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Start : Print Magazin : Archiv : Heft 6 August/September 2006

Heft 6 August/September 2006

Titelthema
Wissen, die Kennzahl von morgen: Wie bewerte ich das Intellektuelle Kapital?
Die monetäre Bewertung und Bilanzierung des Wissens in Unternehmen gewinnt nicht nur aufgrund internationaler Rechnungslegungsvorschriften zunehmend auch in Deutschland an Bedeutung. Vielfach fehlen jedoch in den Unternehmen noch die notwendigen Voraussetzungen zur Einführung eines Steuerungs- und Bewertungssystems für werthaltige Wissenseinheiten. Für einen wert steigernden Einsatz der Ressource Wissen müssen in Unternehmen aller Branchen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein. Wie dies im einzelnen aussehen kann, erfahren Sie hier im Titelthema.

Titelbild

Editorial
Der Preis von Wissen (pdf)

News

Praxis Wissensmanagement

Mein Wissen und ich
Wissen gehirngerecht vermitteln
von Peter Meierhofer
Eine neue Studie verblüfft die Fachwelt: Weder Prozess- noch Kostenoptimierung führen zum langfristigen unternehmerischen Erfolg. Unternehmen sind dann langfristig erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, die Potenziale ihrer Mitarbeiter auszuschöpfen. Die herkömmliche schulische Lehr-Lern-Organisation tut sich schwer mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe. Daher erobern derzeit frische, unkonventionelle Ideen, die neues Wissen gehirngerecht vermitteln und umgesetzten, den Weiterbildungsmarkt.

Wissensaustausch
Wissensmanagement und Philosophie
von Georg Simet
Schon seit Längerem ist in den fachwissenschaftlichen Diskussionen viel vom integrativen Ansatz die Rede. Die zunehmende Spezialisierung und Ausdifferenzierung unter dem wissenschaftlichen Ideal "clare et distincte" führt uns "Abendländer" weiterhin und immer mehr in das Paradox, dass wir uns immer weiter spezialisieren und damit unser Blickfeld immer weiter einengen. Im Gegenzug wissen wir von dem Wenigen, das wir als Experten wissen, immer mehr. Um dies zu überwinden, bedürfen wir des Korrektivs, des (integrierenden) Blicks über die Fachgrenzen hinweg auf Ganzheitlichkeit hin.

Geschäftsprozesse optimieren
Geschäftsprozess-Outsourcing: Komplexität beherrschen
von Nina Claudy
Der Markt für Projekte zum Geschäftsprozess-Outsourcing (GPO) in Deutschland wächst rasant: Bis 2009 wird er nach Analysen des Marktforschungsinstituts IDC um über 17 Prozent jährlich zulegen. Buchhaltung, Personalwesen und IT-Infrastruktur werden zu flexiblen Services, die Unternehmen lediglich nach Bedarf von Spezialisten einkaufen. Auch das Verwalten von Akten, Kundeninformationen, Rechnungen und Verträgen wird zum Gegenstand des GPO. Ein funktionierendes digitales Dokumentenmanagement ist der Schlüssel für schlankere Prozesse und hohe Kosteneinsparungen: IDC hat unlängst errechnet, dass europäische Betriebe bis zu 15 Prozent ihres Umsatzes für das Dokumentenhandling aufwenden. Zum Beispiel um ältere Unterlagen aus dem Archiv heraus zu suchen: Nach Studien der Fachhochschule Berlin kostet das pro Seite im Schnitt immerhin 1,66 Euro.

insight
Wissensorganisation
Generationen managen
von Peter Schütt
Eine Generation ist eine Gruppe von etwa Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen und Werte verbindet. Etwa alle zehn Jahre gibt es einen Wandel dieser Wertesysteme und damit einen Generationswechsel. Da Generationen auch im Wettbewerb zueinander stehen, lassen sich so zahlreiche Kommunikationsprobleme in Unternehmen erklären - und lösen. Hieraus entstehen neue Aufgaben für das Wissensmanagement.

Titelthema

Intellektuelles Kapital
Wissen - die Kennzahl von morgen
von Frank Deser, Raimund Hudak
Als naturwissenschaftlich und rational geprägte Westeuropäer haben wir in Laufe unserer Industriegeschichte herausragende technische Kompetenzen entwickelt. Das Wissen auf dem Gebiet dieser harten Faktoren wurde systematisch perfektioniert - ebenso alle dazugehörigen Kennzahlen Während die Erfassung von Schlüsselkennzahlen für den Bereich der harten Faktoren eine schon sehr lange Tradition hat, wurden die weichen Faktoren sehr lange stiefmütterlich behandelt. Erst im Zuge neuerer, ganzheitlicher Modelle zur Unternehmenssteuerung wurden die weichen Faktoren als substanziellem Beitrag zum Unternehmenserfolg ebenbürtig berücksichtigt. Wie aber können diese weichen und unsichtbaren Faktoren sichtbar, gemessen und somit für ein Management im Sinne der Realisierung von Visionen und Strategien gestaltbar gemacht werden?

