Wissen und Weiterbildung
Angesichts
einer derzeit hohen Veränderungsdynamik der Märkte
und Technologien wird es für Unternehmen zunehmend wichtiger,
die organisatorische Wissensbasis gezielt zu stärken.
Dazu zählen die hohe fachliche und soziale Kompetenz
der Mitarbeiter und das in der Organisation vorhandene Erfahrungswissen.
Managementansätze wie Wissensmanagement oder wissensorientierte
Unternehmensführung werden zunehmend als Instrumente
zur Stärkung dieser Faktoren eingesetzt. Zu den Kernaufgaben
des Wissensmanagements gehört es, im Unternehmen vorhandene
Erfahrungen und das Know-how der Mitarbeiter möglichst
transparent und explizit zu machen, Wissen gezielt geschäftsrelevant
zu entwickeln und zu speichern sowie insgesamt günstige
Vorkehrungen zu schaffen, um Wissen zu kommunizieren und zu
(ver-)teilen, um es auf diese Weise in breit nutzbares Organisationswissen
zu überführen.
Die prognostizierte demografische Entwicklung in Deutschland
wird die Wirtschaft mittelfristig vor die Herausforderung
stellen, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit vor
allem mit alternden Belegschaften zu erhalten und zu sichern.
Der unerschöpfliche Zustrom junger, modern ausgebildeter
Mitarbeiter wird zukünftig nicht mehr in dem gewohnten
Umfang möglich sein. Mit anderen Worten, der Wettbewerb
um junge und leistungsfähige Fachkräfte wird eher
zunehmen und womöglich auch die Kosten der Arbeit in
Unternehmen erhöhen. Aus bildungspolitischer Sicht verstärken
sich damit die Chancen eines lebensbegleitenden Lernens, weil
das einmal erworbene Wissen in der Berufsbiografie angepasst
und aktualisiert werden muss. Beschert dieser Trend der Wissensgesellschaft
zur vermehrten Beschäftigung älterer Mitarbeiter
somit auch der betrieblichen Weiterbildung hoffnungsvolle
Zeiten? Was ist dran an den erwähnten Makrotrends, wie
dem lebensbegleitenden Lernen? Lassen sich hierfür ermutigende
Impulse für die Weiterbildungswirtschaft erkennen?
Sicherlich werden diese Fragen auf den beiden Weiterbildungsmessen
im Februar diskutiert. Die Learntec, die vom 14. – 17.
Februar 2006 in Karlsruhe stattfindet, steht ganz im Zeichen
des Wissensmanagements. Unter dem Motto „Wissen was
kommt“ erwarten sich die Veranstalter neue Impulse für
Kongress und Ausstellung. In so genannten Wissenstalks beleuchten
Experten Wege einer zeitgemäßen Lern- und Wissenskultur.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen dabei Visionen und
Möglichkeiten, wie zukünftig gemeinsamer Wissensaustausch
organisiert und selbst gesteuerte Formen neuer Lernkooperationen
gestaltet werden können. Auf der didacta vom 20. –
24. Februar in Hannover können sich Wissensmanager auf
dem Forum Weiterbildung in Halle 14 über aktuelle Fragen
der Branche informieren und austauschen. An jedem Messetag
steht jeweils ein marktbeherrschendes Thema im Mittelpunkt
der Vorträge und Podiumsdiskussionen. Zum Auftakt wagen
Experten aus Praxis und Wissenschaft den Blick in die Zukunft
der Weiterbildung. Die folgenden Thementage nehmen internationale
Aspekte der Weiterbildung, des Wissensmanagements und Blended
Learning, in den Blick.
In der Hoffnung, dass sich die beiden für uns Wissensmanager
so zentralen Veranstaltungen ergänzen und nicht kannibalisieren,
wünsche ich Ihnen wissensreiche Gespräche. –
Nicht nur in Karlsruhe und Hannover.
Ihr
Oliver Lehnert
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