Heft 1 Januar 2009
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Unternehmen im Umbruch:
Von der arbeitsteiligen zur lernenden Organisation
Der Weg von der industriellen Produktions- zur Wissensgesellschaft geht mit einem fundamentalen Wandel für die Unternehmen und ihre Organisationsstrukturen einher. Heute – auch zukünftig – sind es die immateriellen Ressourcen, die über Erfolg oder Misserfolg am Markt entscheiden. Alle Beteiligten sind daher gefordert, sich lebenslang und berufsbegleitend fortzubilden. E-Learning- und Blended-Learning-Konzepte helfen, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Doch damit nicht genug! Denn in der Unternehmenspraxis ist es zunehmend das implizite Erfahrungswissen, das zählt. Hier greifen viele klassische Weiterbildungsmodelle (noch) zu kurz. Generationen-übergreifende Ansätze, Tandem-Verfahren und Teamarbeit über Abteilungs- und Hierarchiegrenzen hinweg fördern den Austausch zwischen den einzelnen Kompetenzträgern. |
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Editorial
Leben heißt lernen (PDF)
News
Praxis Wissensmanagement
Trends & Entwicklungen
Der Blick in die Glaskugel: Wissensmanagement 2009
von Peter Schütt
2008 war das Jahr der Wiederauferstehung des Wissensmanagements. Da interessiert die Frage, wie es denn im neuen Jahr weitergehen wird, umso mehr. Auch wenn die Wirtschaftskrise fleißig an den Grundfesten rüttelt, so bleibt die Mechanik des sich globalisierenden Wettbewerbs bestehen und sorgt für nachhaltigen Bedarf an immer neuen Innovationen einerseits und an Produktivitätssteigerungen auch im Bereich von Wissensarbeit anderseits. Welche Faktoren werden nun 2009 in den Vordergrund treten?
Social Software
Wie man ein Wiki zum Leben erweckt
von Frank S. Miller, Thomas Pfeiffer
Teile und profitiere! In der kollektiven Intelligenz der Mitarbeiter liegt das Potenzial jedes Unternehmens. Ein Unternehmens-Wiki hebt diesen Schatz. Ob wertvolles Fachwissen, wichtige Prozessabläufe, neue Erkenntnisse oder entscheidende Zahlen, Daten, Fakten – alles steht allen zur Verfügung, jederzeit und schnell. Die beste Voraussetzung, um den Job noch effizienter und erfolgreicher zu erledigen. Doch wie bei allen informellen Netzwerken steht und fällt der echte Erfolg mit dem Glanz in den Augen der Mitarbeiter. Wer nicht motiviert ist, sein Wissen mit den Kollegen zu teilen, wer keinen Mehrwert darin erkennt oder schlichtweg keinen Spaß am Mitmachen hat, der wird sich dagegen entscheiden. Genau diesen Faktoren lässt sich aber mit ein wenig didaktischer Raffinesse entgegenwirken.
Beratungsunternehmen
Wertschöpfung durch Wissensschöpfung
von Markus Zinnbauer, Jürgen Benkovich
Insbesondere Consulting-Unternehmen sehen sich aufgrund ihrer ausgeprägten Abhängigkeit vom Faktor Mensch mit der Flüchtigkeit von Wissen konfrontiert. Gleichzeitig stellen die wechselnden Klientenprojekte besondere Anforderung an ein professionelles Wissensmanagement. Letztendlich gilt es, Projektwissen fallweise unter Beachtung der notwendigen Geheimhaltung abstrakt wiederverwendbar und von den ursprünglichen Wissensträgern, den Projektmitgliedern, losgelöst zu erhalten.
Titelthema
Unternehmen im Umbruch
Gelebte Werte – gelebtes Wissen
von Konrad Stadler
Noch in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt die bürokratische Organisation als das Idealbild eines Unternehmens. Mit fest definierten Funktionen und einem Grundstock an Wissen und Methoden war ein Höchstmaß an Stabilität garantiert. Seit dieser Zeit lastet auf den Unternehmen ein gewaltiger Veränderungsdruck. Die Automobilindustrie hat angesichts der immer stärker werdenden japanischen Firmen Ende der siebziger Jahre mit Lernwerkstätten begonnen, starre Schemen zu verlassen und die Organisation weiterzuentwickeln. Banken und Versicherungen ist nach der New-Economy-Blase klar geworden, dass ein innerer Umbau dringend notwendig ist. Das Grundmuster des Maschinenmodells aus linearen Prozessabfolgen und genau messbaren Teilschritten gerät an seine Grenzen. Der Grund: Problemstellungen sind extrem vielschichtig geworden und einem ständigen Wandel ausgesetzt.
