Heft 2 März / April 2006
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Wissen muss nicht teuer sein:
Wissensmanagement im Mittelstand
Die systematische Nutzung der Ressource Wissen ist die Basis für die Entwicklung von Wettbewerbsvorteilen und für die Initiierung gezielter Lernprozesse im Unternehmen. Vielen mittelständischen Unternehmen ist die steigende Bedeutung der Ressource Wissen sehr wohl bewusst. Der konsequente Aufbau eines Wissensmanagements steckt dagegen oft noch in den Anfängen. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in der Schwierigkeit, eine quantifizierbare Aufwand-Nutzen-Relation für die Entwicklung eines Wissensmanagements zu erstellen. Dass sich der Aufwand auch für Mittelständler lohnen kann, legen Ihnen unsere Autoren ausführlich dar.
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Editorial
Die Kosten sind überschaubar (pdf)
News
Praxis Wissensmanagement
Tools
Wer suchet, der findet
von Peter Schütt
Die Techniken der Suche haben sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Eine Stecknadel im Heuhaufen des Internets zu finden, ist heute überraschend einfach geworden. Bei Unternehmensdaten sind die Herausforderungen immer noch ungleich größer. Aber auch hier gibt es aufregende Entwicklungen und die Vision, dass die Suchmaschine auf Fragen richtige Antworten ausgibt, ist auch schon fast Wirklichkeit geworden.
Geschäftsprozesse
Wissensverlust stoppen
von Ravi Nirankari, Thomas Anderl
Die Lebensdauer der Produkte von EADS Military Air Systems (EADS MAS) ist in der Regel länger als ein Arbeitsleben. Die Bewahrung von Erfahrungswissen ist für das Unternehmen also ein wichtiger Erfolgsbaustein. Daher liegt der Schwerpunkt der Wissensmanagementarbeit genau auf den Aspekten des Wissenserhaltes bzw. Wissenstransfers. Hierzu entwickelten die Verantwortlichen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Weitergabe von Expertenwissen, welche an die jeweils vorliegenden Ausgangsbedingungen angepasst und durchgeführt werden.
Technologie
Suchmaschinen – Heil oder Unheil?
von Heinz Scheuring
In der Optimierung des Wissenszugangs liegen große Reserven für ein wirkungsvolleres Wissensmanagement. Wissen muss dahin geliefert werden, wo es Nutzen stiftet – ins Zentrum des operativen Geschehens. Suchmaschinen werden dieser Forderung nicht gerecht. Die technische Innovation des MetaLinks bietet hier neue Möglichkeiten.
Semantische Netze
Business Semantics – eine ungleiche Ehe?
von Claudia Baumer
Wissensmanagement ist ein weites Feld und alle unterschiedlichen Interpretationen des Themas haben doch das gleiche Ziel: Die richtigen Informationen zu haben, wenn man sie braucht. Die Herangehensweise des Wissensmanagements dieses komplexe Problem zu stemmen, sind vielfältig: Kulturell, organisatorisch, wissenschaftlich und technisch. Viele an uns gestellte Anforderungen werden wir dabei erst in ferner Zukunft lösen können. Eine verglichen mit den kulturellen und organisatorischen Fragen einfache Aufgabe ist sicherlich das Suchen und Finden schon vorhandener Informationen – festgehalten in Dokumenten und Datenbanken. Aber auch diese Aufgabe ist noch in keiner Weise zufriedenstellend gelöst.
Titelthema
KMU
Wissensmanagement muss nicht teuer sein
von Christian Keller
Manche Unternehmen stellen fest, dass ihre Wissensmanagement-Aktivitäten viel Geld kosten, ohne den erhofften Nutzen zu entfalten. Andere wiederum schrecken vor Wissensmanagement gleich ganz zurück, da sie genau solche Erfahrungen fürchten. Dient Wissensmanagement nur der Geldvernichtung? Das Gegenteil zeigen zwei Praxisberichte: Ein Unternehmer mit fünf Mitarbeitern hat Wissensmanagement in seinem Betrieb kostengünstig umgesetzt. Und ein Gutachter berichtet von seinen Erfahrungen mit zahlreichen gut geführten Unternehmen und ihren Wissensmanagement-Aktivitäten, die er im Rahmen der Initiative „Fit für den Wissenswettbewerb“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gewonnen hat.
