Kontrolle von Wissen
Zielgerichtetes
Wissensmanagement kann die Kernprozesse in einem Unternehmen
heute grundlegend verändern. In ihrer Konzeption basieren
diese Prozesse allerdings immer noch fast ausschließlich
auf materiellen Hard Facts der Unternehmensführung, Soft
Facts wie Wissen und Innovation bleiben allenfalls Zaungäste.
Wissen als strategischer Erfolgsfaktor wird in der Unternehmenspraxis
nicht nur zum großen Teil ignoriert, viele Entscheidungen
verhindern gar den sinnvollen Umgang mit der Ressource Wissen.
Die daraus resultierenden Auswirkungen führen nicht nur
unbefriedigenden wirtschaftlichen Ergebnissen, vielfach können
die völlig veralteten und überholten Controllingsysteme
die Entscheidungsfindung in den Unternehmen nur unzureichend
unterstützen. –
Unter Controlling versteht man die betriebswirtschaftliche
Unterstützung bei der Planung, Steuerung und Kontrolle
von Organisationen, Prozessen oder Projekten sowie die Bereitstellung
der dafür erforderlichen Informationen. Das Controlling
ist in seinem Kern eine führungsunterstützende Querschnitts-
und Koordinations-Funktion mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit
in allen betrieblichen (Teil-)Bereichen zu sichern.
Dabei stammen die Systeme selbst zum größten Teil
aus einer Zeit, in der nicht Wissen, sondern Kapital als knappe
Ressource angesehen wurde. Controller nehmen bis heute daher
im Wesentlichen finanzwirtschaftliche Aufgaben war.
Einem auch nur ansatzweise integrierten Wissenscontrolling
können dabei sehrwohl wertschöpfende Aufgaben zu
Teil werden. Die Realisierung solcher Controllinganforderungen
des Wissensmanagements stellt aber schon innerhalb eines Teilbereiches
eine große Herausforderung dar. Wissensmanager können
im Gegensatz zum Finanzbereich eben nicht auf erprobte, finanzwirtschaftliche
Messgrößen zurückgreifen. Wissen oder Fähigkeiten
lassen sich selten auf eine einzige Messdimension zurückführen.
Ansatzweise haben die Controller im Bereich Personal, zum
Beispiel die Ausbildungscontroller, welche den Nachweis der
Wirkung ihrer Ausbildungsinvestitionen auf den Unternehmenserfolg
erbringen müssen, gezeigt, wie man sich der Kontrolle
von Wissen nähern kann. Entsprechend der formulierten
Wissensziele werden Methoden zur Messung der Erreichung von
normativen, strategischen und operativen Wissenszielen notwendig.
Verantwortlich für die Steuerung von Wissen im Unternehmen
ist der Wissensmanager. Wissensmanagement kann nur erfolgreich
sein, wenn das Wissen der Mitarbeiter mit deren Motivation
und den operativen Geschäftsprozessen verknüpft
wird. Hier kommt dem Wissensmanager eine Schlüsselrolle
zu: Durch persönliche Motivation, Überzeugungskraft
und die stete Kommunikation der Nutzeneffekte ist er in der
Lage, den Ablauf der Informationsbereitstellung und -versorgung
zu optimieren. Die Aufgabe, die gesamte Informationsinfrastruktur
eines Unternehmens zu koordinieren und dafür zu sorgen,
dass die Mitarbeiter relevante Informationen prozessschrittabhängig
erhalten, ist für die Akzeptanz entscheidend.
Erst eine durchdachte und in sich konsistente Gestaltung
des Wissenscontrolling sichert eine wissensorientierte Unternehmensführung
im Kernbereich ab und führt zu einer nachhaltigen Gestaltung
der Organisation im Zeitalter der Wissensgesellschaft.
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