Strukturierte Prozesse für höchste Qualität
von Leonhard Fromm
OP-Tische, die die Effizienz des OP-Saals um 50 Prozent erhöhen; Fräsmaschinen, deren Herstellungskosten um 20 Prozent sinken oder Elektrowerkzeuge, deren Absatz um 40 Prozent steigt, sind Beispiele aus der jüngeren Firmengeschichte von Design Tech. Das 1983 gegründete Büro für Industriedesign gehört europaweit zu den führenden Anbietern. Hinter dem Erfolg steht ein lernendes Unternehmen mit konsequenten Strategien, die Inhaber Jürgen R. Schmid mit seinem zwölfköpfigen Team täglich lebt und weiterentwickelt.
Performance Check: Auf dem Weg zum lernenden Unternehmen
von Oliver Damm, Frank W. Hilsberg, Christine Tuchscherer
Ein lernendes Unternehmen beantwortet die Notwendigkeit, sich mit permanent wechselnden Rahmenbedingungen zu beschäftigen – mit Lernprozessen auf allen Ebenen. Globalisierung, Internationalisierung, mündige Kunden, der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt, Bedürfnisse, die nicht mehr eindeutig Kundengruppen oder Milieus zugeordnet werden können. Dies sind nur einige Stichpunkte, die belegen, dass es nur noch eine Konstante gibt: den Wandel oder stetigen Veränderungsdruck. Daher geht es gar nicht mehr darum, ob sich ein Unternehmen zu einem lernenden wandeln muss. Wer sich hier und heute mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigt, gehört schon morgen zu den unternehmerischen Dinosauriern – vor dem Aussterben kaum mehr zu retten. Stattdessen steht das „Wie“ einer raschen Umsetzung im Fokus. Der Weg führt zunächst über einen Performance Check, der den Ist-Zustand im Unternehmen analysiert, Engpässe aufdeckt und den Prozess hin zum lernenden Unternehmen mit einer konsequenten Kommunikationsstrategie begleitet.
E-Learning: schneller, besser, billiger
von Michael Sudahl
Virtuelles Lernen ist für viele Menschen bereits alltäglich: unterwegs über den iPod, via Notebook auf dem heimischen Sofa und immer öfter sogar am Firmen-PC – während der Arbeitszeit. Überall und vor allem, wann sie wollen, können Know-how-Hungrige heute ihre Wissenslücken schließen. Nach einer Studie des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung in Essen nutzen zwischen 19 (bis 100 Mitarbeiter) und 60 Prozent (ab 5.000 Mitarbeiter) der Beschäftig-ten in deutschen Firmen E-Learning zur individuellen Weiterbildung. Martin Kurz, Präsident des Forums DistancE-Learning bestätigt, dass sich mehr als 300.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr über virtuelles Fernlernen neues Wissen aneignen. Wilfried Berg von der Bonner Akademie hat als neuesten Trend E-Learning-Software mit Adventure-Features ausgemacht – die v.a. junge Menschen anspricht.
Lernen heute: mobil und unterhaltsam
von Linda Breitlauch
Mit dem rasenden Entwicklungstempo der Informations- und Wissensgesellschaft nimmt das Bildungs- und Kompetenzmanagement in Unternehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Standardisiertes Wissen verliert an Bedeutung. Arbeitnehmer müssen künftig mit einem mehrmaligen Komplettaustausch ihrer Wissensgrundlagen rechnen. Die Personalentwicklung steht damit vor der Herausforderung, Mitarbeitern die richtigen Tools und Techniken für „Learning on the Job“ zur Verfügung zu stellen. Damit ist E-Learning gefragt wie nie. Auch ein Blick auf die internationale Bildungsmesse LEARNTEC zeigt, dass die Branche mit massenweise neuen Lösungen aufwartet. Schnell, mobil und unterhaltsam werden die Lerneinheiten von morgen sein – damit der Lerner im stressigen Berufsalltag am Ball bleibt!