Die Zukunft des Internets
von Gisela Dösinger, Klaus Tochtermann
Wer die Entwicklungen im Umfeld der Kommunikations- und Informationstechnologien mitverfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, daß in letzter Zeit der Begriff Web 2.0 immer häufiger auftaucht – meist im Zusammenhang mit der Person Tim O’Reilly, der den Begriff geprägt hat. Aber was ist das Web 2.0? Ein neues, anderes Internet? Nicht ganz. Denn eigentlich greift das Web 2.0 nur einen Grundgedanken des Internets wieder auf, nämlich den der Offenheit. Es geht darum, dass jeder einen Beitrag leisten kann und diese Beiträge mehr sind als die Summe ihrer Teile. Das Web 2.0 steht also für Interaktion und Kommunikation. Das Web 1.0 stand hingegen für Einwegkommunikation: Es bestand aus den klassischen statischen Websites, in die Information hinein floss und von denen Information konsumiert wurde.
Wissensmanagement als Impuls zur Regionalentwicklung
von Reinhard Willfort, Josef Tuppinger
Das wirtschaftliche Umfeld ist heute wissensintensiver denn je und Wissensmanagement steht inzwischen auch bei vielen KMU auf der Management-Agenda. Während innovative KMU mit internationalem Fokus bereits mit dem Thema vertraut sind, fällt es vielen anderen Unternehmen noch schwer, den Einstieg zu schaffen. Um diese Hürde zu meistern und Barrieren abzubauen, muss Wissensmanagement in die „Sprache“ der KMU übersetzt und in die Wertschöpfungsprozesse integriert werden. Das Projekt „Wissensmanagement für Kärntner KMU“ hat es sich zu Aufgabe gemacht, regionale Unternehmen bei dieser Herausforderung zu unterstützen.
Wissen – die Basis für Wettbewerbsvorteile im Mittelstand
von Stefan Helmke, Matthias Uebel, Tobias Wunsch
Aus Wissen lassen sich Wettbewerbsvorteile schöpfen, die nicht leicht kopierbar sind – so genannte NCAs (Non Copy Advantages). Diese gewinnen im Zuge der Globalisierung für mittelständische Unternehmen zunehmend an Bedeutung, da Preistransparenz zu Kostendruck führt, dem mittelständische Unternehmen aufgrund knapper finanzieller Ressourcen kaum gewachsen sind. Ein konsequentes Wissensmanagement darf sich nicht nur auf den Inhaber beschränken oder mit gelegentlichen Seminarbesuchen einzelner Mitarbeiter verbunden sein. Deshalb ist es insbesondere für mittelständische Unternehmen wichtig, die organisatorischen Voraussetzungen und entsprechenden Instrumente einzuführen, um das interne Wissen im Unternehmen strukturiert zu nutzen, damit auf dieser Basis NCAs erarbeitet werden können.
Nutzen statt Kosten – Wissensmanagement in KMU
von Mark Staiger, Sandra Kilian
Die gezielte Nutzung des Unternehmenswissens stellt einen wichtigen Beitrag dar, um Produkte innovativ, flexibel und kostengünstig produzieren zu können und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Standort Deutschland nachhaltig zu sichern. Da kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aber bisher kaum Methoden und Verfahren zum Management der Ressource Wissen einsetzen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Initiative „Fit für den Wissenswettbewerb“ lanciert. Hierbei verfolgt das BMWi die Intention, KMU gezielt bei der Erschließung ihrer Wissenspotenziale durch die Initialisierung von Wissensmanagement-Aktivitäten zu unterstützen.
Dokumentation + Kommunikation
Studie
Felddatenmanagement – die Macht der Information nutzen
von Robert Schmitt, Andreas Wenholt
Wer seine Märkte, Kunden und Mitbewerber nicht kennt, wird langfristig zu den Verlierern seines Segmentes zählen. Nur wem es gelingt, notwendige Felddaten zu erheben und diese unverfälscht und termingerecht seinen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, kann seine Produkte schnell und kundenorientiert anpassen. Doch eine Umfrage des Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH Aachen hat ergeben, dass 69 Prozent der Unternehmen nicht auf alle benötigten Daten zugreifen können.
