierte Geschäfte zunehmend an Bedeutung. Ihr Ziel ist es, vorhandenes Know-how entweder als Produkt (zum Beispiel Studien, Trainingsmodule) oder als Dienstleistung (zum Beispiel Projektarbeit, Beratung) anzubieten.

Immaterielle Werte
ITIL & Co.: Der Faktor Wissen–ein oft vernachlässigter Aspekt
von Simone Schmid
Der Betreuungsbedarf komplexer IT-Systemlandschaften ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Um den reibungslosen Betrieb entsprechender Anwendungen zu gewährleisten, müssen IT-Service-Provider zur effizienten Lösung systembezogener Probleme weit reichende Organisationsstrukturen bereitstellen. Erschwert wird dies durch den hohen Anteil wissensintensiver Aufgaben innerhalb der Serviceprozesse, welcher in herkömmlichen Referenzmodellen wie ITIL bisher kaum berücksichtigt wird. Daher bedarf es der Entwicklung wissensbasierter Referenzmodelle. Nur so können Unternehmen schneller und qualitativ hochwertiger auf Kundenanforderungen im IT-Servicebetrieb reagieren.

Wissenswertes

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Buchvorstellung
Wissen als Mittelpunkt des Wettbewerbs

Kolumne
Wissensmanagement mit Web 2.0? Ein Stoßseufzer!
von Gabriele Vollmar


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Letzte Änderung: 09.03.2010 | Impressum | Kontakt

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