Virtueller Stress-Coach: Technologie, die entspannt
von Antonella Lorenz
Was in der Vergangenheit als typisches Management-Symptom galt, zieht sich heute quer durch alle Verantwortungsbereiche: Stress als Folge psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Stressbedingte Ausfälle verursachen einer aktuellen Studie des Bundesverbands deutscher Betriebskrankenkassen zufolge einen Schaden von 6,3 Milliarden Euro für die Gesamtwirtschaft. Unternehmen haben den Stellenwert eines gesunden Mitarbeiters daher als entscheidenden Schlüssel für mehr Produktivität erkannt und investieren in gesundheitsförderliche Arbeitsstrukturen. Geht es um Stressabbau, reagieren die meisten Betriebe erst dann mit Gegenmaßnahmen, wenn Mitarbeiter bereits erkrankt sind. Präventivansätze konnten bisher kaum wirkungsvoll umgesetzt werden. Mithilfe eines modernen Online-Trainings hat ein Münchner Kreditinstitut einen Weg gefunden, alle Mitarbeiter individuell beim eigenen Umgang mit Stress am Arbeitsplatz zu unterstützen.
Dokumentation + Kommunikation
Web 2.0
Teamarbeit 2.0: So starten Wikis durch
von Susanne Collins
„Wickie und die starken Männer“, so lautet der Titel des neuen Films von Comedian Michael Bully Herbig. Wenn Unternehmen überlegen, ob sie den Web-2.0-Trend Wiki einführen, brauchen sie keine starken Männer. Gezielte Planungen, ein durchdachter Zeitplan und ein pfiffiges Wiki-Team, das hinter den Kulissen der hoffentlich lebhaften Community die Fäden in der Hand hält, helfen hier tatkräftiger als eine Horde Wikinger. Darüber hinaus dienen andere erfolgreiche Unternehmens-Wikis als Best Practices. Denn Enterprise 2.0 mag zwar in aller Munde sein, doch nur wenige wissen, wie sie diesen Modebegriff nachhaltig und Nutzen stiftend in ihren Geschäftsalltag integrieren.
Implementierung
Wissensportal 2.0 – Anwender bestimmen den Nutzwert
von Thomas Gerick
Das Projekt ist offiziell zu Ende. Das Wissensportal ist installiert. Das System läuft. Die Anwender sind geschult. Der Prozess steht. Wissen wird generiert und sogar verwertet. Alles läuft perfekt. Zunächst. Denn die Erfahrung zeigt: Akzeptanz und Anwendung von Wissensmanagement-Lösungen nehmen nach der ersten Hype-Phase deutlich ab. Eine konstant hohe und nachhaltige Nutzung erfolgt nicht. Aber warum scheitern viele Wissensportale – zumal im Web-2.0-Zeitalter? Und welche Auswege gibt es aus diesem Dilemma?
Erfahrungsaustausch
Kommunikation braucht ein solides Fundament
von Falk Huppenbauer
Die Abwicklung komplexer Projekte erfordert eine effiziente Kommunikation und Kooperation zwischen Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern. Dazu nutzt die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH den virtuellen Teamroom vitero. Die Plattform erlaubt nicht nur den Austausch von technischem Know-how, sondern erleichtert durch die ergonomische Benutzeroberfläche auch die Projektorganisation und sorgt so für effizientere Arbeitsprozesse.
Zusammenarbeit
Wiki – Einsatz im Unternehmen?
von Christian Fuchs
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat innerhalb kürzester Zeit ein Millionenpublikum erreicht – vor allem durch die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren und eigene zu erstellen. Das Beste daran: Artikel, Kommentare und inhaltliche Kontrolle basieren zum überwiegenden Teil auf Freiwilligkeit.
Human Resources
Wissenstransfer
Informieren, aber richtig: Das Dilemma der internen Kommunikation
von Michael Müller
Unternehmen funktionieren durch Kommunikation. Mithilfe von Kommunikation werden Informationen ausgetauscht, Handlungen koordiniert, Innovationen entwickelt, Produkte und Dienstleistungen hergestellt sowie auf den Markt gebracht. Für das Gelingen dieser Operationen sind sowohl quantitative als auch qualitative Dimensionen der Kommunikation relevant. Wird Wissen beispielsweise im falschen Medium oder in einer zu geringen Menge kommuniziert, führt das bei den Mitarbeitern zu Informationslücken. Das Anwachsen der Kommunikationsmenge kann also durchaus sinnvoll sein – allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Denn die Annahme, dass Unternehmen durch immer mehr Kommunikation auch immer besser funktionieren würden, gründet sich auf einem Trugschluss. Genau diesem Irrglauben sind in den vergangenen Jahren allerdings zahlreiche Organisationen zum Opfer gefallen. Das ergab eine aktuelle Studie zur internen Kommunikation (IK) in deutschen Großunternehmen.
