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Start : Print Magazin : Archiv : 2006 : Editorial

Qualität braucht Wissen

lehnert pictureDie Herausforderungen an die Unternehmen steigen. Nicht nur global operierende Konzerne werden dazu gezwungen sein, ihr spezifisches Wissen weltweit zur Verfügung zu stellen. Szenarien wie das Global Engineering, bei denen Projekte rund um die Uhr weltweit bearbeitet werden und aus diesem Grunde beispielsweise Konstrukteure in Asien auf das Erfahrungswissen von europäischen Mitarbeitern direkt zugreifen müssen, sind Realität geworden.

Bei näherer Betrachtung finden sich in den Modellen zum Wissensmanagement zahlreiche Elemente, die in ähnlicher Form im Qualitätsmanagement bereits lange praktiziert werden. Hier bietet sich die Chance, durch Identifikation dieser Elemente das Qualitätsmanagement gezielt weiter zu entwickeln und damit die Wertschöpfung zu erhöhen. Ziel eines jeden Unternehmens ist doch die Maximierung des Unternehmenserfolges. Um eine Effizienzsteigerung des gesamten Wertschöpfungsprozesses zu erzielen, stellt die prozessorientierte Betrachtung der betrieblichen Abläufe eine Erfolg versprechende Methode dar. Hierbei kommt den Mitarbeitern eine zentrale Aufgabe zu: Sie müssen durch ein leistungsfähiges und erfolgreiches Wissensmanagement informiert, motiviert und auch qualifiziert werden. Denn nur so sind sie in der Lage, entsprechende Leistungen und Qualität in allen Bereichen zu erbringen.

Dieser Aspekt spielt bereits im Qualitätsmanagement eine elementare Rolle und wird durch das Wissensmanagement nicht neu erfunden. Schon in den neunziger Jahren war die Fragestellung: Wie kann Wissen in kürzester Zeit am richtigen Ort und mit dem notwendigen Aufgabenbezug zur Verfügung gestellt werden? Auch die Überarbeitung der internationalen Normenreihe zu Qualitätsmanagementsystemen ISO 9000/2000 und das „Model for Business Excellence" der European Foundation for Quality Management tragen der wachsenden Bedeutung des Wissens Rechnung. So wird beispielsweise explizit die Verfügbarkeit von Informationen gefordert, die zur Durchführung und Überwachung der Geschäftsprozesse benötigt werden. Die Organisation wird damit aufgefordert, entsprechende Informationsquellen zu ermitteln und den rechtzeitigen Zugang zu den Informationen sicherzustellen.

Im Jahr 1999 wurde ein neues EFQM-Modell vorgestellt. Dessen Name wurde dabei in „Model for Business Excellence" geändert, um stärker zum Ausdruck zu bringen, dass es sich hierbei um ein ganzheitliches Modell zur Unternehmensbewertung handelt. Eine wesentliche Änderung ist die Ergänzung des Modells um die Begriffe „Lernen" und „Innovationen". Bisher war der Begriff des Lernens nur auf die Mitarbeiter bezogen. Im aktuellen Modell wird er auf das gesamte Modell angewandt. Dadurch wird betont, dass über das individuelle Lernen hinaus die Organisation als Ganzes einen Lernprozess vollziehen soll. Dieser wiederum soll zusammen mit Innovationen einen Verbesserungszyklus in der Anwendung des Modells und seiner Umsetzung im Unternehmen herbeiführen.

Ergo: Qualitätsmanagement braucht Wissensmanagement und Wissensmanagement braucht Qualitätsmanagement.


Ihr
Oliver Lehnert


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Letzte Änderung: 11.02.2008 | Impressum | Kontakt

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