Rating des Intellektuellen Kapitals
von Thomas Auer
Seit mit dem Skandia-Navigator vor 12 Jahren das Zeitalter der Bewertung des intellektuellen Kapitals (IK) begann, kommen jährlich dutzende neuer Bewertungsmodelle auf den Markt. Viele werden anfangs enthusiastisch begrüßt und dann doch wieder verworfen. Sind IK-Berichtsysteme zu akademisch und zu wenig praktikabel? Oder berücksichtigen sie die realen Bedürfnisse der externen Zielgruppen nicht ausreichend? Weil oft beides zutrifft, kann ein Blick über den Tellerrand des intellektuellen Kapitals nicht schaden. Vielmehr noch: Er bringt überraschende Erkenntnisse.

insight

Intellektuelles Kapital bewerten und steuern
von Gabriele Vollmar, Ulrike Baral
Wie können wir unser Unternehmen und dessen Leistungen aussagekräftig in der Öffentlichkeit darstellen? Diese Frage beschäftigte die Stuttgarter beo Gesellschaft für Sprachen und Technologie mbH. Die komplexe Dienstleistung des Unternehmens im Bereich der technischen Übersetzung lässt sich Außenstehenden, darunter durchaus auch (potenziellen) Kunden und Geldgebern, nur schwer vermitteln. Daher weckte die Wissensbilanz als externes Kommunikationsmedium und internes Steuerungselement das Interesse der Unternehmensführung.

Dokumentation + Kommunikation

WM-System
Der service-basierte Knowledge Desktop
von Klaus Tochtermann
Die Anbieter heutiger Wissensmanagementsysteme verstehen sich häufig als "Complete Functionality" und "Full Service" Anbieter, die Unternehmen das für ein erfolgreiches Wissensmanagement erforderliche Funktionsangebot aus einer Hand anbieten. Die Entscheidung für oder gegen ein Wissensmanagementsystem eines Herstellers hängt - abgesehen von den Kosten - davon ab, inwieweit das Angebot zu den Anforderungen der Nutzer passt. Meist ist dieser Match nicht perfekt, sodass entweder kundenspezifische und kostspielige Systemanpassungen erforderlich sind oder aber die Nutzer ihre Anforderungen an den Systemfunktionalitäten ausrichten müssen. Beides ist nicht optimal. Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Die Antwort heißt: "Ja." Die Lösung hat ihren Ursprung im aktuellen Megatrend Web 2.0 und heißt Service-basierter Knowledge Desktop.

Wissensmanagement und Logistik
Wissen als Grundlage für logistische Prozessinnovationen
von Christian Butz
Die Logistik ist heute aufgrund der Internationalisierung der Märkte, dem zunehmenden Wettbewerbs- und Kostendruck, den wachsenden Qualitäts- und Serviceanforderungen sowie der zunehmend individualisierten Kundennachfrage ein Differenzierungsmerkmal für Unternehmen. Vor diesem Hintergrund nimmt die Notwendigkeit von Innovationsvorhaben unternehmensinterner und -übergreifender logistischer Prozesse zu, um durch ständige Effizienzsteigerungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Prozessinnovationen werden gegenüber den Produktinnovationen allerdings häufig vernachlässigt, worin u.a. der Grund für die Wettbewerbsschwäche zahlreicher deutscher Unternehmen und die Stärke vieler japanischer Unternehmen gesehen wird.

Wissensverteilung
Corporate Blogs im Wissensmanagement
von Isabella Peters, Wolfgang G. Stock
Weblogs und Podcasts haben in den Alltag vieler Unternehmen Einzug gehalten. Für die interne wie externe Unternehmenskommunikation versprechen sie einen neuen effizienten, insbesondere sehr schnellen Distributionskanal. Die Zahl der Beiträge in Blogs entwickelt sich rasant. In vielen Fällen existieren mehrere Beiträge zu einem Thema. Wie erkennt man hier das neue Wissen und wie ordnet man neue Beiträge "alten" Themen zu? Und wie indexiert man - bei minimalem Mitteleinsatz - Blog-Beiträge bzw. Themen, sodass das darin enthaltene Wissen dem Unternehmen stets abrufbar zur Verfügung steht?