Implizites Know-how
Mitarbeiter gehen – wo bleibt ihr Wissen?
von Benno Ackermann
Erfahrene Mitarbeiter werden pensioniert, wechseln intern die Stelle, kündigen oder nehmen längere Zeit Urlaub. Der daraus resultierende Wissensverlust für das Unternehmen kann immens sein: Mit der Person, welche den Arbeitsplatz verlässt, geht auch ihr Erfahrungswissen verloren. Dieses rechtzeitig zu identifizieren und wo erforderlich weiterzugeben, ist daher eine der zentralen Aufgaben des internen Wissensmanagements. Dazu zählt auch, fundiert darüber zu entscheiden, welche Personen zu den zentralen Wissensträgern gehören – und welches unternehmerische Risiko eine fehlende Wissenstransparenz in sich birgt.
Erfahrungswissen
Bühnenreif: Wissenskommunikation á la Hollywood
von Benjamin Hentschel, Parissa Haghirian
Die Bedeutung von Wissensmanagement und -kommunikation in modernen Unternehmen ist unumstritten, dennoch wird die effiziente Informationsweitergabe von vielen Faktoren behindert. Einerseits sinkt durch den erhöhten Einsatz von virtuellen Medien die Zahl der Meetings und Gespräche. Auf der anderen Seite wirken sich Hierarchien und lange Entscheidungswege negativ auf freie Kommunikationsflüsse aus, besonders zwischen unterschiedlichen oder weit verstreuten Abteilungen. Auch die Organisationskultur oder festgefahrene Routinen erschweren es, internes Wissen aller Mitarbeiter Profit bringend zu generieren und innerhalb der Organisation weiterzuleiten. Der japanische Elektronikkonzern Fuji Xerox wirkt dieser Entwicklung entgegen und experimentiert schon seit einigen Jahren mit neuen Kommunikations- und Wissenstransfer-Modellen. Das jüngste Beispiel ist die Virtual Hollywood Platform, mit der das Unternehmen alte Strukturen aufbricht und versucht, das Wissen unterschiedlichster Mitarbeiter zusammenzuführen.
Trends
Datensicherheit
Informationen als sensible Unternehmenswerte verstehen
von Andreas Eicher
Wichtige Unternehmensdaten verschwinden, werden gestohlen oder achtlos liegen gelassen. Wer kennt sie nicht, die fast täglich wiederkehrenden Meldungen rund um den „worst case“ in der Datensicherheit und dem damit ausgemalten Informationssupergau. Leider mangelt es trotz der Warnungen von Experten in vielen Unternehmen noch immer an der richtigen Einstellung im Umgang mit sensiblen Firmendaten. Was fehlt, ist oft eine klare Sicherheitskultur in den Unternehmen. Darüber hinaus müssen Mitarbeiter durch Wissensvermittlung für das Thema sensibilisiert werden. Ein Plädoyer für den Wert von Unternehmensdaten.
Sensible Informationen
Produktpiraterie – Prävention statt Reaktion
von Julian Bahrs, Gergana Vladova
Fälschungen und Schutzrechtsverletzungen sind kein neues Thema. Neu ist dagegen der rapide quantitative Anstieg der illegalen Nachahmungen und der Organisationsgrad der Fälscher. Verschiedene Studien schätzen den durch Produktpiraterie entstehenden Schaden auf fünf bis neun Prozent des Handelsvolumens. Dies betrifft verstärkt Investitionsgüter und bei weitem nicht mehr nur Luxusartikel. Somit sind zunehmend auch mittlere und kleine Firmen mit Industriekunden be- troffen. Eine entsprechende Gestaltung der Informations- und Wissensflüsse im Unternehmen kann helfen, Produktpiraterie effektiv entgegenzuwirken.
Informationsbestand
Datenqualität optimieren – Einsparpotenziale nutzen
von Eric Ecker
Wie wichtig das Thema Wissensmanagement für Unternehmen ist, bestätigt unter anderem die aktuelle Fraunhofer-Studie „Wissen greifbar machen: Den Umgang mit Wissen beschreiben und bewerten“. Auf den Punkt gebracht heißt es dort: Wissensmanagement ist längst keine vorübergehende Modeerscheinung mehr, sondern verlangt in der Unternehmenspraxis nach klaren Konstrukten und stringenten Vorgehensweisen. Daher stellten die Verantwortlichen das Konzept der Wissensdomänen 15 kleinen und mittelständischen Firmen vor. Ihr Ziel: Die Organisationen sollen bei ihren Wissensmanagement-Aktivitäten konsequent vorgehen und sich auf die wesentlichen Inhalte sowie das relevante Know-how im Unternehmen stützen.
Wissenswertes
Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager
Buchvorstellung
Web 2.0 und Unternehmen: Das passt zusammen!
Kolumne
Wer braucht schon Wissensmanagement?
von Gabriele Vollmar
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