Erfolgsfaktor Unternehmensintelligenz
„Wissensmanagement? Ach, hören
Sie mir damit auf! Wir müssen erst einmal Kosten senken, damit wir unsere
Umsatzziele erreichen, und haben für so etwas kein Budget.“ Oder:
„Wir haben schon zigtausend Euro in dieses Projekt investiert –
gebracht hat es gar nichts.“ Solche oder ähnliche Aussagen bekommt
man immer wieder zu hören, erkundigt man sich nach dem aktuellen Stand
der Wissensmanagement-Aktivitäten eines Unternehmens. In so mancher Führungsetage
stößt das Thema noch immer auf Desinteresse, zumal in der aktuellen
wirtschaftlichen Situation. Andernorts macht sich Enttäuschung breit, weil
das teuer implementierte System von den Mitarbeitern nicht angenommen wird.
Unser aktuelles Titelthema räumt auf mit dem verbreiteten Vorurteil, Wissensmanagement
koste nur unnütz Zeit und Geld, und zeigt, dass es auch anders geht. Denn
die Investition in einen optimierten Umgang mit der Ressource Wissen ist eine
immens lohnende – vorausgesetzt, man packt es richtig an und entwickelt
seine Lösungen nicht an den Bedürfnissen derer, die später damit
arbeiten müssen, vorbei.
Die zu erschließenden Potenziale sind enorm: Was würden Sie dazu
sagen, wenn Ihre Mitarbeiter dank eines effizienteren Wissensaustauschs 5 Prozent
ihrer Arbeitszeit einsparen würden? Da kommen, wie auf S. 25 dargestellt,
gut 5.000 Euro je Mitarbeiter und Jahr zusammen. Und gar nicht auszudenken,
wenn es dem Management gelänge, diese freiwerdende Arbeitskapazität
nicht einfach weg zu rationalisieren, sondern für Vertriebs- und Kundenbindungsaktivitäten
zu nutzen – die Umsatzkurve würde in die Höhe schnellen.
Nun, ganz so banal ist es sicher nicht. Aber ist Wissensmanagement im Umkehrschluss
gleichzusetzen mit hoher Komplexität? In einem Interview mit unserem Magazin
(S. 31) schildert der Geschäftsführer eines äußerst erfolgreichen
mittelständischen Unternehmens, wie sich Wissensmanagement auch ganz pragmatisch
mit gesundem Menschenverstand betreiben lässt. Eine systematisierte Kommunikation
und eine gelebte Kultur des Wissensaustauschs tragen wesentlich dazu bei, dass
sich der Umsatz des Unternehmens alle fünf Jahre verdoppelt. Das hat natürlich
auch seinen Preis: Viel Wert wird hier auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter
gelegt, die nicht nur auf dem Papier als wichtigstes Kapital betrachtet werden.
Eine weitere Erfolgsgeschichte aus dem Mittelstand, die mit der Auszeichnung
„Wissensmanager des Jahres 2003“ gewürdigt wurde, können
Sie ab S. 28 nachlesen. Hier zeigt sich eindrucksvoll, wie ein konsequent angepacktes,
ganzheitliches Wissensmanagement helfen kann, schwierige Veränderungsprozesse
zu bewältigen und die Innovationskraft in einem veränderten wirtschaftlichen
Umfeld zu bewahren.
Der sinnvolle und innovative Umgang mit dem intellektuellen Kapital entscheidet
mehr denn je über den Unternehmenserfolg. Vor diesem Hintergrund gewinnt
Wissensmanagement auch als wichtige Disziplin in der Personalarbeit zunehmend
an Bedeutung. Denn zukunftsfähiges Personalmanagement bedeutet, die wertvolle
Ressource Wissen optimal einzusetzen und weiterzuentwickeln. Eine Möglichkeit
zum direkten Erfahrungsaustausch bietet sich Personalentwicklern und Wissensmanagern
auf dem von uns im Rahmen der Fachmesse Personal 2004 am 4. und 5. Mai in Frankfurt
am Main erstmals veranstalteten Forum Wissensmanagement. Hier können Sie
sich in Fachvorträgen und auf einer themenspezifischen Messeschau ausführlich
über Lösungen und Produkte für das wissensorientierte Unternehmen
informieren. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Ihr
Oliver Lehnert |