Human Resources

Implizites Wissen
Die Logik des Unsichtbaren
von Elisabeth Vogel
Manager und Fachkräfte müssen Entscheidungen unter hohem Zeitdruck und unter Berücksichtigung vielfältiger Aspekte treffen. Komplexität, Dynamik und Soft Facts sind die Herausforderungen des Managements von heute. Systemische Strukturaufstellungen machen verdecktes Wissen zugänglich, das über andere Methoden nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand erfasst und ausgewertet werden kann. Sie eröffnen damit neue Perspektiven und ermöglichen Lösungen - besonders in schwer entscheidbaren, Risiko geladenen oder fest gefahrenen Situationen.

Personalmanagement
Wissen in Bewegung
von Michael Würzelberger, Richard Pircher
In Anbetracht der kurzen Halbwertszeiten im IT-Bereich spielt der Umgang mit Wissen im Unternehmen eine wesentliche Rolle. Daher beschäftigt sich Raiffeisen Informatik seit drei Jahren mit der Implementierung von Wissensmanagement in der Gesamtorganisation. Ausgangspunkt für diese Initiative ist der Personalbereich. Die Verknüpfung von Maßnahmen im Personal- und Wissensmanagement zeigt die starken Wechselwirkungen und sich überschneidenden Zielsetzungen dieser Disziplinen.

Trends

DMS Expo

Ausgereifte Inputmanagementlösungen und intelligente Recherchetools
von Nicole Körber
In diesem Jahr findet die DMS EXPO vom 19. bis zum 21. September 2006 erstmals auf dem neuen Kölner Messegelände in der Halle 8 statt. Seit ihrer Gründung hat sich die DMS EXPO als europaweite B2B-Fachmesse für elektronisches Informations-, Enterprise-Content- und Dokumenten-Management etabliert.

Standards in der elektronischen Archivierung
von Dagmar Causley
Die elektronische Archivierung ist heute auch aus den meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Zu hoch sind die gesetzlichen Anforderungen, zu groß die Vorteile, die sich mit einer entsprechend adressierten Lösung realisieren lassen: Die z.B. in GoBS und GDPdU formulierten Vorschriften lassen sich mit dem richtigen Archivierungssystem ohne Aufwand befolgen. Zudem profitieren Unternehmen mit einer gesetzen- und vorschriftenkonformen Lösung nicht nur von Revisionssicherheit und gerichtlicher Verwertbarkeit, sondern auch von einer effektiven Archivierung auf höchstem Niveau.

Potenziale im Posteingang erschließen
von Thomas große Osterhues
Das Sichten, Bewerten, Sortieren und Verteilen der eingehenden Post gehört zu den klassischen Aufgaben der zen¬tralen Poststelle. Diese stehen jedoch im Zeitalter zunehmender Digitalisierung der Arbeitsabläufe auf dem Prüfstand. Die Vorteile, den Posteingang frühzeitig zu digitalisieren, liegen auf der Hand: Die in der Eingangspost enthaltenen Informationen werden schnell, automatisiert und zielgerichtet im Unternehmen verteilt. Das spart Zeit und Geld.

Nicht schützenswert: der Papierposteingang
von Johannes Schacht
Wie war das doch gleich: die Menge der Eingangspost wird zukünftig weniger, die Kommunikation über E-Mail wird steigen? Stimmt, zumindest für Letzteres. Doch in Anbetracht der weiterhin zunehmendem Eingangspost in den Unternehmen verblasst die Idee von der papierlosen Kommunikation und Informationsvermittlung zusehens. Oder müssen wir einfach nur unseren Blickwinkel ändern?

Wüstenrot und Württembergische: Lösungswissen auf Knopfdruck
von Thomas Gerick
Aus den IT-Abteilungen der drei Konzerngesellschaften Wüstenrot, Leonberger sowie der Württembergischen Versicherung wurde 2002 die W & W Informatik GmbH als IT-Dienstleister für den gesamten Konzern gegründet. Sie betreut zwei Großrechner, über 500 Server und etwa 20.000 Clients. Der Bereich IV - Support und Service bietet heute konzernweit für 16.000 Endanwender Vor-Ort-und Bestell-Services, 1st und 2nd Level Support sowie Benutzeradministrations-Dienste an. Vor allem ein verbesserter Zugriff auf dokumentiertes Lösungswissen sollte sicherstellen, dass das jährlich auflaufende Volumen von ca. 200.000 Anrufen deutlich effizienter bewältigt werden konnte.

Wissenswertes

Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager

Buchvorstellung
Natur und marktgerechte Unternehmensführung

Kolumne
Wissen und die Frage nach seiner Bewertung
von Manfred Bornemann


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Letzte Änderung: 11.02.2008 | Impressum | Kontakt

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