Kundenmanagement
Selbstlernende Diagnosebäume: Service auf Knopfdruck
von Thomas Gerick
Entscheidungsbäume bilden problembezogen Fragen und Antworten ab. Sie werden schon seit Längerem in der Medizin, für die Generierung von Kundenprofilen oder die Beurteilung von Markteintrittsoptionen genutzt. Der Einsatz von Entscheidungs- bzw. Diagnosebäume war bisher allerdings mit einem großen Pflegeaufwand verbunden. Das soll jetzt anders werden: Ein neues Verfahren optimiert nun erstmalig mit Hilfe selbstlernender Mechanismen die Abfolge der Fragen, um Lösungen schneller zu generieren. Wiederverwendbare Frage- und Antwortkombinationen reduzieren den Pflegeaufwand von Entscheidungsbäumen bis zu 90 Prozent. Dies ist insbesondere auch für den Servicebereich interessant.
CRM
Servicewüste Deutschland?
von Michael Esser
Unternehmen müssen täglich eine Flut von neuen Informationen bewältigen. Seit einigen Jahren nimmt dabei der Anteil von unstrukturierter Information in elektronischer Form immer mehr zu. Elektronische Post und interaktive Webseiten erlauben einen schnellen und komfortablen Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern, sie fördern aber auch steigende Erwartungen an Antwortzeiten und Erreichbarkeit.
Human Resources
Methodik
Wissensmanagement in KMU - kleine Ursache, große Wirkung
von Gabriele Baumgärtner
Das Fortbildungszentrum Hafen Hamburg e.V. (FZH) hat sich zum Ziel gesetzt, das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bewusst zu erschließen. Das FZH will als Seminaranbieter für Hafen, Logistik, Sicherheit und Seeschifffahrt seinem Slogan „Wir transportieren Wissen“ nicht nur in den Trainings, sondern auch im eigenen Unternehmen gerecht werden und eine wissensorientierte Unternehmenskultur leben.
WM-System
Mehr wissen, innovativer beraten
von Michael Schomisch
Nach der Pflicht folgt die Kür: Mitarbeiter akzeptieren Wissensmanagementsysteme (WMS) nur, wenn sie sich im Alltag bewähren. Erst dann lässt sich das verborgene Wissen eines Unternehmens auch als Motor für Innovationen nutzen. Moderationen und ein Knowledge Center verleihen den Systemen zusätzlichen Schwung, wissen die WMS-Experten der Management-Beratung Detecon International.
Trends
QM
Qualität trifft Wissensmanagement
von Wolfgang Brückner, Dirk Pritsch, Brigitte Stieler-Lorenz
In der Praxis werden Qualitäts- und Wissensmanagement meist getrennt von einander betrachtet. Dadurch können die inzwischen entwickelten, auch IT-gestützten, Vorgehensweisen und Instrumente des Wissensmanagements häufig nicht gezielt mit dem Qualitätsmanagement verbunden werden - obwohl beide Disziplinen integraler Bestandteil des Geschäftsprozessmanagements sind. Doch welche Potenziale liegen in einer Verknüpfung von Qualitäts- und Wissensmanagement? Der vorliegende Beitrag zeigt dies Zusammenhänge am Beispiel des „QM Online-Forums des RKW Berlin-Brandenburg“.
Messen
CeBIT 2006: Informationen nutzen, Wissen generieren
von Nicole Körber
In wenigen Tagen öffnet die CeBIT ihre Pforten. Im Segment 'Information Management' in den Hallen 1 und 3 dreht sich alles um Dokumenten-Management-Systeme (DMS), Storage-Solutions sowie Softwarelösungen- und Werkzeuge zur effizienten Verwaltung aller unternehmensrelevanten Daten und Informationen. Um die Unternehmensbedürfnisse in dem wachstumsorientierten DMS-Markt noch konkreter abzubilden, wird erstmals zur CeBIT 2006 der DMS-Ausstellungsbereich sowohl thematisch als auch räumlich im östlichen Teil der Halle 1 (am Übergang zu Halle 3) konzentriert.
Wissenswertes
Kolumne
Schlankes Wissensmanagement
von Simon Dückert
Rezension
Soziologie und Wissensmanagement
Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager
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